Weilersbach

In der Werkstatt wird gefeiert

Die Werkstatt in Weilersbach blickt auf eine 25-jährige Geschichte zurück. Am Jubiläumstag wurde nicht nur gefeiert; die Mitarbeiter demonstrierten auch die Leistungsfähigkeit des Betriebs.
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Hermann Ulm, Landrat und Vorsitzender des Lebenshilfevereins (rechts) würdigte die Arbeit der Lebenshilfe. Fotos: Heidi Amon
Hermann Ulm, Landrat und Vorsitzender des Lebenshilfevereins (rechts) würdigte die Arbeit der Lebenshilfe. Fotos: Heidi Amon
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Weilersbach — Bei der 25-Jahr-Feier der Lebenshilfe-Werkstatt verspürte man nicht nur Lebenshilfe sondern auch eine Portion gehörige Lebensfreude. Welche Bedeutung dieses Silberjubiläum hat - da waren gar nicht so viele Worte notwendig: Hermann Ulm würdigte in seiner Doppelfunktion als Landrat und Vorsitzender des Lebenshilfevereins diese geleistete Arbeit gebührend. Er informierte über die Sanierung der Werkstatt in Forchheim und sagte einfach allen "Danke" für alles.

Ebenso der kaufmännische Leiter Michael Burkard, der stellvertretend für den verhinderten Geschäftsführer Wolfgang Badura sprach und die Einrichtung als "tolle Werkstatt" bezeichnete. Sein besonderer Dank galt Reinhard Schmitt,der von Anfang an bis zu seiner Pensionierung die Geschicke der Werkstatt leitete. Sein Nachfolger ist nun Siggi Grau.

Dass es die Einrichtung gibt, nannte Werkstattratsvorsitzender Markus Pogadl "super". Er freute sich über die gute Arbeit in den letzten 25 Jahren und dankte der Lebenshilfe-Familie: "Ohne euer Engagement würde es keine Lebenshilfe geben."

Der 44-jährige gelernte Maler sitzt im Rollstuhl ist vor 14 Jahren an einem Gehirntumors erkrankt. "Dann war nichts mehr sowie vorher, da war ich kerngesund" erzählte er. Doch er denke stets positiv und setzt sich im Werkstattrat für die Belange der Mitarbeiter ein.

Dies tut auch die 50-jährige Ulrike Lösel als Frauenbeauftragte. Seit 1999 ist sie in der Einrichtung beschäftigt und ist Seit 2017 für alle Angelegenheiten und Probleme der behinderten Frauen zuständig.

Offene Türen

Verbunden mit dem Jubiläum war ein "Tag der offenen Tür". Die vielen Besucher, unter ihnen auch Weilersbacher Vizebürgermeister Roland Dauer, bekamen bei einem Rundgang einen Einblick in die Arbeitswelt der Menschen mit Einschränkungen, in der von ihnen sehr beachtliches produziert wird. In lichtdurchfluteten und freundlichen Räumen wird montiert, sortiert und etikettiert. So beginnt für die Frauen und Männer der Arbeitsgruppen mit durchschnittlich 13 bis 14 Personen der Arbeitstag um 7.45 Uhr. Die meisten werden mit dem ASB-Bus gebracht, andere von Angehörigen und wieder andere, wie einige Weilerbacher kommen mit dem Fahrrad. Kurz nach 8 Uhr sind dann alle beschäftigt. Um 15.45 endet für sie der Tag, freitags schon um 14.45 Uhr. Miteingeflochten in das Arbeitsleben der Behinderten sind Bildung, Bewegungstherapien, Freizeitgestaltung und vieles mehr. Zur Bedeutung der Werkstatt äußerten sich auch Angehörige. Etwa die Mutter der 20-jährigen Janina, Katharina Vellguth, die glücklich über diese Einrichtung sei. "Wo es dem Kind gut geht, geht es den Eltern auch gut." Auch die Eltern von Robert aus Bammersdorf, der seit 25 Jahren zum Werkstattpersonal gehört, sind über den Betrieb froh, der auch eine Entlastung für sie sei. "Unser Sohn macht immer einen frohen und glücklichen Eindruck wenn er nachhause kommt", ist sich das Paar einig. Der gleichen Meinung sind Marlene und Georg Henkel sowie Norbert Seiler, deren Söhne in der Küche arbeiten und zu ihrer Arbeitsstelle radeln können.

Musikalisch mitgestaltet wurde das Jubiläumsfest durch Lieder der Grundschulkinder sowie der internen Band der Lebenshilfe.

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