Tettau
Bürgerversammlung

In Tettau steigt die Einwohnerzahl erstmals nach langer Zeit wieder leicht an

Der Markt Tettau konnte erstmals nach Jahren wieder an Einwohnern zulegen. "Es ist ein leichter Aufwärtstrend erkennbar", sagte Bürgermeister Peter Ebertsch (BfT) bei der Bürgerversammlung in der Turn...
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Der Markt Tettau konnte erstmals nach Jahren wieder an Einwohnern zulegen. "Es ist ein leichter Aufwärtstrend erkennbar", sagte Bürgermeister Peter Ebertsch (BfT) bei der Bürgerversammlung in der Turn- und Festhalle. Aktuell leben in Tettau und seinen Ortsteilen 2237 Bürgerinnen und Bürger. Erfreulicherweise werde die "Schere" zwischen den 23 Sterbefällen und den 16 Geburten wieder enger. Dieses Minus konnte durch mehr Zuzüge (134) gegenüber den Wegzügen von 105 ausgeglichen werden.

Von den guten Gewerbesteuereinnahmen von knapp 2,2 Millionen Euro müssten rund 500 000 Euro wieder abgeführt werden, sagte Ebertsch. An Grundsteuern sind 350 000 Euro von den Bürgern eingegangen. Trotz aller Sparbemühungen sei der Schuldenstand wieder um 700 000 Euro gestiegen, die Pro-Kopf-Verschuldung liege damit bei rund 2500 Euro. Insgesamt sei man aber viele Maßnahmen angegangen, habe entsprechend investiert und könne für die Neuverschuldung auch eine entsprechende Gegenleistung vorweisen.

Besonders stolz ist der Bürgermeister auf die vielen freiwillige Leistungen für Vereine und Organisationen, die es in dieser Form in anderen Gemeinden schon lange nicht mehr gibt. So erwähnte er das "Begrüßungsgeld" für Neugeborene in Höhe von 200 Euro und die ersten vier Monate kostenlosen Kindergartenbesuch. Neu sei seit vergangenem Jahr ein weiterer Gutschein in Höhe von 50 Euro. Mit dieser Leistung sei man absoluter Spitzenreiter in der Region.

Als weiteren wichtigen Faktor nannte der Bürgermeister die Verkehrsverbindungen. Dabei soll die Engstelle im Sattelgrund beseitigt werden, schon länger seien die Gebäude im Eigentum des Freistaat Bayern. Jetzt im Frühjahr soll der Abriss erfolgen.

Der Bürgermeister bezeichnete die Senkung des Gewerbesteuerhebesatzes als richtiges Zeichen. Die örtlichen Unternehmen hätten gewaltig investiert, sichern sich damit langfristig den Erfolg und auch die rund 2500 Arbeitsplatze in Tettau. Mit dem Städtebaukonzept stelle man die Weichen für eine gute Zukunft. Es entstünden attraktive Wohnungen, darüber hinaus sei man mit einer hervorragenden ärztlichen Versorgung für die Zukunft gut gerüstet.

Ebertsch hofft auf Förderung

Für das Areal der königlich privilegierten Porzellanfabrik werde derzeit ein Rahmenplan erarbeitet. Gerne würde man auch die in die Jahre gekommene Turn- und Festhalle sanieren. Für das 1957 erbaute Gebäude habe man Fördermittel über ein Sonderprogramm beim Bundesinnenministerium in Berlin beantragt und man sei guter Hoffnung, dass man diesmal in den Genuss einer hohen Förderung kommt.

Roland Weigelt aus Langenau plädierte für eine Geschwindigkeitsbeschränkung im Sattelgrundweg. Dort gebe es enge und unübersichtliche Stellen, weshalb die Schulkinder besonders gefährdet sind. Er verwies weiter darauf, dass im Falle des geplanten Straßenausbaus nicht an allen Straßen gleichzeitig gearbeitet wird, um den Bürgern lange Umwege zu ersparen. "Es darf nicht erst etwas passieren", sagte der Bürgermeister und sprach sich für Tempo 30 in Langenau, aber auch in Tettau im Bereich des Rathauses aus.

Johannes Güntsch bemängelte unter anderem den Zustand des Schwimmbades Tettau. Er hinterfragte, ob man dort nicht lieber schließen sollte und die neue Anlage in Steinbach am Wald nutzen sollte. Es werde nicht vergleichbar mit Steinbach sein, wo viel Geld investiert wurde, sagte der Bürgermeister. Gleichzeitig sei man bemüht, das in den letzten Jahren stiefmütterlich behandelte Bad mit möglichst geringem Aufwand zu erhalten. Man sollte, wie von der Regierung von Oberfranken gewünscht, in Regionen denken und sich die Anlagen aufteilen, deshalb sei die Sanierung der Turn- und Festhalle auch wichtiger.

Frank Hammerschmidt bezeichnete es als Hemmnis für die Firmen, wenn entsprechender Wohnraum fehle, dies gerade im Hinblick auf den Hochschulboom in Kronach. Dies sei bekannt, sagte der Bürgermeister, die Gemeinde habe ihre Hausaufgaben gemacht und die Industrie sei herzlich eingeladen, mitzuwirken. Früher stellten die Betriebe auch entsprechende Werkswohnungen zur Verfügung, sagte Ebertsch.

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