Riedbach

Irrtümer und Vorurteile

Das Museum Kleinsteinach "Jüdische Lebenswege" lädt zu einem Vortrag über die Kraft des Aberglaubens ein. Bis heute lassen sich Menschen erfolgreich manipulieren.
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Modern und pädagogisch gut aufbereitet ist das Museum Kleinsteinach "Jüdische Lebenswege". Hier erfährt man viel über das einst hier blühende jüdische Leben. In Kleinsteinach lebte zeitweise eine der größten jüdischen Gemeinden im Gebiet des heutigen Landkreises. Foto: Brigitte Krause
Modern und pädagogisch gut aufbereitet ist das Museum Kleinsteinach "Jüdische Lebenswege". Hier erfährt man viel über das einst hier blühende jüdische Leben. In Kleinsteinach lebte zeitweise eine der größten jüdischen Gemeinden im Gebiet des heutigen Landkreises. Foto: Brigitte Krause
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"Vom Aberglauben zum Pogrom" ist der Vortrag überschrieben, den das Jüdische Museum "Lebenswege" in Kleinsteinach anbietet. Zu Gast ist am Freitag, 15. März, Evamaria Bräuer, Stadt- und Museumsführerin aus Gerolzhofen (Kreis Schweinfurt).

Sich vom Aberglauben beeinflussen zu lassen, das lehnen die meisten Menschen ab. Sie sind stolz auf Selbstbestimmung und Rationalität; da passt Aberglaube gar nicht ins Selbstbild.

Trotzdem freut man sich, wenn man einen Glückspfennig findet, man klopft auf Holz oder man zerdeppert Porzellan zum Polterabend: Aberglauben ist keine Erfindung der Neuzeit, sondern schon seit Jahrtausenden fester Bestandteil vieler Gesellschaften und Kulturen. Hinter solchen Praktiken kann sich der Wunsch verbergen, Unbekanntes oder Bedrohliches, etwa Krankheiten, zu bannen. Mit beschwörenden oder magischen Handlungen würde menschliches Verhalten beeinflussbar.

Unvernunft und Unwissenschaftlichkeit waren früher schon immer Voraussetzungen, Minderheiten als Schadenszauberer oder Hexen zu schmähen, auszuweisen oder zu töten. Und auch jüdische Minderheiten wurden seit Tausenden Jahren für nicht erklärbare Ereignisse verantwortlich gemacht. Ist die heutige Gesellschaft vor Irrtümern und Vorurteilen gefeit?

Der Verantwortliche für das Jüdische Museum in Kleinsteinach, Bernd Brünner, hat Evamaria Bräuer, Stadt- und Museumsführerin aus Gerolzhofen, zu einem Vortrag eingeladen. Sie wird nicht nur die Vorwürfe und Ursachen des mittelalterlichen Hostienfrevels beleuchten, sondern auch den ungelösten Kriminalfall des Kindermordes, geschehen im März 1929 bei Manau/Hofheim, ansprechen. Termin für den Vortrag ist Freitag, 15. März, um 19 Uhr im Museum, Am Kirchplatz 3, in Klein- steinach/Gemeinde Riedbach. ft

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