Kronach

In Kronach wird schnell geladen

Kronachs Grüne zeigen sich begeistert von einer komfortable Ladestation, die an der Europabrücke geschaffen wurde. Sie hatten vor drei Jahren im Kreistag einen entsprechenden Antrag gestellt. Die Stromzapfsäule funktioniert mit dem deutschen und dem französischen Ladesystem.
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Ein Pkw mit Elektroantrieb wird an einer Stromtankstelle geladen. Foto: Andreas Arnold/dpa
Ein Pkw mit Elektroantrieb wird an einer Stromtankstelle geladen. Foto: Andreas Arnold/dpa
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Auf dem Rosenauparkplatz an der Europabrücke wurde jetzt eine hochmoderne Elektro-Ladesäule installiert, die sowohl für die zeitaufwändigeren französischen Ladesysteme, aber auch für das viel schnellere deutsche System funktioniert. Nutzer aus der Region zeigten sich gleich zum Start begeistert von dieser über den Landkreis Kronach geschaffenen zukunftsweisenden Innovation.

Vor mehr als drei Jahren hatten die Grünen-Kreisräte Edith Memmel und Matthias Rudolph im Kreistag den Antrag gestellt, Ladesäulen für Elektrofahrzeuge im Landkreis Kronach zu installieren, und auf Förderprogramme verwiesen. "Jetzt ist die Ladesäule in der Stadt Kronach installiert", ist die Grünen-Kreisvorsitzende Edith Memmel begeistert. Gerade im Landkreis Kronach gebe es viele wichtige Automobilzulieferer wie Valeo und Dr. Schneider mit Entwicklungen für selbstfahrende Fahrzeuge. Da müssten auch die politisch Verantwortlichen an die Zukunft denken. Ohne Elektro-Tankstellen und schnelle Lademöglichkeiten bliebe ausgerechnet diese in der Automobilindustrie so wichtige Region ein schwarzer Fleck.

Völlig glücklich sind die Grünen nicht, sie hätten am liebsten einen Versorger mit grüner Energie. Vergeben wurde der Auftrag an Eon, wo sie nicht sicher sein könnten, ob dies gewährleistet ist. Dafür aber verwirklichte der Energieversorger eine hervorragende Lademöglichkeit mit beiden Ladesystemen. "Es ist wohl bislang die einzige kommunale Ladesäule mit dieser herausragenden Qualität in ganz Oberfranken", freute sich Klaus Knorr (Mainleus), der sich neben seinem Engagement bei den Grünen auch in der Bewegung "Transition Kulmbacher Land" für einen Wandel oder Übergang hin zu einer ökologischen, nachhaltigen und regionalen Lebensweise einsetzt.

Das Energienetz hat Wechselspannung. Die Batterie benötigt aber in jedem E-Auto Gleichspannung. Deutsche Autohersteller nutzen vor dem Ladevorgang in Gleichspannung umgewandelten Strom, die französischen Modelle hingegen wandeln den Wechselstrom in jedem einzelnen Fahrzeug in Gleichstrom um.

Knorr sieht die deutsche Lösung als insgesamt ökologischer und wirtschaftlicher. In den deutschen E-Autos wird erheblich Gewicht und Ressourcen eingespart, weil nicht in jedem Fahrzeug ein schweres Ladegerät eingebaut werden muss.

"So eine Säule ist natürlich erheblich teurer als eine bloße AC-Säule." Mit dem "DC"-Stecker könnten in einer Stunde locker vier Fahrzeuge voll aufgeladen werden, mit dem "AC"-Stecker ein Fahrzeug in vier Stunden.

Wichtig für Auswärtige

"Dieser Stecker passt auch in mein deutsches Fahrzeug", erklärt Knorr. AC bedeutet Wechselstrom, DC Gleichstrom. Jemand, der nach Kronach will, kann hier an dieser Ladesäule in kurzer Zeit auftanken, während er seinen Termin erledigt oder eine kleine Pause macht. "Ein Kronacher braucht dies nicht. Er hat seine Ladesäule quasi zu Hause in seiner Garage. Jeder, der nach Kronach fährt, ist auf diese Lademöglichkeit angewiesen." Der Landkreis sorgt hier für einen Lückenschluss.

"Hier in Kronach wurde die beste Lademöglichkeit geschaffen", begeisterte sich Edith Memmel. Gleichzeitig könnten ein Fahrzeug im Gleichstrom und eines mit Wechselstrom laden. "Jede Ladesäule, die den schnellen Gleichstromanschluss nicht hat, ist eine Benachteiligung der deutschen Autowirtschaft", betonte Klaus Knorr. Auch die meisten japanischen E-Autos hätten den deutschen Anschluss, erläuterte Klaus Knorr.

"CHAdeMO" ist der Handelsname dieser markenübergreifenden elektrischen Schnittstelle für Elektroautos, die auch in Japan entwickelt wurde. Die Japaner schufen dafür den Namen, der "Wie wär`s mit einer Tasse Tee" bedeutet. So soll auf den schnellen Ladevorgang hingewiesen werden. Mittlerweile gebe es auch schnellere Lademöglichkeiten. Mit den 50 Kilowatt sei dies ein Einstieg.

Der Ökoenergie-Begeisterte Knorr hat mit seinem neuen E-Fahrzeug gleich eine Fahrt nach London gemacht. Er wollte einfach für sich die vielen Skeptiker widerlegen. Überall brauchte er 20 Minuten Ladezeit, insgesamt eine Stunde Pause bis London. "Wer fährt denn diese Strecke durch?"

In Lichtenfels gibt es Ladestationen am Rathaus, bei den Stadtwerken und am Landratsamt, freute sich Siegbert Koch, stellvertretender Fraktionssprecher der Grünen im Lichtenfelser Stadtrat. In nächster Zeit würden es mehr. Wichtig sind Koch die vielen Lademöglichkeiten für E-Bikes. "Wir sind dabei,es läuft sehr gut", freut er sich über die Offenheit im Landkreis Lichtenfels zur E-Mobilität. Stadt und Landkreis Lichtenfels arbeiteten hier sehr gut zusammen, so Koch. rg



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