Herzogenaurach

In Endauswahl um Deutschen Schulpreis

Der 15. und 16. Februar ist im Kalender der Liebfrauenhausschule in Herzogenaurach mit roter Farbe markiert. Eine Jury aus Experten und Bildungswissenschaftlern wird an diesen beid...
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Schulversammlung gehört in der Liebfrauenhausschule zum festen Programm. Foto: Archiv
Die Schulversammlung gehört in der Liebfrauenhausschule zum festen Programm. Foto: Archiv
Der 15. und 16. Februar ist im Kalender der Liebfrauenhausschule in Herzogenaurach mit roter Farbe markiert. Eine Jury aus Experten und Bildungswissenschaftlern wird an diesen beiden Tagen Schüler und Lehrer der privaten Grund- und Mittelschule besuchen, viele Beteiligte interviewen und die Qualität des Schulalltages begutachten. Neben der Wissensvermittlung stehen dabei das soziale Engagement sowie eine aktive Schulgemeinschaft im Fokus.
Die Liebfrauenhausschule hat sich um den Deutschen Schulpreis beworben, der seit 2006 von der Robert Bosch Stiftung gemeinsam mit der Heidehof Stiftung vergeben wird. Kurz vor Weihnachten nun erhielt Schulleiter Michael Richter den Anruf, dass es seine Schule unter die letzten siebzehn Bildungseinrichtungen deutschlandweit geschafft hat. Liest man die Liste durch (drei deutsche Schulen im Ausland werden noch nominiert), sticht heraus, dass die Liebfrauenhausschule als einzige Schule das Bundesland Bayern vertritt.
Die Grund- und Mittelschule am Liebfrauenhaus hat sich konzeptionell in Richtung eines ganzheitlichen Lernkonzepts weiterentwickelt: Lernen, Wissen zu erwerben; Lernen, gemeinsam zu leben und Lernen zu handeln sind die Säulen des Schulalltages. Genau darauf zielt der Wettbewerb um den Deutschen Schulalltag ab: über die bloße Wissensvermittlung hinaus gilt es, die individuellen, sozialen und schöpferischen Fähigkeiten bei Kindern und Jugendlichen auszubilden.
Die rund 350 Schülerinnen und Schüler im Liebfrauenhaus eignen sich neues Wissen auf vielfältige Weise an: So behandeln sie Themen aus dem Lehrplan in der Wochenplanarbeit, erarbeiten sich neue Inhalte in der Lernwerkstatt oder auch mittels Projekten. Diese neuen Kenntnisse setzen die Kinder und Jugendlichen gemäß ihren Neigungen in sogenannten Kompetenzkursen in die Praxis um und engagieren sich für eine solidarische Schulgemeinschaft, etwa als Schülerlotse oder Streitschlichter.
In den regelmäßigen Schulversammlungen, Klassenzeiten oder auch in klassenübergreifenden Projekttagen trainieren die Schüler ihre sozialen Fähigkeiten, die einer gelingenden Inklusionsarbeit an der Schule zugute kommen. Ziel der Schule ist ein pädagogisch herausragendes Schulprofil, dass geprägt ist von einem guten Schulklima, einem Gefühl der Zugehörigkeit und gegenseitigem Vertrauen.
Die Konzeption und die Arbeit an der Liebfrauenhausschule überzeugten in der Vorauswahl, so dass die Schule aus Herzogenaurach nun in der engen Auswahl um den Deutschen Schulpreis steht.
Anfang April nominiert das Expertenteam nach ihren Besuchen die Schulen, die am 8. Juni zur Preisverleihung nach Berlin mit Außenminister Frank-Walter Steinmeier eingeladen werden. Der Gewinner des Deutschen Schulpreises erhält 100 000 Euro. Damit ist der Deutsche Schulpreis der höchst dotierte Bildungswettbewerb in Deutschland. red
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren