Gädheim
Himmlische Aussichten

In Vertrauen auf die Barmherzigkeit Gottes

Liebe Leserinnen und Leser, kennen Sie Jakob, den Jakob aus der Bibel? Der war ein richtiges Schlitzohr. Den Bruder trickst er aus, den Vater betrügt er wegen des Segens des Erstgeborenen. Er muss - w...
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Günter Schmitt
Günter Schmitt

Liebe Leserinnen und Leser, kennen Sie Jakob, den Jakob aus der Bibel? Der war ein richtiges Schlitzohr. Den Bruder trickst er aus, den Vater betrügt er wegen des Segens des Erstgeborenen. Er muss - wegen seiner Tricksereien - lange Jahre in die Fremde. Dort arbeitet er viele Jahre für die Liebe seines Lebens bei seinem Schwiegervater. Erst im Alter zieht es ihn in die Heimat zurück. Er steht am Ufer des Grenzflusses in die Heimat.

Frauen, Kinder, Gesinde, Hab und Gut hat er schon hinübergeschafft, nur er steht allein am anderen Ufer. Da kommen ihm viele Gedanken, an früher: Was und wer ihn wohl erwartet? Ob der Bruder ihm verziehen hat? Und dann kämpft Jakob die ganze Nacht. Mit sich, seinen Dämonen, seiner Schuld, mit Gott?

Ganz klar wird es ihm erst am Morgen. Der nächtliche Kämpfer kann Jakob nicht niederringen, und Jakob ringt ihm einen Segen ab. Und - so sagt die Bibel - Gott, der nächtliche Kämpfer segnet ihn und schlägt ihm auf die Hüfte, dass er gezeichnet ist von diesem Kampf.

Diese Geschichte ist meine Lebensgeschichte geworden. Immer, wenn ich vor wichtigen Lebensentscheidungen gestanden habe und stehe, kommt mir diese Geschichte in den Sinn. Und jedes Mal lerne ich von ihr.

Manche sehen im Übergang des alten Jahres zum neuen Jahr auch eine solche Situation. Wir lassen Altes zurück, Unvollendetes, Zerbrochenes, aber auch Geglücktes und wir machen uns auf in die Ungewissheit des neuen Jahres. Manche tun das mit großem Getöse, manche begehen den Übergang ganz leise.

Aber uns allen ist eines gewiss. So wie der Jakob bei seinem Übergang und bei allen Lebensirrungen und -wirrungen immer wieder auf Gott gestoßen ist, mit ihm gerungen hat, so ist er auch immer von ihm gesegnet. Egal, wie wir das Jahr 2018 betrachten, ob es für uns groß war oder schwer, ob Trauer, Verzagtheit, Freude oder Dankbarkeit uns bewegen. Wenn wir es genau betrachten, können wir in vielem die herrliche Gnade unseres Gottes entdecken. Und das erhoffen wir auch für 2019. Für den Übergang ins Neue Jahr möchte ich uns allen ein paar Wünsche mitgeben:

Ich wünsche uns, dass wir Stunden und Tage der Fülle und Leere des vergangenen Jahres mit den Augen des Wohlwollens hinter uns lassen können.

Ich wünsche uns, dass wir Gewinn und Opfer dieses vergangenen Jahres mit dankbarem Herzen würdig verabschieden können.

Ich wünsche uns, dass wir die Aufbrüche und Abschiede, Höhepunkte und Niederlagen des vergangenen Jahres mit kindlichem Vertrauen der Barmherzigkeit Gottes überlassen können.

Ich wünsche uns allen den Segen und die Begleitung dieses Gottes auch im kommenden Jahr.

(Günter Schmitt ist Dekanatsreferent.)

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