Burkersdorf

Jagd auf Runs und Homeruns

Beim Baseballverein "Franken Rebels" schnupperten die Kids in eine bei uns fast unbekannte Sportart.
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Valentino gelingt es, den zugeworfenen Ball im Fanghandschuh zu begraben Fotos: Mario Deller
Valentino gelingt es, den zugeworfenen Ball im Fanghandschuh zu begraben Fotos: Mario Deller
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Basketball und Leichtathletik sind jedem Kind ein Begriff, Fußball sowieso - was sich hinter der Sportart Baseball verbirgt, wissen indes viele nicht oder haben nur eine vage Vorstellung davon. Umso interessanter war für Konstantina, Valentino, Silas und Joylin der Baseball-Schnuppertag in Burkersdorf.

Die Ferienaktion der Kommunalen Jugendarbeit des Landkreises Lichtenfels bot einen Einblick in die Welt von Batter, Pitcher und Läufer. Nicole Hempfling, die den Burkersdorfer Baseballverein "Franken Rebels" leitet und selbst seit vielen Jahren diesen vielseitigen und actionreichen Sport betreibt, begrüßte die Kinder auf dem Vereinsgelände. "Was betreibt ihr denn für Sportarten?", fragte sie in die Runde. "Brasilianisches Ju Jutsu", entgegnete Joylin aus Trainau, "Tennis, Fußball und Basketball", ließ Valentino wissen.

Wurzeln in Ägypten

Der Baseballsport mit Wurzeln in Ägypten hat sich in den vergangenen Jahrzehnten hierzulande auch etwas etabliert, so die Vereinsvorsitzende beim lockeren Gespräch zum Auftakt: "260 Baseball-Vereine gibt es mittlerweile in Deutschland, davon allein 60 in Bayern - und einen eben auch hier in Burkersdorf." Dass jemand der Jungen und Mädchen später einmal in die Fußstapfen eines Max Kepler tritt - der gebürtige Berliner sorgt in der US-amerikanischen Profibaseball-Liga MLB mit Homerun-Rekorden für Furore - ist wohl eher unwahrscheinlich.

Doch bekanntlich hat jeder einmal klein angefangen, und es gilt ja zunächst einmal ein Gefühl für diesen schönen Sport zu entwickeln. Nachdem Hempfling noch kurz den Kindern die Ausrüstung beim Baseball erläutert hatte - vom Fanghandschuh ("wie eine vergrößerte Hand") bis zu Helm und Baseballschläger - ging es im weiteren Verlauf beispielsweise ans "Batting Tee". Hier ruht der Baseball, was das Einüben der richtigen Schlagtechnik erleichtert. "Kein Problem, beim nächsten Mal klappt's besser", ermunterte die Vereinsvorsitzende, wenn es nicht gleich auf Anhieb klappte.

Valentino sprang vehement nach oben, um den von Konstantina zugeworfenen Ball zu erreichen, tatsächlich landete dieser im Fanghandschuh. "Gut gemacht", lobte Hempfling. Dem Fangen des Balles kommt beim Baseball schließlich hohe Bedeutung zu, um dem eigenen Team so die Möglichkeit zu geben, vom verteidigenden wieder in den offensiven Part zu wechseln und so Punkte erzielen zu können, die im Baseball "Runs" heißen.

Für ein vollständiges Baseballspiel hätte die Teilnehmerzahl an diesem Freitag nicht ausgereicht, doch Hempfling machte das Beste daraus: Die Kinder hatten ihren Spaß bei einer Spielvariante für Neulinge auf der Basis des Softballs, bei dem im Vergleich zum Baseball das Spielfeld kleiner und der Spielball etwas größer ist. Jeweils ein Kind schlug als Batter (Schlagmann) drei zugeworfene Bälle zu und spurtete anschließend los, um das Feld zu umrunden und den Ausgangspunkt, die sogenannte "Home Plate", zu erreichen. Die Herausforderung bestand aber darin, dass das Kind, das in die Rolle des Batters schlüpfte, für die Umrundung nur so viel Zeit hatte, wie die anderen Kinder benötigten, um die geschlagenen Bälle in Windeseile einzusammeln. Es war auch gegenseitiges Zuwerfen des gefundenen Balles möglich, um die Rückholzeit kurz zu halten und so einen "Homerun" des Batters zu verhindern. In Sachen Ehrgeiz standen Valentino, Konstantina, Silas und Joylin einem Max Kepler in nichts nach, konnten anschließend ihren Eltern sicher eine Menge von schönen Stunden im Zeichen des Baseballs erzählen.

Am 28. September richten die "Franken Rebels" auf ihrem Sportgelände die bayerische Meisterschaft im Softball-Mixed auf. Auch dann ist sportliche Action garantiert.

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