Motten

Initiatoren reagieren enttäuscht

Mit großer Mehrheit sprechen sich die Bürger gegen eine Kleinkindbetreuung in Kothen aus. Damit ist die Streitfrage um den Kindergarten entschieden. Beruhigt haben sich die Gemüter aber noch lange nicht.
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Aus Sicht der Initiatoren des Bürgerentscheids ist mit der Entscheidung das Ende der Kinderbetreuung in Kothen eingeläutet.  Foto: Archiv/Stephanie Elm
Aus Sicht der Initiatoren des Bürgerentscheids ist mit der Entscheidung das Ende der Kinderbetreuung in Kothen eingeläutet. Foto: Archiv/Stephanie Elm

Eindeutiger hätte das Ergebnis kaum ausfallen können: 915 Bürger beteiligten sich am Bürgerentscheid zum Kindergarten in Kothen. Davon waren 630 gegen bauliche Veränderungen, die eine Betreuung von Krippenkindern in der Einrichtung möglich gemacht hätten. Nur 285 Bürger stimmten dafür. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 66 Prozent. Auffallend ist, dass sich in Kothen noch nicht einmal die Hälfte der stimmberechtigten Bürger an dem Entscheid beteiligt hatten. Die hohe Zahl an Briefwählern ( 324 Stimmen) relativiert diesen Eindruck aber wieder etwas.

"Ich bin froh, dass eine deutliche Mehrheit Vertrauen in den Gemeinderat gezeigt und den Vorschlag der Bürgerinitiative abgelehnt hat", sagt Bürgermeister Jochen Vogel (CSU) am Tag nach der Entscheidung. Er hoffe, dass man nun wieder sachlich an die Arbeit ge hen könne. Auch Zweite Bürgermeisterin Ute Becker (WG Motten) ist zufrieden: "Ich bewerte das Abstimmungsergebnis als sehr gut." Es bestätige, dass die Bürger die Argumente des Gemeinderats nachvollziehen könnten.

Kritik am Gemeinderat

Enttäuscht reagiert dagegen Marco Hillenbrand. Der Kothener Gemeinderat (FW Ko-Mo-Sp) und Sprecher der Bürgerinitiative (BI) hatte sich vehement für den Ausbau des Kothener Kindergartens eingesetzt. "Das ist ein ganz schwarzer Tag für den Kindergarten-Standort in Kothen", sagt er. Er ist sich sicher, dass die Entscheidung angesichts sinkender Geburtenzahlen mittelfristig die Schließung des Kindergartens in Kothen be deutet.

Hillenbrand sagt, dass es am Ende nur noch um die 800 000 Euro gegangen sei, die der Ausbau des Kothener Kindergartens gekostet hätte. Diese Kosten hätten sich allerdings auf eine gesonderte Betreuung der unter dreijährigen Kinder bezogen. Die BI habe aber deutlich gemacht, dass sie sich auch eine ge mischte Betreuung vorstellen könnte. Dies hätten die Gemeinderäte in ihrem Schreiben an die Bürger - dass Hillenbrand "aufs Schärfste verurteilt" - nicht beachtet. "Aus meiner Sicht wurde vorsätzlich falsch informiert", sagt Hillenbrand. Die genannte Information haben elf der zwölf Gemeinderäte unterzeichnet, auch drei aus Ko then und einer aus Speicherz. Dass die BI die altersgemischte Betreuung wieder ins Spiel gebracht hatte, haben den Gemeinderat überrascht, berichtet die Zweite Bürgermeisterin. "Da waren wir alle erstaunt." Sie erinnert daran, dass sich die Eltern bei einer Umfrage bereits gegen eine gemischte Betreuung ausgesprochen hatten - genauso wie die Kindergartenleitung. Seit zehn Jahren gebe es eine Krippenbetreuung in Motten, durchschnittlich würden ein Kind bis fünf Kinder aus Kothen und Speicherz nach Motten ge fahren, sagt Becker.

Ein weiterer Kritikpunkt der BI: Die Ankündigung von Bürgermeister Jochen Vogel, im kommenden Jahr nicht mehr für das Amt des Bürgermeisters zu kandidieren (siehe Bericht unten), habe die Bürger in ihrer Entscheidung beeinflusst. Am Freitag hatte dieser seine Entscheidung öffentlich gemacht. So sei Vogel längst nicht mehr im Amt, wenn der Kindergarten in Kothen irgendwann geschlossen werde, meint Hillenbrand.

"Das ist meine persönliche Entscheidung gewesen, wann ich das veröffentliche", hält der Bürgermeister dagegen und bekräftigt, dies habe nichts mit der aktuellen Diskussion um den Kindergarten zu tun.

Unabhängig vom Bürgerentscheid gehen die Planungen für den Neubau des Kindergartens in Motten weiter. Ende Mai werde im Gemeinderat der Förderantrag für dieses Projekt behandelt, sagt der Bürgermeister. Mit einem Baustart rechnet er aber erst im kommenden Jahr.

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