Altenkunstadt
altenkunstadt.inFranken.de  Ein Informationstag der Kathi-Baur-Kindertagesstätte beschäftigte sich mit Bienen.

In der Wunderwelt der Waben

"Wer von euch ist denn schon mal von einer Biene gestochen worden?", möchte Harald Fiedler von den Kindern wissen. Die Mädchen und Jungs überlegen kurz, dann schnellen einige Hände in die Höhe. Bei ei...
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Während Max in einen Schutzanzug schlüpft, schauen Lio und Anja sich kunstvolle Waben an. In die Welt der Bienen "entführte" Harald Fiedler aus Rothwind (hinten links) die Mädchen und Jungs der Kathi-Baur-Kindertagesstätte. Erzieherin Petra Sterzer (rechts), die Tochter des Imkers, hatte die Informationsveranstaltung organisiert.  Foto: Bernd Kleinert
Während Max in einen Schutzanzug schlüpft, schauen Lio und Anja sich kunstvolle Waben an. In die Welt der Bienen "entführte" Harald Fiedler aus Rothwind (hinten links) die Mädchen und Jungs der Kathi-Baur-Kindertagesstätte. Erzieherin Petra Sterzer (rechts), die Tochter des Imkers, hatte die Informationsveranstaltung organisiert. Foto: Bernd Kleinert

"Wer von euch ist denn schon mal von einer Biene gestochen worden?", möchte Harald Fiedler von den Kindern wissen. Die Mädchen und Jungs überlegen kurz, dann schnellen einige Hände in die Höhe. Bei einem Informationstag der Kathi-Baur-Kindertagesstätte Altenkunstadt stellte der Imker aus Rothwind das stachelige Insekt vor, das für die Natur und damit für den Menschen von großer Bedeutung ist.

Spätestens seit dem Volksbegehren "Rettet die Bienen!" ist der Artenschutz für Insekten in aller Munde. Auch in der Kathi-Baur-Kindertagesstätte war man diesbezüglich nicht untätig. "Wir haben ein Insektenhotel gebaut und im Umfeld unserer Kita eine Blumenwiese angelegt", erzählt Leiterin Claudia Spieler. "Denn Bienen brauchen Blumen", wissen Luca, Emily und Adrian.

Wann das Bienenjahr beginnt

Von Harald Fiedler bekommen Kinder und Erzieherinnen Informationen aus erster Hand. "Das Bienenjahr beginnt, wenn bei uns alle Blüten weg sind und das Bienenvolk erste Vorbereitungen für den Winter trifft", erklärt der Imker, der jede Menge Anschauungsmaterial mitgebracht hat. Vom Frühjahr bis zum Herbst sammeln die Insekten Blütenpollen als Nahrung für junge Bienen. Mithilfe ihrer Wachsdrüsen bauen sie Waben, die als Wohnung dienen. Ist von Bienen die Rede, denkt man unwillkürlich an süßen Honig. "Beim Flug von Blüte zu Blüte sammeln die Bienen auch Nektar. Dieser wird eingedickt und mit körpereigenen Stoffen angereichert, bis schließlich Honig daraus geworden ist", erläutert Fiedler. Drei unterschiedliche Bienenarten leben in einem Stock. "Es gibt dort zwischen 60 000 und 80 000 Arbeitsbienen, aber nur eine einzige Königin. Sie ist die Chefin des Bienenvolks", berichtet der Imker.

Arbeitsbienen sind wie die Königin Weibchen. Wie der Name schon zum Ausdruck bringt, verrichten sie sämtliche Arbeiten. In ihrem kurzen Leben, das im Durchschnitt nur etwa 50 bis 60 Tage dauert, üben Arbeitsbienen verschiedene "Berufe" aus: Als "Reinemach-Frauen" putzen sie die Zellen und halten den Stock sauber, bevor sie Ammenbienen werden und die junge Brut füttern. Als Wachsfabrikantinnen schwitzen Arbeitsbienen Wachs aus, mit dem sie die kunstvollen Waben bauen. Nach drei Wochen "Innendienst" übernehmen sie Polizeiaufgaben und bewachen das Flugloch. Als Flugbienen schaffen sie Wasser, Blütenstaub und Nektar herbei, und zuletzt werden sie auch noch Wehrbienen, die den Stock verteidigen.

Wesentlich einfacher hat es da die Königin. Sie kann fünf bis sechs Jahre alt werden und ist für den Fortbestand und die Verjüngung des Bienenvolks verantwortlich. "Eine Königin hat in den Sommermonaten gleich mehrere Männer, die man Drohnen nennt", erzählt Fiedler. Ihre einzige Aufgabe ist die Befruchtung der Königin, die täglich bis zu 2000 Eier legen kann. Das ist ein Mehrfaches ihres Körpergewichts. Ermöglicht wird diese Leistung durch ein besonders hochwertiges Spezialfutter, das "Gelée royale". "Bienen sind im Allgemeinen nicht angriffslustig. Sie stechen in der Regel nur, wenn man sie ärgert oder wenn sie glauben, sich verteidigen zu müssen. Denn sie wissen auch, dass sie nach einem Stich sterben müssen", betont der Imker.

Bienen wollen lediglich Nektar sammeln. "Wenn ihr also im Freien ein Stück Kuchen esst und es finden sich stachelige Insekten ein, dann sind das meist keine Bienen, sondern Wespen", so der Redner. Wie ein richtiger Imker fühlt sich der kleine Max, als er in einen Schutzanzug schlüpft. "Für Allergiker unter den Imkern ist er unersetzlich", sagt Fiedler. Die Kinder betrachten aus Bienenwachs kreierte, wundervoll duftende Kerzen und testen den Geschmack von Honigbonbons. Der Imker demonstriert, wie mit einem Wachsdeckel verschlossene Waben entdeckelt werden, und der reife Honig zum Vorschein kommt. Claudia Spieler dankte Harald Fiedler für den Ausflug in die Welt der Bienen. bkl

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