Mitwitz

Jeder Einzelne kann etwas tun

Der Burggruber Unternehmer Manfred Drechlser erklärt, warum er "Klimahelden" auszeichnen möchte.
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In Reitsch wurde auf einem Wohnhaus gerade eine neue Photovoltaikanlage errichtet. 9962 Kilowattstunden wird diese pro Jahr produzieren und 4862 Kilogramm Kohlendioxid einsparen. Im Bild (von links) Manfred Drechsler, Helmut Böhnlein und Ralf Wachsmann  Foto: Rainer Glissnik
In Reitsch wurde auf einem Wohnhaus gerade eine neue Photovoltaikanlage errichtet. 9962 Kilowattstunden wird diese pro Jahr produzieren und 4862 Kilogramm Kohlendioxid einsparen. Im Bild (von links) Manfred Drechsler, Helmut Böhnlein und Ralf Wachsmann Foto: Rainer Glissnik

Viele Menschen engagieren sich für den Klimaschutz. Der Burggruber Manfred Drechsler ist einer von ihnen. Er hat damit begonnen, Männer und Frauen, die sich in der Region Gedanken um die Zukunft unseres Planeten machen, als "Klimahelden" zu würdigen.

Die meisten Menschen spürten angesichts des Klimawandels, dass etwas geschehen müsse, so Drechsler. Der Pionier alternativer Energien meint, dass man nicht fragen dürfe, was der Klimaschutz kostet. Es sei viel günstiger, "wenn wir jetzt etwas tun, um die Klimakatastrophe abzuwenden".

Geiz, Geld und Gier

Der Mensch sei gerade dabei, das gesamte Öko- und Klimasystem zu zerstören. "Wir machen unsere Lebensgrundlage sehenden Auges kaputt, weil wir auf die drei G setzen: Geiz, Geld und Gier." In der gegenwärtigen Diskussion fühlten sich viele überfordert. Aber: "Wir alle belasten das Klima mit unserem Tun, also kann auch jeder etwas Klimafreundliches im täglichen Leben machen." Greta Thunberg sei einfach zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort gewesen. "Sie hat genau das angestoßen, was wir jetzt brauchen, um die Menschen zum Umdenken zu bewegen", so Drechsler.

Die Politik sei überfordert, wenn die jungen Leute von "Fridays for Future" einfach klar sagten, was sie denken. Den neuen Klimapakt der Bundesregierung nennt Drechsler eine "Lachnummer". Die Politik wolle niemandem wehtun. Das Verbot von Glühlampen und Plastiktüten werde das Klima nicht retten. Die Menschen bräuchten vielmehr Perspektiven und positive Ziele. Der Ausbau der erneuerbaren Energien sei so ein Ziel. Die positive Auswirkung sei enorm.

Allein durch die Aktivitäten seiner Firma seien in den letzten zehn Jahren eine halbe Million Tonnen CO2 eingespart worden. "Dabei sind wir nur ein kleines Unternehmen."

Er selbst habe 1978 ein Schlüsselerlebnis gehabt, als er in der Landwirtschaftszeitung einen Bericht über einen Selbstbaukurs für thermische Kollektoren gelesen habe. Zunehmend arbeitete er sich in die Thematik ein. So richtig Schwung in die Sache kam in den 1990er Jahren, als er bei Freunden und Kollegen Thermieanlagen einbaute.

Schon 342 PV-Anlagen gebaut

Längst sind Manfred Drechsler und viele Kollegen im Bereich der erneuerbaren Energien unterwegs und beweisen, dass auch Privathaushalte, die öffentliche Hand und Firmen durchaus viel machen können, um das Klima zu schützen und zugleich wirtschaftlich gut dazustehen.

"In Reitsch wurde auf einem Wohnhaus gerade eine neue Photovoltaik-Anlage errichtet", sagt Drechsler. 9962 Kilowattstunden Strom werde diese pro Jahr produzieren und dabei 4862 Kilogramm Kohlendioxid einsparen. In den vergangenen zehn Jahren habe er mit seinem Team 342 PV-Anlagen gebaut.

Als unermüdlicher Helfer beim Schutz des Weltklimas würdigte Manfred Drechsler seine Mitarbeiter Ralf Wachsmann, Jeannette Oberhofer, Helmut Böhnlein und Renate Horn. Sie alle seien für ihn wahre "Klimahelden".

Der Mitwitzer Bürgermeister Hans-Peter Laschka überreichte die Auszeichnungen. Er selbst fährt seit 20 Jahren ein Elektroauto. Viele Projekte seien in Mitwitz vollendet. Laschka erklärte, dass das Dach der Mittelschule im Zuge der Sanierung mit einer Photovoltaikanlage versehen werden soll. "Wir sind froh, mit Manfred Drechsler einen so kompetenten Partner gewonnen zu haben. Die Beratung stimmt, die Chemie passt."

Der Bürgermeister verwies auch auf das Neubaugebiet "Herrschaftsstücke II". Die Gemeinde sehe hier keinen Erdgasanschluss vor. Der Gemeinderat habe stattdessen für erneuerbare Energien und Wärmepumpen geworben. "Zunächst gab es einigen Widerstand", erinnerte sich Laschka. Doch dann habe man die meisten Bauwerber überzeugen können.

"Wenn eine Kommune vorangeht und gut berät, hilft dies mehr als strikte Vorgaben", meinte Hans-Peter Laschka.

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