Altenkunstadt

Jetzt strahlt nur noch die BI

In Altenkunstadt wollen einen Bürgerinitiative und die Gemeinde Hand in Hand dafür sorgen, dass die Bürger weder im Funkloch sitzen noch gefährlichen Strahlen ausgesetzt werden. Erste Erfolge sind zu verzeichnen.
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Vor einigen Tagen stand noch der Sendemast auf dem Dach. Fotos: privat
Vor einigen Tagen stand noch der Sendemast auf dem Dach. Fotos: privat
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In den letzten Tagen wurde der Mobilfunksendemast auf dem Altenkunstadter BMF-Gebäude mit seinen sechs Sendeanlagen vom Mobilfunkanbieter beseitigt. Somit können die Bewohner des angrenzenden Wohngebiets bei der Neuwiese "aufatmen". Jahrelang mussten sie die von den Sendeanlagen ausgehende Strahlung in Kauf nehmen. Die Neuwiesebewohner waren folglich einer laut WHO möglicherweise krebserregenden elektromagnetischen Strahlung ausgesetzt.

Seit fünf Jahren aktiv

Der Bürgerinitiative "Mobilfunkstandort Altenkunstadt", welche schon seit bald fünf Jahren im Auftrag der Mehrheit der Altenkunstadter Bürger für eine strahlenminimierte Umwelt kämpft, war der Abbau dieser Sendeanlagen sehr wichtig, auch wenn diese schon seit zwei Jahren abgeschaltet waren, wie es in einer Mitteilung heißt. Nicht zuletzt sollte vermieden werden, dass die Sendeanlagen doch wieder in Betrieb genommen werden. Generell fordern die Altenkunstadter, dass Mobilfunksender außerorts installiert werden.

Die Mitglieder der BI, welche schon viele hundert Stunden in den strahlenminimierten Mobilfunk in Altenkunstadt "investiert" haben, zeigen sich zudem auch erfreut, dass eine geplante Demonstration vor dem BMF-Gebäude nun nicht stattfinden muss. Somit ist nach langer Wartezeit und stetigem Drängen der BI durch den Abbau der BMF-Anlagen einer von zwei Mobilfunkmasten in Altenkunstadt "verschwunden" und ein weiterer wichtiger Punkt in der "Indikatorenreihe" bezüglich des Gelingens eines strahlenminimierten Mobilfunks umgesetzt.

Schon viel erreicht

In Altenkunstadt wurde schon viel erreicht. Es wurden in den letzten Jahren der Mobilfunkerweiterungsbau auf dem Wohnhochhaus in der Woffendorfer Straße vom Gemeinderat rechtssicher abgelehnt, Immissionsgutachten erstellt, DECT-Telefone in den Kindergärten installiert und in der Grundschule Kabelverbindungen gegenüber Wlan bevorzugt.

Dieses Vorgehen basiert nicht nur auf dem Wunsch der Mehrheit der wahlberechtigten Bürger, sondern auch auf den im Kalenderjahr 2014 vom Gemeinderat einstimmig gefassten Beschlüssen. Diese Beschlussfassung hat auch für Wlan-Hot-Spots, welche auch Mobilfunkanlagen sind, und vom Gemeinderat abgelehnt wurden, Gültigkeit. Besonders Kinder und Jugendliche sollten sich nicht unnötig in der Nähe der Mikrowellenstrahlung von Wlan aufhalten. Zukünftig soll das Altenkunstadter Gemeindegebiet strahlenminimiert durch einen außerorts auf Gemeindeboden stehenden Mobilfunkmast versorgt werden. Dass dies bei gutem Empfang möglich ist, haben die vom Umweltinstitut in München erstellten Immissionsgutachten nachgewiesen.

Drum prüfe ...

In Zeiten, in denen Funklöcher in der Regel ohne Risikoprüfung "gestopft" werden, geht Altenkunstadt wie andere Gemeinden und Städte in Deutschland einen anderen Weg. Die Gemeinde achtet zum Wohle ihrer Bürger darauf, dass der "Schnellzug" der funkgestützten digitalen Outdoor-Versorgung nicht "ungebremst", also ohne Beachtung der auf die gesundheitsgefährdende Wirkung elektromagnetischer Strahlung hinweisenden Studienlage, über die Köpfe seiner Bürger "hinwegrast".

Mit dem Bau des Alternativstandortes auf dem Gemeindeberg soll erstmals ein Sendemast außerhalb der Bebauung entstehen, welcher nicht nur Altenkunstadt strahlenminimiert versorgt. Auch die Ortsteile Baiersdorf und vor allem Pfaffendorf und Burkheim sollen erstmals in den Genuss eines guten Mobilfunkempfangs kommen.

Wie die BI erfahren konnte, hat der Masten- und Stützenhersteller Europoles aus Neumarkt aufgrund eines geplatzten Großauftrages im Oktober 2018 Insolvenz angemeldet. Der Geschäftsbetrieb laufe jedoch weiter. Laut Gemeinde soll noch in den Wintermonaten mit Abholzarbeiten auf dem Gemeindeberg begonnen werden. Diese Arbeiten müssen außerhalb der Setz- und Brutzeit auf dem zum Landschaftsschutzgebiet "Fränkische Schweiz-Veldensteiner Forst" gehörenden Gebiet vorgenommen werden.

Auch soll in den nächsten Wochen mit der Verlegung der Elektroleitungen begonnen werden. Trotz der Verzögerung beim Mastbau auf dem Gemeindeberg sieht es die BI als positiv, die Wintermonate zu nutzen, um mit den Vorbereitungsarbeiten zu beginnen. Die BI hofft, dass der Mast spätestens im Frühjahr 2019 installiert wird.

Noch nicht am Ziel

Die Gemeinde ist aus Sicht der BI jedoch noch nicht am Ziel. Nach dem Bau am Alternativstandort sollen die Sendeanlagen auf dem Wohnhochhaus abgebaut werden. Auch ist zu klären, wie stark die Mittelschule mit Wlan bestrahlt wird und ob die Sendeanlage auf dem Dach der Schule noch installiert ist. Aus Sicht der BI ist keine Funkversorgung der Schule notwendig. Die Mittelschule habe einen Glasfaseranschluss. Auch warten die Baiersdorfer Bürger noch auf dem Abbau des dortigen Richtfunkmastes. red

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