Laden...
Coburg

Innige Melodien aus alter Zeit

Wie der Melchior-Franck-Kreis Coburg eine weihnachtliche Abendmusik in der St. Nikolaus-Kapelle gestaltete.
Artikel drucken Artikel einbetten
"Von der Geburt des Herrn" lautete das Motto einer Abendmusik in der Coburger St.-Nikolaus-Kapelle. Foto: Jochen Berger
"Von der Geburt des Herrn" lautete das Motto einer Abendmusik in der Coburger St.-Nikolaus-Kapelle. Foto: Jochen Berger

Gerhard Deutschmann Es würde in der Vorweihnachtszeit etwas fehlen, wenn Knut Gramß mit seinem Melchior-Franck-Kreis nicht in die altehrwürdige St. Nikolaus-Kapelle am Coburger Rosengartenkommen würde, um mit Stimmen und alten Instrumenten die wie immer zahlreichen Zuhörer mit weihnachtlichen Klängen zu verzaubern.

Auch in diesem Jahr hatte er wieder ein umfangreiches, ansprechendes Programm - ergänzt durch Lesungen - zusammengestellt, das von der frühen Mehrstimmigkeit bis zur Gegenwart reichte und von seinen Musikanten vokal wie instrumental gekonnt und stimmungsvoll dargeboten wurde.

Laute und Gamben

Das historische Instrumentarium mit Blockflöten, Gemshörnern, Dulzian, Pommer, Cornetto, Laute und Gamben war heuer durch eine Reihe von Orff-Instrumenten ergänzt, die bei "Amor, amor - ein Kind geborn zu Bethlehem" und bei der Zugabe "Ich sah ein schöner Garten" von Carl Orff zum Einsatz kamen.

Die Abendmusik begann im zarten Klanggewand von Blockflöten und Laute mit einer Pavane von Anthony Holborne. Sauber gelangen den Sängern Motetten von Melchior Vulpius und Michael Praetorius.

Fünfstimmige Messe

Nach einer fröhlichen Galliard von Holborne stellten die drei Sätze aus der fünfstimmigen Messe von Johann Eccard nicht geringe Anforderungen an Sänger und Instrumentalisten. Es folgten drei Versionen des Liedes "In dulci jubilo" von dem Coburger Kantor Erhard Büttner und Melchior Franck, dessen sechsstimmige Motette "Angelus ad pastores ait" den Höhepunkt des ersten Programmteils bildete und eine klangvolle Darbietung erlebte.

Ein Bordun-gestütztes Lied aus dem Moosburger Cantionale von 1360 wechselte ab mit einer lebhaften Courante für Flöte und Streicher von Praetorius.

Den Text der neunten Strophe aus Luthers "Vom Himmel hoch" hatte sich Heinrich Schütz für ein kunstvolles "Madrigale spirituale" ausgesucht. Nach einer weiteren Galliard von Holborne erklang die Erstaufführung einer vor 401 Jahren entstandenen und Herzog Casimir gewidmeten Komposition von Erasmus Baumann.

Der Hymnus "Ave maris stella" zu acht Stimmen des bedeutenden Claudio Monteverdi bilde den Höhepunkt des zweiten Teils in gelungener, festlicher Wiedergabe.

Den stimmungsvollen Abgesang des Abends in der St. Nikolaus-Kapelle bildeten zwei romantische Werke von Edvard Grieg ("Ave, maris stella") und Max Reger ("Und unser lieben Fraue"), wo nochmals das ganze Ensemble wirkungsvoll zur Geltung kam. Viel Beifall und die oben erwähnte Zugabe.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren