Laden...
Forchheim

In die Sonne statt ins Museum

Der Internationale Tag des Museums erwies sich in der Forchheimer Kaiserpfalz nicht als der erhoffte Publikumsmagnet.
Artikel drucken Artikel einbetten
Im Erlebnismuseum Rote Mauer wartete die Soldaten aus dem Mittelalter vergeblich auf Besucher.  Foto: Josef Hofbauer
Im Erlebnismuseum Rote Mauer wartete die Soldaten aus dem Mittelalter vergeblich auf Besucher. Foto: Josef Hofbauer

Josef Hofbauer An den Sicherheitsvorkehrungen, die von den Mitarbeitern der Forchheimer Kaiserpfalz anlässlich des internationalen Museumstages getroffen wurde, lag es nicht, dass der Besuch deutlich hinter den Erwartungen zurückblieb. Bis 14 Uhr, zur Halbzeit, hatten gerade mal sechs Erwachsene und drei Kinder der Forchheimer Stadtgeschichte nachgespürt.

Dabei war am Eingang eine Station mit Desinfektionsmittel aufgestellt worden, am Boden waren Markierungen angebracht, damit die Abstandsregelung eingehalten werden konnte und die Kopfhörer an den Audio-Stationen im ersten und zweiten Stock waren zusammengebunden.

Ein Weiterreichen von Besucher zu Besucher wäre so nicht möglich gewesen.

Sonne statt Kanonen

Statt im "Erlebnismuseum Rote Mauer" dem Kanonendonner der Schweden zu lauschen und mitzuerleben, wie das Hochstift Bamberg sowie seine Grenzfeste Forchheim anno 1634 im Würgegriff des 30-jährigen Krieges liegen, zogen es die Forchheimer vor, im Freien die Sonne zu genießen oder eine Radtour zu unternehmen.

"Es muss sich erst wieder herumsprechen, dass unser Museum geöffnet hat und die Besucher am Originalschauplatz im Erlebnismuseum Rote Mauer miterleben können, wie sich ein Soldat während der Belagerung fühlte und was die einfachen Bürger erlebten", erklärt eine Mitarbeiterin des Museums. In einer dramatischen Inszenierung hören die Besucher den Kanonendonner grollen, erleben den "Kriegsalltag" von einst hautnah. Erklärt wird hier auch wie die Festung in Forchheim funktionierte, wo es welche Brunnen gab und was es mit dem Begriff "Doppelgeschossigkeit" auf sich hat.

Einzigartige Malerei

Im Parterre der Kaiserpfalz beeindrucken die einzigartigen und historisch bedeutsamen Wandmalereien des Bamberger Hofmalers Jakob Ziegler und machen die Kaiserpfalz zu einem Denkmal von nationaler Bedeutung. Seit 1911 ist hier das Pfalzmuseum untergebracht. Seit 2004 beherbergt die Kaiserpfalz weitere Museen, wie das Trachtenmuseum im zweiten Obergeschoß.

Ein "unterhaltsamer Spaziergang" durch die Stadtgeschichte bringt dem Besucher die Geschichte der Stadt nahe. Dabei werden acht für Forchheim wesentliche Aspekte herausgegriffen. Themenschwerpunkten bilden Kirche und Stadt, der Bauernkrieg, die Festung Forchheim, das Handwerk in der Stadt und die Industrialisierung von Forchheim. Auch die Bereiche Nationalsozialismus, Flucht und Vertreibung sowie die Nachkriegszeit werden hier aufgearbeitet. Auch Georg Mayer-Franken, ein bildender Künstler und Sohn der Stadt wird entsprechend gewürdigt.

2008 wurde das Zweigmuseum Forchheim der archäologischen Staatssammlung in der Kaiserpfalz eröffnet. Anhand von Funden erhalten die Besucher hier einen Überblick über die frühe Geschichte der Region bis an die Schwelle zur Neuzeit.