Bad Brückenau

In der Stadt fehlen die Akteure

Neu ins Leben gerufen haben CSU-Mitglieder die sogenannte "Brückenauer Runde". Doch die hatte zunächst einmal Startschwierigkeiten, um einen passenden Ort für ihr erstes Treffen zu finden.
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Die Misere auf dem gastronomischen Sektor der Stadt erfuhren die Teilnehmer der "Brückenauer Runde" zum Auftakt der Veranstaltungsreihe gleich am eigenen Leib. Obwohl den Organisatoren vom CSU-Ortsverband ihre Reservierung vom Wirt im Vorfeld mehrfach bestätigt worden war, saßen sie dann im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Trockenen. Im höchsten Maße verärgert, wechselte die Gruppe kurzfristig das Lokal.
"Der Anfang spiegelt das wider, was wir in der Innenstadt fast täglich erleben", brachte dann auch die Ortsverbandsvorsitzende Brigitte Meyerdierks ihre Enttäuschung zum Ausdruck. Es fehle einfach an Akteuren, die in der Stadt etwas machen und auf die man sich verlassen könne. Nicht nur die Hoffnungen der Bürgermeisterin liegen jetzt auf der neuen Gaststätte, die demnächst am Marktplatz eröffnet wird.


Einkehrmöglichkeiten fehlen

Klar und deutlich wurde in der "lockeren Plauderrunde" mehrfach angesprochen, dass es in Bad Brückenau an guten Möglichkeiten zur Einkehr fehle. Sowohl auswärtige Gäste als auch Einheimische seien gleichermaßen frustriert. Einhelliges Lob zollten die Diskussionsteilnehmer in diesem Zusammenhang der Familie Herdt vom Gasthaus Breitenbach in Römershag. Dort sei der Gast jederzeit willkommen und finde ein abwechslungsreiches Angebot an Speisen und Getränken. "Die Wirtsleute kümmern sich, das wird geschätzt", so der Tenor.
Auch bei der "Brückenauer Runde" kam erneut das Gebäude des ehemaligen Bahnhofs ins Gespräch, das sich sehr gut für eine gastronomische Nutzung eignen würde. Es gab etliche interessante Vorschläge bis hin zur "Spinnerei von einer kleinen Brauerei".
Momentan macht das Terrain am Bahnhof aber leider auf ganz andere Art und Weise von sich reden, und zwar durch randalierende Jugendliche. Die Stadt, so Meyerdierks, könne hier wenig unternehmen, da das Gelände nach wie vor der Bahn gehört und die Handlungsmöglichkeiten der Verwaltung sehr beschränkt seien. Und auch die Polizei könne das Gebiet nicht rund um die Uhr im Blick haben. Selbst wenn man die Rowdys vom Bahnhof vertreiben könnte, würden sie sich schnell andere Treffpunkte suchen. Damit, so war man sich bei der Brückenauer Runde einig, wäre das Problem nicht gelöst, sondern nur verlagert.
Die Debatte beinhaltete aber auch einige durchaus positive Aspekte. So werde der künftige "Rhönexpress-Bahnrad- und Fußweg" bereits jetzt stark frequentiert, obwohl die Strecke auf der ehemaligen Zugtrasse noch gar nicht freigegeben ist. Auf jeden Fall erhofft man sich von der neuen Attraktion nach der offiziellen Eröffnung etliche Impulse. Hier schloss sich dann wieder der Kreis zum Thema Gastronomie, die am Wegesrand fehlen würde. Bisher, so war allgemein beobachtet worden, "gibt es aber leider keine Anzeichen dafür, dass sich hier jemand nachhaltig engagiert".
Die Premiere der "Brückenauer Runde" verlief durchaus lebhaft. Das lag wohl auch daran, dass das Treffen eben keine Bürgerversammlung sein sollte, sondern die Mitglieder des CSU-Ortsverbandes mit ihren Gästen in lockerer Atmosphäre über aktuelle Themen des Stadtgeschehens diskutieren wollten.

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