Thurnau

Journalisten sind ein Bollwerk gegen Hetze

Ein Münchner ist am Donnerstagabend beim Neujahrsempfang der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) mit dem Johann-Georg-August-Wirth-Preis ausgezeichnet worden. Der Studienleiter der Kulmbacher...
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Markus B. Rick
Markus B. Rick

Ein Münchner ist am Donnerstagabend beim Neujahrsempfang der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) mit dem Johann-Georg-August-Wirth-Preis ausgezeichnet worden. Der Studienleiter der Kulmbacher Akademie für Neue Medien, Thomas Nagel, verlieh die Trophäe dem Hauptgeschäftsführer des Verbands Bayerischer Zeitungsverleger und Geschäftsführer der Bayerischen Rundfunkanbieter, Markus B. Rick.

Der Preis erinnert an den 1798 in Hof geborenen Juristen, Schriftsteller und Politiker Johann Georg August Wirth, der sich in schwierigen Zeiten in besonderer Weise für die freie Presse eingesetzt hatte. Wirth organisierte gemeinsam mit Philipp Jakob Siebenpfeiffer das Hambacher Fest und kam ins Gefängnis. Hinter Gittern verfasste er Flugschriften. Schließlich wurde Wirth sogar in die Nationalversammlung gewählt. Er starb 1848 in Frankfurt.

"Ich freue mich in besonderer Weise, dass jemand aus München mit dem oberfränkischen Preis ausgezeichnet wird", sagte Rick im Thurnauer Schloss. Überraschend kam die Auszeichnung für ihn allerdings nicht. Denn Rick hatte sich schon seit Monaten den Abend freigeschaufelt, um den Preis persönlich in Empfang nehmen zu können. Er betonte, dass er die Akademie für Neue Medien nach besten Kräften unterstützen werde, "auch wenn die bayerische Staatskanzlei an der Zukunftsfähigkeit zweifelt", so Rick bei der Preisverleihung. Die Medien erfüllten eine wichtige Rolle. "Gut ausgebildete Journalisten sind die vierte Gewalt im Staat, sie sind ein Bollwerk gegen Hetze. Die freie Presse ist die Schutzwehr der Völker", sagte er.

Die Laudatio hielt Thomas Nagel. Zehn Stunden pro Tag nutzten die Menschen durchschnittlich die Medien: vier Stunden Fernsehen, zwei Stunden Radio, drei Stunden Internet und 23 Minuten Printmedien. Nur acht Minuten pro Tag entfielen auf Unterhaltungen mit der Familie.

Medienfeindliches Klima

Nagel betonte, dass auch es auch in Europa eine systematische Hetze gegen Medienschaffende gibt. Allein im Jahr 2018 habe es 22 tätliche Angriffe auf Journalisten gegeben. Nicht nur rechte Kreise gebrauchten den Begriff "Lügenpresse", sondern überall in der Gesellschaft sei ein medienfeindliches Klima entstanden.

Noch nie habe es so wenige Bewerber für journalistische Stellen gegeben, bedauerte Nagel. Aber für Qualitätsjournalismus brauche es gut ausgebildete Journalisten. so

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