Ebensfeld

In Unterneuses kann man bauen

Der Gemeinderat Ebensfeld hat mit einem Satzungsbeschluss den Weg frei gemacht für das Baugebiet an der Pferdsfelder Straße. Nach zwölf Jahren ohne Änderung werden die Grabplatzgebühren ab 2020 leicht steigen.
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Auf gute Nachbarschaft: Unterneuses "wächst" Richtung Pferdsfeld. Für das Baugebiet mit Parzellen für vier Einzelwohnhäuser und zwei Doppelhaushälften besteht nach durchlaufenem Verfahren nun Baurecht. Foto: Mario Deller
Auf gute Nachbarschaft: Unterneuses "wächst" Richtung Pferdsfeld. Für das Baugebiet mit Parzellen für vier Einzelwohnhäuser und zwei Doppelhaushälften besteht nach durchlaufenem Verfahren nun Baurecht. Foto: Mario Deller

Das 400-Seelen-Dorf Unterneuses, das es 2012 beim Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" bis zum Landesentscheid schaffte, wird wieder ein Stück wachsen. Bei der Gemeinderatssitzung wurde die letzte bürokratische Hürde zur Schaffung des Baurechts genommen. Und somit tritt der Bebauungsplan "Unterneuses Ost V" in Kraft.

Zuvor hatte sich das Gremium mit den eingegangenen Stellungnahmen auseinandergesetzt, die während der öffentlichen Auslegung des Bebauungsplans eingegangen sind, und diese in der Neufassung berücksichtigt. Das Baugebiet am Ortsrand von Unterneuses in Richtung Pferdsfeld wird über die Pferdsfelder Straße erschlossen und wird ein allgemeines Wohngebiet sein, in dem laut Plan vier Einzelwohnhäuser und zwei Doppelhaushälften gebaut werden können.

Noch nicht abgeschlossen ist hingegen der Bebauungs- und Grünordnungsplan "Geyersberg" zur Realisierung von zehn Bauplätzen auf einem derzeit noch landwirtschaftlich genutzten Areal in Döringstadt. Hier wird das Bauleitverfahren im beschleunigten Verfahren umgesetzt. In seiner Sitzung befasste sich das Gremium mit den Stellungnahmen im Zuge der in diesem Falle nicht zwingend notwendig gewesenen, aber vom Landratsamt empfohlenen frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung. Der Umgang mit Oberflächenwasser, der beabsichtigte Erhalt einer dort befindlichen Streuobstwiese, das zu schaffende Telekommunikationsnetz - diese und viele weitere Punkte waren von den Behörden thematisiert worden. Der Gemeinderat arbeitete diese Aspekte mittels Teilbeschlüssen so in die Planung ein, wie es das Gremium für sinnvoll erachtet. Damit solle den Stellungnahmen ausreichend Rechnung getragen werden, hieß es. Von privater Seite gab es übrigens keine Einlassung.

Abschließend billigte das Gremium einstimmig den geänderten Bebauungsplanentwurf für Döringstadt. Auf dem weiteren bürokratischen Weg erfolgt nun die erneute öffentliche Auslegung. Behörden, Institutionen und Privatleute können sich dann wiederum dazu äußern.

Wie in einer Reihe anderer Kommunen des Landkreises bereits geschehen, plant nun auch der Markt Ebensfeld die Erstellung eines integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts. Das ISEK, wie es kurz genannt wird, stellt ein fachliches Planungskonzept dar, welches die langfristige Entwicklung der Kommune im Blick hat. Es umfasst neben einer Analyse der Stärken und Schwächen der Kommune die Erarbeitung städtebaulicher Leitvorstellungen, Handlungsschwerpunkte und Ziele, die für künftige Maßnahmen und Projekte eine Rahmenfunktion einnehmen.

Konkretisiert wird das Ganze Zug um Zug, hier handelt es sich zunächst um einen ersten Grundsatzbeschluss, quasi den Startschuss. Bezüglich der Kosten von 50 000 bis 60 000 Euro ist eine Förderung von 80 Prozent zu erwarten. Nach erfolgtem positivem Beschluss des Gremiums werden jetzt im Herbst Honorarangebote eingeholt und die Förderung beantragt. Die Vergabe an ein Planungsbüro erfolgt - so der Zeitplan - frühestens im Dezember oder Januar. Die bereits stattgefundene Voruntersuchung im Ortskern Ebensfeld wird übrigens Bestandteil des ISEK sein, hieß es weiter.

Der Friedhofsunterhalt mit Bereitstellung von Grabplätzen, Pflege und allem, was sonst noch dazu gehört, ist nicht umsonst zu bewerkstelligen. Ein hundertprozentiges Umlegen der jährlich eintretenden Kosten auf die Grabplatzgebühren würde allerdings zu einem exorbitanten Anstieg derselben führen und ist den Angehörigen der Verstorbenen nach Ansicht der Gemeinderatsmitglieder nicht zuzumuten. Nachdem die Grabplatzgebühren seit nunmehr zwölf Jahren konstant blieben - nur hinsichtlich der Dauer der Nutzungszeiten wurden Änderungen vorgenommen - sah sich das Gremium nun aber dennoch veranlasst, zu Beginn des nächsten Kalkulationszeitraums 2020 die Gebühren maßvoll entsprechend zu erhöhen, "nach oben anzupassen" (siehe Infokasten).

Unter dem Punkt "Sonstiges" kam auch der Öffentliche Personennahverkehr zur Sprache. Otto Weidner (Grüne) fand, die jüngst geschaffene Neuorganisation des ÖPNV-Angebots im Landkreis sei eine "gute Geschichte", zumal durch die Linien 1251 und 1252 auch der Raum Ebensfeld profitiere. Schon bisher verbanden diese Linien die Ebensfelder Ortsteile mit dem Hauptort. Per Ruftaxi ist dies künftig auch an Ferientagen und am Wochenende möglich. Nun bleibe zu hoffen, dass das Busangebot auch von der Bevölkerung genutzt wird, sagte Weidner. Kurt Hammer (SPD), der als Seniorenbeauftragter der Marktgemeinde fungiert, hatte in dieser Funktion allerdings einen Kritikpunkt: "Die Fahrplanbroschüren sind viel zu klein geschrieben, gerade ältere Busnutzer tun sich da sehr schwer."

In Sachen Datenschutz sei der Markt Ebensfeld nun gut aufgestellt, betonte Bürgermeister Bernhard Storath weiter. Die Verwaltung des Marktes sei nach eineinhalbjähriger Vorarbeit nun erfolgreich nach ISIS 12 zertifiziert worden, das Gütesiegel gelte drei Jahre lang inklusive zweier Überwachungsaudits, von denen das erste im Juli kommenden Jahres anstehe.

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