Lichtenfels
Ferienprogramm 

In die Rolle des Patienten geschlüpft

14 Jungen und Mädchen blickten im Helmut-G.-Walther-Klinikum auch hinter die Kulissen.
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Patienten, die nach einem Unfall oder einer OP noch nicht wieder selbstständig gehen können, hilft die Kniebewegungsmotorschiene, den Muskelapparat wieder aufzubauen, erklärt Physiotherapeutin Simone Dückerhoff. Der elfjährige Jannick mimt den "Verletzten". Foto: Mario Deller
Patienten, die nach einem Unfall oder einer OP noch nicht wieder selbstständig gehen können, hilft die Kniebewegungsmotorschiene, den Muskelapparat wieder aufzubauen, erklärt Physiotherapeutin Simone Dückerhoff. Der elfjährige Jannick mimt den "Verletzten". Foto: Mario Deller
"Achtung, bitte Platz machen", ruft freundlich, aber bestimmt ein Krankenpfleger, der mit einem Patienten im Bett um die Kurve fährt. Beim Kinderbesuchstag im Lichtenfelser Klinikum als Bestandteil des Ferienprogramms der Kommunalen Jugendarbeit wurde den 14 Jungen und Mädchen schnell klar, dass das Wohl der Patienten stets Vorfahrt hat.
Und so ist es für die Kinder hochinteressant, einmal einen Blick hinter die Kulissen verschiedener Krankenhausbereiche und in einen Rettungswagen werfen. "Dieses Gerät hier kann im Ernstfall Leben retten", erklärt Notfallsanitäterin Bianca Külkens den Kindern die Funktionsweise des Defibrillators. Ein wenig futuristisch wirkt der sogenannte Schlingentisch. Nachdem Physiotherapeutin Simone Dückerhoff erklärt hat, was es damit auf sich hat, ist die Scheu schnell überwunden - und die zehnjährige Sarah aus Hochstadt lässt sich spaßeshalber "aufhängen". "Das alles dient dazu, damit Patienten nach einer Verletzung wieder mobiler werden", so Dückerhoff, die den jungen Zuhörern auch Bewegungsbad und Knie-Motorbewegungsschiene zeigt.
Den Technikbegeisterten unter den Kindern gefällt besonders der Besuch der Laborabteilung. Für Diagnosen ist die Blutentnahme oft unerlässlich. "Hier werden die verschiedenen Blutbestandteile mittels technischer Hilfe voneinander getrennt", lässt Kerstin Weis wissen. Kurze Zeit später öffnet sie die Klappe des großen klinischen Chemiegeräts.


Blick durchs Mikroskop

Neugierig betrachten die Kinder das Innenleben der Maschine, die Blutproben analysiert. Technik hin oder her - das geschulte Auge der medizinisch-technischen Assistentin bleibt auch im 21. Jahrhundert unverzichtbar. So dürfen die Kinder zusammen mit der Klinikmitarbeiterin einen Blick durchs Mikroskop werfen, unter dem rote und weiße Blutkörperchen sowie Blutplättchen sichtbar werden.
Niemand geht gerne als Patient ins Krankenhaus - mit einer Ausnahme: Auf der Neugeborenenstation präsentiert freudestrahlend eine Mutter den Kindern - aus Infektionsschutzgründen durch eine Glastür - ihre kleine Tochter. Jährlich rund 500 Neugeborene tun hier ihren ersten Schrei, ergänzt Renate Kirschbaum.
Der Kinderbesuchstag vermittelt den Jungen und Mädchen einen lebendigen Eindruck, wie vielfältig sich die Arbeit im Krankenhaus gestaltet. "Rund 26 000 Akten stationär oder ambulant behandelter Patienten kommen pro Jahr zusammen", erklärt Archivleiter Ambros Wendler. Die nicht minder wichtige Arbeit des Kantinenpersonals, die Korrespondenz mit Hausärzten und vieles mehr - den Kindern wird vor Augen geführt, wie viele Rädchen da ineinandergreifen.
Nach der eineinhalbstündigen Führung mit allerhand Eindrücken lassen sich die Kinder im Konferenzraum des Klinikums schließlich ein spendiertes Eis schmecken und das Erlebte mit Renate Kirschbaum und Pflegedienstleiterin Anja Schönheit-Müller noch einmal Revue passieren. Die Kinder dürfen sich über eine Präsenttasche mit Kühlkissen, Gummibärchen und weiteren Utensilien sowie ein ausgedrucktes Gruppenfoto freuen.

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