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Forchheim
Unmut 

Jahn-Umsiedlung mit "Pressing"

Seit 2010 laufen Gespräche zwischen der Stadt und der SpVgg Jahn über eine Umsiedlung. Der Geländeverkauf im Forchheimer Süden ist seit März in trockenen Tüchern. Doch für eine Ansiedlung im Norden ist der Weg immer noch nicht frei.
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Wann Jahn seiner alten Sportstätte im Stadtsüden den Rücken zudrehen kann, um in den Forchheimer Norden umzusiedeln, ist immer noch nicht entschieden.  Foto: Archiv Sportfoto Zink
Wann Jahn seiner alten Sportstätte im Stadtsüden den Rücken zudrehen kann, um in den Forchheimer Norden umzusiedeln, ist immer noch nicht entschieden. Foto: Archiv Sportfoto Zink
Andreas Oswald

Die Jahn-Umsiedlung ist zur unendlichen Geschichte geworden. Mitte des Jahres hatte die Vorstandschaft des Traditionsvereins eine Eingabe zur Unterstützung ihrer Belange an den Stadtrat gerichtet, dessen Mehrheit sich für eine zeitnahe Behandlung des Antrages ausgesprochen hatte. Um die Probleme darzustellen und deren Lösung zu erleichtern wurde vorgeschlagen, die Stadtverwaltung möge tabellarisch alle "Knackpunkte" auflisten, nebst den dazugehörigen Positionen sämtlicher Akteure. Doch offensichtlich ist nichts geschehen. "Man spricht mittlerweile von einer abermaligen Verweigerungshaltung der Stadtspitze", macht CSU-Fraktionsführer Udo Schönfelder seinem Ärger Luft. Um es im Fußballjargon zu sagen: Jetzt will man mit "Pressing" Schwung ins Spiel bringen.


Thema Jahn verschoben

Jahn-Vorstandsmitglied Professor Hans Schneider hatte am 30. August Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) in einem Schreiben nochmals an den von mehreren Fraktionen unterstützten Antrag erinnert. "Wir gehen davon aus, dass dieser Antrag auf der Tagesordnung der September-Sitzung steht", heißt es in dem Schreiben Schneiders. Doch daraus wird nichts. Die städtische Pressesprecherin Britta Kaiser erklärt auf Nachfrage unserer Zeitung: "Der Tagesordnungspunkt wird in der Septembersitzung nicht behandelt werden, weil noch verschiedene Gespräche mit den Beteiligten geführt werden müssen." Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) selbst war am Freitag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Unserer Redaktion liegt jedoch das Mail vor, in dem er Jahn-Vorstandsmitglied Schneider erklärt, das Thema bedürfe noch intensiver vorheriger Vorbereitung und Abstimmung zwischen Stadt, Jahn, dem Investor und anderen unmittelbar Betroffenen. "Wir beabsichtigen, mit einem Vorschlag in den Stadtrat zu gehen, der von allen unmittelbar Betroffenen akzeptiert werden könnte", betont Kirschstein in seinem Schreiben und fügt an, dass das Thema sehr viel umfangreicher sei, als die genannte tabellarische Darstellung. Dies allerdings will Schneider nicht einleuchten: Alle möglichen Aspekte seien intensiv besprochen, Gutachten erstellt worden und vieles mehr. Er stellt Kirschstein die Frage, welche Punkte noch zu klären seien "und warum wir nicht in eine eventuelle Problemlösung mit eingeschaltet werden?".


Funkstille seit April

Im April habe man mit dem Oberbürgermeister ein Gespräch gehabt, "seitdem herrscht Funkstille", stellt Schneider verärgert fest. "Ein Unding" sei dies, erklärt CSU-Fraktionsführer Udo Schönfelder. Man frage sich parteiübergreifend , "was innerhalb der letzten Quartale überhaupt konkret in dieser Angelegenheit seitens der Stadt(spitze) vorangetrieben wurde". Auch Manfred Hümmer (FW) empört sich über eine "Verzögerungspolitik par excellence". Er und Schönfelder sehen schon das drohende Damokles-Schwert: Irgendwann verliere der Investor, der auf dem alten Sportgelände im Süden Geschosswohnungen plane, die Geduld - und Jahn hänge in der Luft. Das wäre eine "lose-lose Situation", also ein Verlust für beide Seiten, warnt Schönfelder. Auch Ulrich Schürr von den Jungen Bürgern bedauert den derzeitigen Stillstand. "Weil wir, um das Projekt weiterzuentwickeln, die Zuarbeit der Stadt benötigen - sie aber nicht bekommen." Hoffnung setzt Hans Schneider auf den 21. September - an diesem Tag sei ein Gesprächstermin mit dem Oberbürgermeister anberaumt, bei dem auch der Grundstücksinvestor mit im Boot sei.

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