Bamberg
Stimmen zum Keglerderby

Jelitte: Wenn es bei mir einmal läuft, dann richtig!

Christian Jelitte (TSV Breitengüßbach, mit 711 Kegeln Tagesbester): "Eine persönliche Bestleistung (715, Anm. d. Red.) wäre heute auch drin gewesen. Für Dominik Kunze hat mir es leid getan. Eigentlich...
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Mit 711 Holz kegelte der Güßbacher Christian Jelitte im Derby in einer eigenen Klasse. Foto: sportpress
Mit 711 Holz kegelte der Güßbacher Christian Jelitte im Derby in einer eigenen Klasse. Foto: sportpress

Christian Jelitte (TSV Breitengüßbach, mit 711 Kegeln Tagesbester): "Eine persönliche Bestleistung (715, Anm. d. Red.) wäre heute auch drin gewesen. Für Dominik Kunze hat mir es leid getan. Eigentlich wollte ich gar nicht gegen ihn spielen. Aber wenn man einmal im Tunnel drin ist, dann ist egal, was um einen herum los ist. Die erste Bahn war eigentlich verhalten, aber dann lief es. Und wenn es bei mir einmal läuft, dann richtig. Wir hatten gedacht, dass die Bamberger vorne stärker aufstellen. Selbst wenn ich verloren hätte, sahen wir gute Chancen, die anderen beiden Startduelle zu gewinnen. Dann wäre immer noch ein Unentschieden möglich gewesen. Aber für uns ist es heute perfekt gelaufen. Dieser Sieg freut mich für meine Mannschaftskollegen, aber für meine Kumpel bei der Victoria tut es mir etwas leid, denn die haben in dieser Saison schon genug Stress. Auf jeden Fall ist es Zeit geworden für den ersten Derbysieg. Der wird natürlich gefeiert. Wir werden zusammen gemütlich essen und dann schauen wir mal, wie der Abend endet."

Werner Fritzmann (Co-Trainer des SKC Victoria Bamberg): "Gratulation an die Güßbacher, wir hätten den Sieg absolut nicht verdient gehabt. Christian Jelitte hat ein überragendes Spiel auf Weltklasseniveau abgeliefert. Bei uns hat Christian Wilke überzeugt und besonders freut es mich, dass Thomas Müller die 600er-Marke geknackt hat. Für Steffen Seidelmann war es das erste Bundesligaspiel, daher waren wir ihm mit heute zufrieden, seine Einstellung hat gepasst. Wir werden natürlich versuchen, den Blinker zu setzen und wieder an den Breitengüßbachern vorbeizuziehen, aber mit der Einstellung, wie sie der eine oder andere heute gezeigt hat, haben wir darauf keine Chance. Da müssen wir eher aufpassen, dass wir nicht absteigen."

Tobias Stark (am Rücken verletzter Breitengüßbacher Kapitän): "Der erste Sieg im Derby fühlt sich natürlich sehr gut an. Wenn er dann auch noch in Bamberg und mit einer solch überzeugenden Leistung gelingt, ist das umso schöner. Das war vorher so nicht zu erwarten. Wir werden natürlich ordentlich feiern. Die Einstellung hat heute super gepasst. Wir haben schon unter der Woche gesagt, dass wir diesmal von Anfang an Vollgas geben müssen, das ist uns in den Spielen zuvor nicht gelungen. Da sind wir meist hinterhergelaufen. Unsere aggressive Aufstellung mit Jelitte, Nüßlein und Rennert am Start hat heute Früchte getragen. Der Plan ist voll aufgegangen. Dass bei den Bambergern Lupu verletzt und Wittke noch im Urlaub ist, hat uns sicherlich etwas in die Karten gespielt. Dennoch haben wir nicht erwartet, dass sie unter 3600 Kegeln bleiben. Dass wir zu Beginn der Rückrunde in der Tabelle vor der Victoria stehen, gab es noch nicht. Von einer Wachablösung zu sprechen, wäre aber etwas übertrieben. Unser Ziel ist es vorrangig, den vierten Platz zu verteidigen, denn wir haben noch einige schwere Auswärtsspiele vor uns."

Markus Habermeyer (Vorsitzender des SKC Victoria Bamberg): "Jede Niederlage tut weh, im Derby noch ein bisschen mehr. Güßbach hat aber verdient gewonnen. Christian Jelitte war sensationell. Wir haben gedacht, dass er eventuell noch den deutschen Rekord von 732 packt, aber hinten raus ist es bei ihm nicht mehr so gelaufen. Wir sagen unseren Spielern immer: kämpfen bis zur letzten Kugel. Aber das war von außen betrachtet heute anscheinend nicht der Fall. Einige waren mit den Gedanken überall, nur nicht auf der Kegelbahn. Das war jedenfalls mein Eindruck. Eine Erklärung für diese Leistung habe ich nicht. Am letzten Wochenende haben wir in der Champions League mit einer Rumpfmannschaft gespielt und eine gute Leistung gebracht, und heute dann das. Werner Fritzmann rätselt genau wie ich, woran es liegt. In einer Woche spielen wir wieder in der Champions League, da muss diese Niederlage aus den Köpfen raus sein. Spurlos geht dieses Spiel an keinem vorbei. Wir werden uns zusammensetzen, miteinander reden und vielleicht die ein oder andere personelle Konsequenz ziehen. Rausziehen aus dem Loch können sich die Spieler nur selbst, wir können ihnen nur eine Hilfestellung geben." ps

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