Untersiemau

In der Natur fühlte sich Ewald Truckenbrodt wohl

Jahrzehntelang war er mit dem Sport und vor allem der Natur verbunden. Am Sonntagmorgen ist Ewald Truckenbrodt "nach längerer schwerer Krankheit plötzlich, aber sehr friedlich", wie Sohn Martin mittei...
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Ewald Truckenbrodt, wie man ihn kannte: Immer in der Natur tätig.  Foto: Norbert Karbach
Ewald Truckenbrodt, wie man ihn kannte: Immer in der Natur tätig. Foto: Norbert Karbach

Jahrzehntelang war er mit dem Sport und vor allem der Natur verbunden. Am Sonntagmorgen ist Ewald Truckenbrodt "nach längerer schwerer Krankheit plötzlich, aber sehr friedlich", wie Sohn Martin mitteilt, gestorben. Im Februar 2020 wäre er 72 Jahre alt geworden. Er hinterlässt seine Frau Annita, zwei Söhne, eine Tochter und neun Enkelkinder.

Ewald Truckenbrodt wurde am 9. Februar 1948 in Untersiemau geboren. Hier besuchte er die Schule und wurde konfirmiert. In Coburg ging er in die Handwerkslehre als Schreiner. Beim Tanz lernte er seine Frau Annita kennen und heiratete sie am 5. Juni 1971. Wollte man die Tätigkeiten und Ehrenämter des Trägers der Gemeinde-Ehrenmedaille in Silber gründlich durchleuchten, würden sich locker ein bis zwei Bücher füllen lassen.

Sehr sportlicher Mann

1960 wurde er Mitglied des Turn- und Sportvereins. Er spielte bei den Fußballern bis ins Seniorenalter. Truckenbrodt brachte sich beim Sportheimbau ein und machte sich einen Namen als Wintersportler. Noch heute sprechen einige bei Kreisskilangläufen "Rund um die Bergdörfer" vom "Langen aus Siemau". 1971 gründete er im Verein eine Volkssportabteilung und machte Wandern salonfähig. Truckenbrodt gilt als Vater der Untersiemauer Wandertage (IVV). Er war im Verein Platzwart, wirkte im Vergnügungsausschuss mit, führte viele Radtouren über interessante Routen und wurde 2010 zum TSV-Ehrenmitglied ernannt.

Im Verein für Gartenbau und Landespflege Untersiemau war er seit 1968 Mitglied und erhielt zahlreiche Ehrungen. Als Beitrags- und Vereinskassier sowie Beirat fungierte er auch. Von 1987 bis 2003 führte Ewald Truckenbrodt den Verein als Vorsitzender. Und von Anfang an bis jetzt hielt er das Vereinsgeschehen im Bild fest. Tausende von Dias - auch von zahlreichen anderen Ereignissen - bilden sein kaum überschaubares Archiv. Insgesamt seien es über 30 000 Lichtbilder, erzählte er selbst an seinem 70. Geburtstag.

Noch in diesem Jahr führte er Baumschnitte und Kurse durch. Von 1986 bis 2014 war er im Beirat des Kreisverbandes Coburg, zehn Jahre lang bis 2013 Gruppenvorsitzender der Gartenbauvereine Itzgrund, 2006 wurde er zum Ehrenmitglied ernannt. 2014 organisierte Truckenbrodt den "Tag der offenen Gartentür" in Untersiemau und Stöppach. Seit 40 Jahren war er Referent an den Volkshochschulen Coburg, Bamberg, Lichtenfels und Kulmbach. Der rührige Naturfreund war Mitglied im Deutschen Pomologen-Verein (Obstkundler) und führte unzählige Obstausstellungen sowie Sortenbestimmungen in der Region und in Thüringen durch.

Heimatverbundener Fotograf

1980 reaktivierte Ewald Truckenbrodt zusammen mit Fritz-Werner Finzel die Plankirchweih in Untersiemau. Er fungierte auch als Ausläuter, bis er 2003 die Glocke wieder abgab. Im Gemeinderat agierte er zwölf Jahre lang, meist im Kultur- und Sportausschuss. Selbstverständlich brachte er sich in Arbeitskreise wie bei der Dorferneuerung ein. Der leidenschaftliche Fotograf präsentierte ab 1978 den Gemeindebildbericht und hielt Vorträge über diverse Feste sowie Sehenswürdigkeiten und stellte schöne Dörfer ins rechte Licht. Dem Bund Naturschutz gehörte Truckenbrodt seit 30 Jahren an. Dabei unterstützte er vor allem die Jugendabteilung der Ortsgruppe sowie den Bürgerverein der Gemeinde seit 1978 als Mitglied. Besonders engagierte er sich ab 1992 für die Bürgerinitiative "Das bessere Bahnkonzept". Dabei prangerte er hauptsächlich den "Streckenwahnsinn und die Naturzerstörung" an. ka

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