Wonfurt
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Insektenfreundliche Gärten helfen den Tieren und erfreuen die Menschen

Christian Licha Auf eine gute Resonanz stieß der Diskussionsabend des Grünen-Kreisverbandes Haßberge zum Thema Landschaftspflege und Gartenbau im Siedlerheim in Wonfurt. Guntram Ulsamer, Kreisfachbera...
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Naturbelassene Gärten (hier in Wonfurt) bieten beste Lebensräume für Insekten und andere Tierarten.  Foto: cl
Naturbelassene Gärten (hier in Wonfurt) bieten beste Lebensräume für Insekten und andere Tierarten. Foto: cl

Christian Licha Auf eine gute Resonanz stieß der Diskussionsabend des Grünen-Kreisverbandes Haßberge zum Thema Landschaftspflege und Gartenbau im Siedlerheim in Wonfurt.

Guntram Ulsamer, Kreisfachberater für Gartenbau und Landespflege, hielt einen Vortrag über die naturgemäße Pflege zur Förderung der Biodiversität am Beispiel der Wildbienen, von denen es rund 520 Arten in Bayern gebe. Mit ihrer hohen Bedeutung für den Naturhaushalt stehen die Tiere unter Artenschutz, wie er sagte. Rein rechnerisch betrage der volkswirtschaftliche Wert der Bestäubung von Nutzpflanzen in Deutschland rund zwei Milliarden Euro.

Auch wenn sie pflegeleicht seien, sprach sich Ulsamer gegen die enorme Versteinerung von Privatgärten aus. Naturgärten böten viel bessere Lebensräume für Wildbienen und andere Tierarten. Zum Mähen von Wiesen seien Sense, Freischneider und Balkenmäher am besten geeignet. Hier gebe es die gute Möglichkeiten für die Insekten, sich zu verstecken. Angesprochen auf Blühpatenschaften sprach Ulsamer davon, dass das nach seiner Meinung nach ein Geschäftsmodell sei. Gleichzeitig warf der Fachmann die Frage auf, ob es nicht besser wäre, den eigenen Garten insektenfreundlich zu gestalten.

Für die Gemeinde Wonfurt sagte der Bürgermeister Holger Baunacher, dass in Sachen Landschaftspflege schon sehr viel vor Ort getan werde, das aber nicht unbedingt nach außen sichtbar sei. So habe die Gemeinde zum Beispiel drei Hektar Fläche für die Aktion "Blühender Landkreis" zur Verfügung gestellt, die sich aber erst in den nächsten Jahren entwickeln. Landwirtschaftliche Flächen würden klassisch gemäht, ohne zu mulchen, und der Gemeindewald werde zum Teil wieder aufgeforstet, um die Fehler aus den 1950er Jahren wieder gutzumachen. Über 54 Kilometer Gräben gebe es auf dem Gemeindegebiet Wonfurt, erklärte Baunacher, von denen im Jahr maximal 15 bis 20 Kilometer gemäht werden. Die Gräben haben nach seiner Darstellung eine wasserführende Bedeutung, so dass diese unbedingt gepflegt werden müssen. Auf den Begleitstreifen links und rechts davon, die insgesamt über 100 Kilometer ausmachen, werde viel Lebensraum für Insekten erhalten. Die Ortseingangsbereiche werden laut Holger Baunacher in einem gewissen Turnus gemäht, damit der Schnitt liegenbleiben kann.

Verwundert war Baunacher, dass selbst Leute mit Steingärten daheim vor der Tür das Volksbegehren unterschrieben hätten. Das sei wahrscheinlich nur zur Beruhigung des Gewissens geschehen, mutmaßte der Wonfurter Bürgermeister.

Wünsche und Forderungen

In der Diskussion forderte Gemeinderat Karl Hellweg einen Grünflächenplan für die Gemeinde mit einer Aufstellung, was wann gemäht werden müsse. Andere Stimmen forderten eine Einbeziehung von mehr Fachleuten bei der gemeindlichen Grünplanung. Kreisrätin Rita Stäblein (Eltmann) rief zur Nachbarschaftshilfe auf, da viele ältere Menschen die zuvor gerne gemachte Gartenarbeit aus körperlichen Gründen nicht mehr erledigen könnten. Hier wäre nach ihrer Meinung eine öffentliche Förderung angebracht, um den Hilfeleistenden mit einem kleinen Obolus eine Anerkennung zukommen zu lassen.

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