Menchau

Inferno in Menchau

Großalarm für die Feuerwehren: Im Thurnauer Ortsteil brennt ein Wohnhaus samt der dazugehörigen Scheunen und Ställe. Rund 300 Retter sind im Einsatz, sechs Menschen werden verletzt.
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Ein flammendes Inferno finden die Retter in Menchau vor: Wohnhaus, Scheune, Ställe - alles brennt lichterloh. Die Löscharbeiten dauern bis spät in die Nacht. Fotos: Dagmar Besand
Ein flammendes Inferno finden die Retter in Menchau vor: Wohnhaus, Scheune, Ställe - alles brennt lichterloh. Die Löscharbeiten dauern bis spät in die Nacht. Fotos: Dagmar Besand
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Dagmar Besand Die dunklen Rauchschwaden sind kilometerweit zu sehen, die Zufahrten nach Menchau gesperrt, das ganze Dorf ist auf den Beinen. Am Nachmittag gegen 15 Uhr verständigt gestern ein Anwohner Polizei und Feuerwehr, dass eine Scheune brennt. Als die Retter eintreffen, ist klar: Die Katastrophe ist wesentlich größer: Die Flammen haben auf das Wohnhaus der Hofbesitzer sowie zwei Ställe übergegriffen. In letzteren befinden sich Kühe und Schweine.

Der 42-jährige Hofbesitzer versucht, seine Tiere zu retten. Dabei erleidet er Brandwunden und wird mit dem Hubschrauber in eine Spezialklinik gebracht. Die Verletzungen sind jedoch glücklicherweise nicht lebensbedrohlich.

Seine Frau erleidet leichte Verletzungen durch Rauchgas, ebenso wie zwei Nachbarn, die bei den Löscharbeiten helfen. Zwei Feuerwehrmänner werden bei den Arbeiten leicht verletzt, so Alexander Czech von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Oberfranken.

Die Familie steht unter Schock. Helfer kümmern sich um sie.

Die meisten Tiere werden gerettet

Bis spät in die Nacht sind die Feuerwehrleute damit beschäftigt, die Flammen zu löschen, die durch Windböen immer neu angefacht werden. Die Straße bleibt deshalb bis zum Morgen gesperrt. Dazu sind Polizei, Rotes Kreuz, Technisches Hilfswerk, Luftrettung und das Veterinäramt im Einsatz. Insgesamt rund 300 Helfer, 200 von verschiedenen Feuerwehren aus den Landkreisen Kulmbach, Bayreuth und Lichtenfels, etwa 50 vom Roten Kreuz und 30 vom THW, dazu noch Polizeikräfte und die Teams von zwei Rettungshubschraubern.

Durch die vielen Brandstellen ist die Situation zunächst recht unübersichtlich. Darüber hinaus müssen möglichst schnell die im Stall eingeschlossenen und völlig verängstigten Kühe und Schweine befreit werden. Leider können nicht alle gerettet werden: Einige Tiere verenden.

Neben den Rettern ist der ganze Ort auf den Beinen. Viele packen mit an, um die rund 120 Kühe und Schweine zu befreien. Die Kühe werden auf eine benachbarte Wiese getrieben.

Provisorisch zäunen Helfer diese mit einem Absperrband ein. Etliche Nachbarn kümmern sich darum, dass die verschreckten Tiere nicht davonrennen.

Betroffen und voller Mitgefühl für die Familie zeigt sich der Thurnauer Bürgermeister Martin Bernreuther (CSU), der ebenfalls vor Ort ist. Er ist froh, dass so schnell so viele Helfer am Brandort waren: "Ich bin dankbar für jeden, der mit anpackt."

Wie es zu der Katastrophe kommen konnte, ist noch unklar. Fest steht nach Angaben der Polizei nur, dass der Brand in einer Scheune entstanden ist und von dort auf die benachbarten Gebäude übergriff.

Kriminalpolizei ermittelt

Alles Weitere müssen die Brandfahnder der Kriminalpolizei Bayreuth ermitteln, sobald sie die Ruinen betreten können.

Auch zur Schadenshöhe gibt es derzeit noch keine konkreten Angaben. "Nach ersten Schätzungen ist mindestens von einem hohen sechsstelligen Eurobetrag auszugehen", so Alexander Czech.

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