Röttenbach

Ist das Norma-Lager zu laut?

In Röttenbach gehen die Meinungen über nächtliche Ruhestörung auseinander.
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Das Norma-Zentrallager in Röttenbach liefert derzeit Diskussionsstoff. Manchen Anwohnern ist es hier nachts zu laut.  Fotos: Andreas Dorsch
Das Norma-Zentrallager in Röttenbach liefert derzeit Diskussionsstoff. Manchen Anwohnern ist es hier nachts zu laut. Fotos: Andreas Dorsch
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Andreas Dorsch Ob Baugebiet Röttenbach West, die Erweiterung des Gewerbegebietes am Ortsrand Richtung Dechsendorf, der geplante Swingerclub oder jüngst das Norma-Zentrallager - kritische Bürger, die mit ihrer Meinung nicht hinterm Berg halten, gibt es in Röttenbach jede Menge. Aktueller Stein des Anstoßes ist das Norma-Lager am südlichen Ortsausgang.

Seit einigen Tagen werden in Röttenbach Unterschriften gesammelt, mit denen sich Bürger einem Protest gegen Lärmbelästigung anschließen können, die vor allem nachts vom Norma-Zentrallager ausgehen soll. "Wir haben die Unterschriftenaktion nur gestartet, weil sich das Unternehmen nicht an die genehmigten Betriebszeiten hält", sagt ein Betroffener, der in Sichtweite des Logistikzentrums wohnt. Er selbst sammelt auch Unterschriften, möchte namentlich aber nicht genannt werden.

Er sei 2017 nach Röttenbach in die Dechsendorfer Straße gezogen und habe da das Norma-Lager nicht auf dem Schirm gehabt. Ihn stört aber, dass hier auch nachts und an Feiertagen gearbeitet wird und wartende Lastwagen nachts ihre Kühlanlagen laufen lassen.

Aktiv geworden sei man jetzt, da eine größere Erweiterung des Zentrallagers im Gespräch ist. Die Kritiker verstehen auch nicht, dass weder die Gemeinde noch das Landratsamt bisher Gegenmaßnahmen ergriffen haben. Die "nachts bis ins Schlafzimmer dröhnenden Kühlanlagen der Lastwagen" würden nach Meinung des Unterschriftensammlers weniger stören, wenn die Fahrzeuge auf der anderen Seite des Bauwerks parken würden.

In dem Baugebiet im Süden Röttenbachs wohnen aber auch Menschen, die freien Blick auf das Zentrallager haben, mit offenem Fenster schlafen und die die Unterschriftensammler nicht verstehen. Zu ihnen gehört die 47-jährige Carola Lubnow.

Wahl plant Lärmgutachten

Manchmal hört sie was, manchmal auch nicht. Von nächtlicher Ruhestörung könne sie allerdings nicht reden. "Die meisten Leute schütteln über die Unterschriftenaktion den Kopf", sagt die 47-Jährige, die schon immer hier wohnt. Sie habe noch niemanden gehört, den das Norma-Lager stört. "Wenn man hierher zieht, weiß man, dass es hier ein solches Lager gibt", sagt Lubnow. Für sie sei das neben dem Norma-Areal liegende Sportheim des TSV Röttenbach viel lauter. Da werde auch öfter gefeiert.

Bürgermeister Ludwig Wahl (FW) kennt die unterschiedlichen Aussagen über die nächtliche Lärmbelästigung. Er kennt auch "viele Röttenbacher, die seit Jahren dort wohnen und die der Lärm nicht stört". Wahl will sich jetzt erst einmal die Sachlage genau anschauen und auch ein Lärmgutachten erstellen lassen.

Wie die stellvertretende Pressesprecherin des Landratsamtes, Stephanie Mack, auf Anfrage des FT erklärt, habe das Amt im Juli 2018 die ersten Beschwerden wegen nächtlicher Ruhestörung bekommen. Seitdem stehe man in enger Abstimmung mit den Beschwerdeführern. Das Bauamt sei zusammen mit dem Fachbereich Immissionsschutz dabei, gemeinsam mit dem Unternehmen eine Lösung zu finden. Das Landratsamt teilt aber auch mit, dass es keine baurechtliche Genehmigung für einen Betrieb von 22 bis 5 Uhr früh gibt.

Mit Beschwerden über den Betriebsablauf sieht man sich bei der Firma Norma "erst seit dem Zuzug eines neuen Gemeindemitglieds in Röttenbach" konfrontiert. Wie Marc Saalfrank aus der Expansionsleitung von Norma auf Anfrage des FT mitteilt, werde der Betriebsablauf in Röttenbach seit 35 Jahren so praktiziert. Um so erstaunter sei man über die plötzlichen Klagen wegen angeblich neu aufgetretener Lärmbelästigung.

Mit dem Landratsamt Erlangen-Höchstadt stehe man bereits im Gespräch und habe schon Maßnahmen ergriffen, um die Lärmimmissionen noch weiter zu reduzieren. Wie Saalfrank mitteilt, seien in den Jahren 2018 und 2019 bereits 550 000 Euro für die Lärmverhinderung in Röttenbach investiert worden.

Um eine befriedigende Lösung für alle Beteiligten zu finden, laufe ein Abstimmungsprozess mit dem Landratsamt und der Gemeinde.

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