Lichtenfels

Joint landete bei einer Geburtstagsfeier in den Händen eines Teenagers: Bewährungsstrafe

Auf einer Geburtstagsfeier ging ein Joint rum. Eine Hand, die diesen aufgriff, gehörte einem Minderjährigen. Auch das war ein Vorfall, dem sich am Mittwoch im Amtsgericht ein 21-jä...
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Auf einer Geburtstagsfeier ging ein Joint rum. Eine Hand, die diesen aufgriff, gehörte einem Minderjährigen. Auch das war ein Vorfall, dem sich am Mittwoch im Amtsgericht ein 21-jähriger Lichtenfelser zu stellen hatte. Wegen unerlaubter Verbrauchsüberlassung von Betäubungsmitteln und erlaubtem Erwerb solcher, nahm der junge Mann neben seinem Anwalt Manfred Glöckner vor Richter Ortwin Jaunich und Staatsanwältin Carolin Schellhorn Platz.
Der im Handwerk tätige Mann soll an drei Zeitpunkten im Januar 2015 je ein halbes Gramm Marihuana zu je zehn Euro erworben haben. Ähnliches soll Monate später wieder geschehen sein, aber den meisten Raum nahm ein Vorfall ein, der sich im selben Jahr auf einer Geburtstagsfeier in Ebensfeld zugetragen hat. Wie alt der Jubilar - ein Teenager - wurde, sei ihm nicht bekannt gewesen, so der Beschuldigte. "Ich wusste vielleicht mal, wer Geburtstag hatte." Richter Jaunich wollte wissen, ob es dem 21-Jährigen womöglich egal gewesen sei, wie alt derjenige war, der auch an seinem Joint zog. Und eben diesem Jugendlichen dürfte der Vorfall auch ewig in Erinnerung bleiben, denn nachdem ihm schlecht wurde, stellten sich Krampfanfälle ein und er musste ins Krankenhaus gebracht werden. Glöckner führte aus, dass sich sein Mandant in der Zwischenzeit aus der "Szene" gelöst habe. Der gehörte er mal an, was sich einer Vorstrafe wegen Betäubungsmitteln entnehmen ließ.
Der Leidtragende des Vorfalls sagte auch aus. "Da alle was genommen haben, habe ich auch was genommen", so der Teenager. Glöckner gab zu bedenken, dass es jungen Menschen nicht immer leicht sei, das Alter ihres gleichfalls jungen Mitmenschen abzuschätzen. Mit dieser Einschätzung könnte er richtig gelegen sein, denn er ließ den Zeugen das Alter seines Mandanten schätzen. Mit "18 vielleicht", verhaute sich dieser um bald vier Jahre. Dies sollte dem Gericht ans Herz legen, dass der Beschuldigte eben nicht wissentlich die besondere Jugend des Leidtragenden in Kauf genommen habe.


Kooperationswillen gewürdigt

Dass es wie angedeutet zu weiteren Verfahren kommen könnte, bei denen es dem Kooperationswillen des Angeklagten zu verdanken sein wird, wenn es zu Aufklärungen kommt, bestätigte auch ein mit dem Fall betrauter Polizeibeamter. Diesem ging der 21-Jährige während einer Verkehrskontrolle ins Netz, bei der sich herausstellte, dass er Cannabiswirkstoffe im Blut hatte. Und Alkohol. Neben dem Kooperationswillen wurde zugunsten des jungen Mannes auch angeführt, dass er an seiner neuen Arbeitsstelle "die Hosen runtergelassen" und in aller Ehrlichkeit von seinem Vorleben erzählt hätte.
Sieben Monate Haft auf Bewährung bei einer Geldauflage von 800 Euro ergingen per Richterspruch. Zudem wird er zwei Jahre unter Bewährungsaufsicht stehen. MH



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