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leserbrief

Ist die Rückseite des Mondes wichtiger als unsere Erde?

Zum Artikel "Wo landet der Plastikmüll (BR vom 13. Februar) wird uns geschrieben: Wieso sind die Weltmeere voller Plastikmüll? Lässt sich dieser vermeiden, indem Plastikbeutel verteuert oder verboten ...
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Zum Artikel "Wo landet der Plastikmüll (BR vom 13. Februar) wird uns geschrieben: Wieso sind die Weltmeere voller Plastikmüll? Lässt sich dieser vermeiden, indem Plastikbeutel verteuert oder verboten werden? Mein Plastikabfall wandert entweder in den Gelben Sack oder in den Restmüll. Ich war mir bisher sicher, dass dieser dann entweder in der Recycling-Anlage oder in der Müllverbrennung landet. Stutzig gemacht hat mich der "Spiegel"-Bericht vom 19. Januar, wonach ein Großteil des hiesigen Plastikmülls in ferne Länder exportiert wird und dessen Verbleib dubios bleibt.

Natürlich werde ich auch weiterhin unnötigen Verpackungsmüll vermeiden. Dadurch kann ich aber die Ozeane nicht vom Plastikmüll frei halten. Die Welt sollte endlich das Abfischen des Kunststoffabfalls forcieren, statt nur darüber zu klagen und zu warten, bis er in schädliches Mikroplastik zerfällt. Funktionierende Beispiele für das Absammeln ganzer Plastikstrudel gibt es genug. Dafür fehlt aber angeblich das nötige Geld. Geld, das gut angelegt wäre, angesichts der vermeidbaren schlimmen Folgen.

Auf manche Staaten müsste eingewirkt werden, dass dort Flüsse nicht zur Müllentsorgung missbraucht werden. Fischer sollten dafür belohnt werden, dass sie den Plastik-Beifang an Land bringen, statt ihn wieder ins Meer zu kippen.

Maßnahmen gäbe es viele. Aber es scheint immer noch leichter zu sein, anderen ein schlechtes Gewissen einzureden, als selbst sinnvoll zu handeln. Anscheinend ist uns die Rückseite des Mondes wichtiger als unsere Erde.

Emil Kolb

Mainleus



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