Wirmsthal
Bürgerversammlung

In Wirmsthal steigt, entgegen dem allgemeinen Trend, die Einwohnerzahl

Sigismund von Dobschütz Leicht steigende Einwohnerzahlen und aktuelle Baumaßnahmen sind Zeichen zunehmender Attraktivität des Euerdorfer Gemeindeteils Wirmsthal. Dies wurde in der Bürgerversammlung im...
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Sigismund von Dobschütz Leicht steigende Einwohnerzahlen und aktuelle Baumaßnahmen sind Zeichen zunehmender Attraktivität des Euerdorfer Gemeindeteils Wirmsthal. Dies wurde in der Bürgerversammlung im Gasthof "Zum Hirschen" deutlich, als Bürgermeisterin Patricia Schießer ihren Jahresrückblick 2018 und den Ausblick auf kommende Maßnahmen präsentierte.

Seit wenigen Jahren gibt es eine leichte Steigerung der Einwohnerzahl: Lag diese 2015 in Wirmsthal noch bei 315, sind es heute 321 (Marktgemeinde: 1532). Allein 2018 gab es 17 Weg-, aber 20 Zuzüge. "Häufig sind es junge Familien, die nach ihrer Ausbildung wieder in die Heimat zurückkehren", freute sich Schießer und legte besonderen Wert auf die Tatsache, dass dieser Zuwachs dem allgemeinen demographischen Trend sinkender Einwohnerzahlen im ländlichem Raum widerspricht. Da sei es von Vorteil, ergänzte die Bürgermeisterin, dass es, zumindest statistisch berechnet, für jeden zweiten Einwohner einen Arbeitsplatz direkt in der Marktgemeinde gibt. Im vergangenen Jahr konnte zudem in Wirmsthal ein freies Baugrundstück an einen Gewerbetreibenden verkauft werden.

Nachfrage nach Kita-Plätzen

Bei Zunahme junger Familien stehen Kindergarten und Schule in vorrangigem Interesse der Bürger. Die Nachfrage nach Kita-Plätzen hält an, informierte Schießer die Versammlungsteilnehmer und verwies auf die Einrichtung einer dritten Gruppe. Auch die Zahl der Schüler an der Einhard-Schule wächst, wobei von den insgesamt 147 Schülern nur 47 aus der Marktgemeinde kommen. Einen Zeitplan zur Sanierung der Schulturnhalle konnte die Bürgermeisterin nicht nennen, da noch keine Zusage der staatlichen Förderung für die auf 2,3 Millionen Euro geschätzte Maßnahme vorliegt. Die Verwaltungsgemeinschaft will ohnehin erst nach Kenntnis der Fördersumme den genauen Sanierungsumfang festlegen.

Investition in Friedhof und Kirche

Sanierungsmaßnahmen wird es 2019 nicht nur in Euerdorf, sondern auch in Wirmsthal geben. Nach dem Erwerb des baufälligen Schaub-Hauses in der Hauptstraße vor wenigen Jahren durch die Marktgemeinde soll dort entsprechend einem mit Architekt Bernd Müller durchgeführten Ideenworkshop nach einem Teilabriss mit finanzieller Unterstützung aus der Städtebauförderung ein zentraler Festplatz gestaltet werden. Die bisher verauslagten Planungs- und Vermessungskosten wurden mit knapp 5600 Euro angegeben.

Investiert wird bald auch in den Wirmsthaler Friedhof und die St.-Johannis-Kirche. Auf dem Friedhofsgelände gibt es etliche freigelassene Grabstellen. Da ohnehin ein allgemeiner Trend zur Urnenbestattung festzustellen ist, soll auf der rechten Friedhofseite, an der überdies die Hecke stellenweise eingegangen ist und deshalb bereits entfernt wurde, Platz für Urnengräber geschaffen werden.

Außen- und Innensanierung

Die für 2019 geplante Außensanierung der Kirche mit Dachsanierung und Austausch oder Renovierung der Fenster sowie die für 2020 angesetzte Innensanierung soll nach Aussage von Franz Gundelach, Mitglied der Kirchenverwaltung, "hoffentlich im Mai beginnen". Die Ausschreibungen seien rausgegangen, der tatsächliche Sanierungsbeginn ist jedoch auch bei schnellem Zuschlag abhängig von freien Kapazitäten der Handwerker. Die Gesamtkosten dieser Renovierung bezifferte Gundelach auf Nachfrage dieser Zeitung mit 500 000 Euro, wovon 220 000 Euro die Marktgemeinde übernimmt, 150 000 Euro die Diözese, 50 000 Euro die Kirchenstiftung und der Restbetrag aus Spenden und Eigenleistung erbracht werden soll.

Wasser sparen!

Mit mahnenden Worten rief Schießer zu sparsamem Wasserverbrauch auf. Als Folge der letztjährigen Dürre sei im März ein erheblich niedrigerer Grundwasserspiegel als zum Vorjahreszeitpunkt gemessen worden. Zwar prüfe die Gemeinde die Wasserentnahme an zusätzlich verfügbaren Quellen, doch werde schon seit Jahren ein stetiges Absinken des Grundwasserspiegels festgestellt.

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