Weitramsdorf
Gemeinderat

Jetzt ist Schluss mit dem Flickwerk "Am Greinberg"

Die Straße "Am Greinberg" wird saniert. Das beschloss der Gemeinderat am Montagabend bei einer Gegenstimme. "Das ist die schlechteste Straße im Gemeindegebiet", informierte Bürgermeister Wolfgang Baue...
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Bereits im Juli 2015 begutachteten die damaligen Gemeinderäte den Zustand der Straße "Am Greinberg". Seither wurde die Straße lediglich regelmäßig geflickt. Am Montagabend beschloss der Gemeinderat nun, die Oberfläche zu sanieren.  Foto: Bettina Knauth
Bereits im Juli 2015 begutachteten die damaligen Gemeinderäte den Zustand der Straße "Am Greinberg". Seither wurde die Straße lediglich regelmäßig geflickt. Am Montagabend beschloss der Gemeinderat nun, die Oberfläche zu sanieren. Foto: Bettina Knauth

Die Straße "Am Greinberg" wird saniert. Das beschloss der Gemeinderat am Montagabend bei einer Gegenstimme. "Das ist die schlechteste Straße im Gemeindegebiet", informierte Bürgermeister Wolfgang Bauersachs. Beim einfachen Ausbau der Asphaltdecke sollen ein Mischwasserkanal miterrichtet und ein Leerrohr für die Wasserleitung mit verlegt werden.

Scheu vor den Kosten

Bereits im Juli 2015 hatten die damaligen Gemeinderäte nach einer Begehung mit knapper Mehrheit beschlossen, dass am Greinberg etwas unternommen werden soll. Damals schien aber nur ein grundhafter Ausbau möglich, dessen Kosten die Anlieger zu 90 Prozent hätten tragen müssen.

Jetzt reicht es wegen des soliden Unterbaus offensichtlich aus, nur die Oberfläche zu sanieren. Silke Görbert-Schultheiß, im Rathaus zuständig für die technische Bauverwaltung, erläuterte die Maßnahme: Auf 122 Metern wird die Straße erneuert, von der Einmündung der Bergstraße bis zur Gabelung auf fünf Metern Breite, das Reststück soll dann 3,50 Meter breit werden. Im Zuge der Maßnahme werden auch der Kanal (teilweise im Inliner-Verfahren) saniert und die Hausanschlüsse modernisiert. Die Spitzgrabensteine am Rand sollen gegen Bordsteine ausgetauscht werden. Die Kosten schätzte sie "auf mindestens 50 000 Euro". Damit bleibe die Maßnahme im Rahmen der bereits beschlossenen Straßensanierungen, sagte Bauersachs.

Das Wort "Pfusch" verbeten

Eine längere Diskussion entspann sich darüber, ob nicht noch Rohre mit verlegt werden könnten, etwa für Wasser und Glasfaser, und ob nicht die Asphaltierung bis zum Wald erfolgen könne. Die Straße gleich "vernünftig" auszubauen, dafür plädierten etwa Ulrich Kräußlich, Matthias Helmprobst (beide FW) oder Henning Kupfer (CSU). Kupfers Aussage, dass ein "Pfusch" vermieden werden sollte, erzürnte den Gemeindechef, der sich dieses Wort im Zusammenhang mit den Baustellen im Gemeindegebiet verbat. Bauersachs fügte hinzu: "Wir asphaltieren nicht so sehr zu, dass nicht später noch Leitungen verlegt werden können." Denn die SÜC möchte Görbert-Schultheiß zufolge kein Leerrohr verlegen. Sie bat um Verständnis dafür, dass das Koordinationsverfahren den Prozess um vier Wochen verzögert habe. Hoffnungen, die Maßnahme könnte noch vor dem Winter umgesetzt werden, erteilte Gunther Beetz (DGN) eine Absage: "Mit Randsteinen wird das heuer nichts mehr."

Die Feuerwehr Neundorf erhält 2020 ein Tragkraftspritzenfahrzeug Logistik (TSF-L). Dafür gab der Gemeinderat einhellig grünes Licht. Es soll den bisherigen Tragkraftspritzenanhänger (TSA) ersetzen, der laut Kommandant Gunther Beetz schon 62 Jahre alt und reparaturbedürftig ist. Außerdem fehlt es an einem passenden Zugfahrzeug. Die Verwaltung soll sich um die 42 000 Euro Festbetragsförderung kümmern. In deren Genuss kommt die Gemeinde, weil sie in einem sogenannten Raum mit besonderem Handlungsbedarf liegt. Insgesamt wird das neue Fahrzeug rund 120 000 Euro kosten. Ein Stellplatz ist im Feuerwehrgerätehaus in Neundorf vorhanden.

Mit 15 zu 2 Stimmen beschloss das Gremium die 9. Änderung des Flächennutzungs- und Landschaftsplanes für das Grundstück "Coburger Wegäcker III" in Weidach. Den Bebauungsplan für die dort geplanten seniorengerechten Wohneinheiten als Erweiterung des ASB-Wohnparks "Am Callenberg" hatte der Bauausschuss bereits in der April-Sitzung abgesegnet. Entstehen werden am Neuseser Weg drei Häuser mit insgesamt 36 Wohnungen. Südlich davon ist Platz für 23 Einfamilienhäuser.

Mehr Widerstand regte sich gegen die Erweiterung des vom Gemeinderat im April bereits beschlossenen Bebauungsplans "Hohe Leite". Die dort in Neundorf geplante große Photovoltaik-Freianlage möchte Investor Heinrich Graf von Ortenburg noch erweitern, um die Flur-Nummern 156 sowie 214 (als Ausgleichsfläche). Zwar würden dort keine Bäume gefällt, wie Bauersachs auf Rückfrage informierte, laut Kräußlich handele es sich jedoch bei dem geplanten Areal "um einen unserer besten Böden", entgegen anderslautender Informationen. Das habe ihm der Pächter bestätigt. Zwölf Gemeinderäte sprachen sich für die 10. Änderung des Flächennutzungs- und Landschaftsplans aus, fünf stimmten dagegen.

Unruhe gestiftet hatte ein Social-Media-Post über die gesperrte Schulstraße. Bauersachs sah sich genötigt klarzustellen: "Nicht Gemeinderatsmitglieder verbreiten Nachrichten aus dem Rathaus, sondern der Bürgermeister!"

Michael Rädlein (CSU) regte an, zwischen Weitramsdorf und den Hofmannsteichen eine Ruhebank aufzustellen.

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