Hirschaid

In Indien sind Kirchen voll

Bischof Lumen Monteiro machte bei seinem Besuch in Sassanfahrt die Unterschiede zwischen Deutschland und seiner Diözese Agartala deutlich.
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Bischof Lumen Monteiro (am Altar) mit Pfarrer Robert Mayr in der Sassanfahrter Pfarrkirche Foto: Andrea Spörlein
Bischof Lumen Monteiro (am Altar) mit Pfarrer Robert Mayr in der Sassanfahrter Pfarrkirche Foto: Andrea Spörlein

Nordostindien ist in diesem Jahr die Schwerpunktregion bei missio, dem internationalen katholischen Missionswerk. Verschiedene Projektpartner aus Nordostindien sind drei Wochen lang zu Gast in deutschen Diözesen und berichten über ihre Arbeit und ihre Projekte vor Ort.

Geprägt ist die Region Nordostindien von einer ethnischen, sozialen und religiösen Vielfalt und vom Tee-Anbau, der Brandrodung und dem Raubbau von Kohle. Separatistische Auseinandersetzungen sorgen immer wieder für Unruhen, und insbesondere in den abgelegenen Bergregionen herrscht große Armut. Die rund 46 Millionen Einwohner sind überwiegend Hindus, unter den 17 Prozent Christen bilden "Tribals" die Mehrheit.

Bischof Lumen Monteiro, Ordenspriester und 1996 zum ersten Bischof der dortigen neu gegründeten Diözese Agartala ernannt, besuchte Sassanfahrt. Er feierte zusammen mit Pfarrer Robert Mayr Gottesdienst in der Pfarrkirche und berichtete über seine Diözese und sein Wirken als Vorsitzender der Caritas Indien. Der Bischof dankte den Gläubigen für ihre Unterstützung der jungen Kirche in Indien. Der Geistliche sprach von den prächtigen Kirchen, die er in Deutschland besucht hat und wunderte sich über die wenigen Gottesdienstbesucher. Bei ihm sei es eher umgekehrt, da seien die Kirchen eher bescheiden, wenn sie überhaupt vorhanden sind, dafür könne er sich über eine stetig wachsende Gemeinde freuen.

Die Diözese Agartala untergliedert sich in 20 Pfarreien mit sieben Missionsstationen, 116 Erziehungseinrichtungen und 52 sozialen Einrichtungen. Zu den kirchlichen Institutionen gehört auch "JUST Agartala" (Bengali: Jana Unnayan Samiti Tripura, "Entwicklung für Menschen"), die soziale Organisation für benachteiligte Menschen. Außerdem sind in der Diözese fünf Diözesanpriester, 66 Ordenspriester, sieben Seminaristen, 122 Ordensmänner und 174 Ordensfrauen aktiv.

Lorenz Hopfenmüller gewürdigt

Mit seinem Besuch in Sassanfahrt würdigte Bischof Lumen die Missionsarbeit Lorenz Hopfenmüllers (1844-1890), der von 1882 bis 1887 als Pfarrer von Seußling wirkte und damit für Sassanfahrt zuständig war. Dieser gehörte vor 130 Jahren zu den ersten Missionaren in Nordostindien. Heute sind es indische Geistliche und Ordensleute, die auch in der Erzdiözese Bamberg unersetzbare Arbeit in der Seelsorge und in der Alten- und Krankenpflege leisten. Einige der Gottesdienstbesucher erinnerte der Bischof mit seiner freundlichen und offenen Art an Pater Maria, der lange Jahre als Seelsorger nicht nur in Sassanfahrt sehr geschätzt wurde. Im Anschluss gab es einen Kurzfilm über die Diözese Agartala.

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