Forchheim

Infiana wird jetzt "very british"

Die Spatzen pfeifen es schon seit einigen Wochen von den Dächern, jetzt herrscht Gewissheit: Ein Finanzinvestor mit Sitz in Großbritannien übernimmt die Infiana Group GmbH.
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Foto: Ronald Heck
Foto: Ronald Heck

Johannes Höllein Vor vier Wochen, als der Fränkische Tag zuletzt bei der Infiana Group GmbH wegen eines sich anbahnenden Verkaufs nachfragte, mauerten die Verantwortlichen noch, wollten sich nicht konkret zu möglichen Übernahme-Verhandlungen äußern. Trotzdem war klar: Wo Rauch ist, ist auch Feuer - es war nur eine Frage der Zeit, bis die Forchheimer Folienfabrik sowie die Niederlassung in den USA einen neuen Besitzer bekommen.

Der ist jetzt gefunden: Wie die börsennotierte Deutsche Beteiligungs-AG (DBAG), die im Dezember 2014 exakt 23,7 Millionen Euro Eigenkapital in Infiana investierte und sich mit 92,7 Prozent am Unternehmen beteiligte, mitteilt, veräußert sie ihre Anteile an Pamplona Capital Management, einen Finanzinvestor mit Sitz in Großbritannien. Entsprechende Verträge wurden in der vergangenen Woche unterzeichnet. Vorausgesetzt, die Kartellbehörden stimmen zu, soll die Transaktion innerhalb der kommenden drei Monate abgeschlossen sein. Über den Kaufpreis haben die Vertragsparteien Stillschweigen vereinbart.

Der passende Zeitpunkt

Der Verkauf kommt nicht überraschend, wie ein Blick auf das Geschäftsmodell der DBAG verdeutlicht: "Das Unternehmen investiert in gut positionierte mittelständische Unternehmen mit Entwicklungspotenzial. Wir begleiten unsere Portfoliounternehmen und deren Entwicklungsprozess als partnerschaftlich orientierter Finanzinvestor üblicherweise vier bis sieben Jahre lang. Dabei verfolgen wir das Ziel, den Wert der Unternehmen zu steigern. Mit der Beendigung der Beteiligung zum passenden Zeitpunkt und in einer gut abgestimmten Art und Weise realisieren wir die Wertsteigerung der Portfoliounternehmen. Sie setzen ihre Entwicklung dann in anderer Konstellation fort...", ist auf der DBAG-Homepage zu lesen.

Weil das offenbar geglückt ist, feiern die Geldgeber einen "erfolgreichen Abschluss der Beteiligung". DBAG-Vorstandsmitglied Rolf Scheffels erklärt: "Infiana kann seine Marktchancen heute besser wahrnehmen als vor fünf Jahren. Dazu haben die Investitionen ebenso beigetragen wie die Reorganisation des Vertriebs."

Peter Wahsner, Vorsitzender der Infiana-Geschäftsführung, ergänzt: "Wir haben uns enorm weiterentwickelt und sind gut aufgestellt, um auch künftig erfolgreich zu wirtschaften - mit einer effizienten und modernen Produktion und einer führenden Position in attraktiven Endmärkten."

Flexibel und vielfältig

Infiana entwickelt und produziert Spezialfolien für den Konsumgütermarkt und industrielle Anwendungen. Die hohe Flexibilität in der Produktion ermöglicht eine Vielfalt an Produkten. Dabei profitiert das Unternehmen von seiner Innovationstätigkeit, für die es mehrfach ausgezeichnet wurde. Infiana produziert an zwei Standorten in Deutschland und in den USA. Keimzelle des 165 Jahre alten Unternehmens mit aktuell 800 Mitarbeitern ist der deutsche Stammsitz in Forchheim.

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