Josh und Josh "melken die Kuh"

Josh Duncan und Josh Shipp wussten bei ihrem Debüt für die Brose Baskets zu überzeugen. Bambergs Trainer Andrea Trinchieri hofft vor dem Heimspiel gegen Frankfurt, dass sein Team nach einer klaren Führung den "Eimer mit der Milch nicht wieder umtritt".
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Andrea Trinchieri wollte erst gar nichts zu seinen beiden "Neuen" sagen, dann aber waren dem Brose-Trainer doch einige Sätze über den nach einer Knöchel-OP erstmals aufgelaufenen Josh Duncan und den Brown-Ersatz (Knorpelschaden im Knie) Josh Shipp zu entlocken: "Es war zu sehen, was wir in den ersten 14 Spielen vermisst haben. Aber man darf nicht erwarten, dass es jetzt in jeder Partie so läuft", kommentierte Trinchieri den fast perfekten Einstand von Duncan (21 Punkte - bei nur einem Fehlwurf - in knapp 14 Minuten) beim 90:74-Erfolg am Mittwoch gegen Saragossa im Eurocup.
"Josh und Josh - sie haben uns einiges gegeben. Mit den beiden Dreiern von Josh Shipp ist das Momentum zurückgekommen", fand Trinchieri auch lobende Worte für Shipp, der die Bamberger nach einem kurzen Durchhänger nach 27 Minuten endgültig zurück auf die Siegerstraße geführt hatte.
Und mit den beiden 28-Jährigen sollte auch am Sonntag (15 Uhr) die Aufgabe gegen die Skyliners Frankfurt zu lösen sein, zumal die Brose-Mannschaft auch ohne die beiden Neuen zuvor auf eigenem Parkett schon einige Gala-Vorstellungen abgeliefert hatte.


Shipp lobt die Fans

"Der Einstand war nicht so schlecht hier in Bamberg. Aber ich werde weiter versuchen, jeden Tag besser in Form zu kommen. Die beiden Dreier waren wichtige Würfe. Ich habe zuvor vier Mal daneben geworfen, bin konzentriert geblieben und haben die wichtigen Dinger getroffen", freute sich Josh Shipp nach seinem gelungenen ersten Auftritt in der Brose Arena. Und dem erfahrenen Flügelspieler macht sein neuer Job in Freak City viel Freude: "Wir verfügen über viele Waffen, sind als Mannschaft schwer auszurechnen. Es macht auf jeden Fall viel Spaß, hier Basketball zu spielen. Die Fans sind großartig. Als es noch einmal eng wurde, haben sie uns toll unterstützt."
So abgezockt und konzentriert, wie sich Josh Duncan zuvor auf dem Feld präsentiert hatte, gab er sich auch bei seinen Aussagen nach dem Spiel: "Ich bin froh, endlich wieder auf dem Feld zu stehen. Das war toller Team-Basketball, ein schöner Sieg - ich bin einfach glücklich. Der Coach hat mich aufs Feld geschickt, um der Mannschaft zu helfen. Das habe ich versucht umzusetzen", so der 2,03 m große Power Forward, der dem Brose-Team die lange vermisste Stabilität geben könnte.


Trinchieri will Aliens vertreiben

Und wie fiel das Fazit von Trinchieri nach dem dritten deutlichen Eurocup-Heimsieg aus? "So, so - das war teilweise ein Basketballspiel von sehr hoher Qualität von uns. Aber ich kann nicht voll zufrieden sein. Wir sind in der Lage, fünf, sieben, zehn Minuten sehr hart zu arbeiten. Wir melken die Kuh, machen das perfekt. Jeder bringt einen Stein mit, damit die Rote Wand steht. Aber dann kommen Aliens in die Halle, wir verlieren das Momentum. Wir treten den Eimer mit der Milch um und müssen die Kuh erneut melken. Das kostet Schweiß und Blut. Es darf nicht sein, dass wir den Gegner von 25 wieder bis auf sieben Punkte herankommen lassen."
Trinchieri warnt eindringlich davor, am Sonntag den Tabellen-15. aus Frankfurt zu unterschätzen: "Wir treffen auf ein sehr junges und sehr talentiertes Team, das ohne Druck auftreten wird. Es arbeitet immer hart und hat deshalb zuletzt einen exzellenten Job in der Euro-Challenge gemacht." Mit dem 74:64-Erfolg gegen Aarhus (Dänemark) unterstrichen die immer noch von Verletzungen gebeutelten Skyliners ihren Aufwärtstrend, wobei der Ex-Bamberger Johannes Richter mit 15 Punkten bester Werfer war.
Zuvor beendete das Team von Gordon Herbert bereits seine Niederlagenserie in der Bundesliga mit dem 65:57-Erfolg gegen Trier.

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