Wenn es um das Forchheimer Rathaus geht, so sind im Jahr 2018 Worte wie "Kostenexplosion" und "Baustopp" gefallen.

Im Januar bereits wurde klar: Die Sanierung des Rathauses wird 6,5 Millionen Euro teurer. Nachdem das Rathaus Thema einer nicht-öffentlichen Sitzung im Januar war, veröffentlichte die Stadt eine Pressemitteilung: "Rathaus: Förderkulisse zwingt Stadt Forchheim zur Neuvergabe." Genau dieser Zwang war es, der auch die Befürworter der Neuvergabe unzufrieden machte. Zwar wurde in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen, die bestehenden Verträge "im Einvernehmen mit den Planern" aufzuheben; doch etliche Stadträte verließen den Saal, um nicht mitstimmen zu müssen. Statt 9 Millionen würde die Rathaussanierung dann 15,5 Millionen kosten.

Körber als Kontrollinstanz

In Sachen Rathaus wurde es dann auch im Laufe des Jahres nicht ruhiger. Die Stadträte beauftragten FDP-Stadtrat Sebastian Körber damit, die Sanierung unter die Lupe zu nehmen, da der Rechnungsprüfungsausschuss tiefere Einblicke wollte. Körber wälzte stundenlang die Unterlagen.

Als es im Frühjahr um die europaweite Ausschreibung der Planerleistungen ging, musste der Beschluss mehrfach vertagt werden - mal war der Stadtrat aufgrund eines Mangels an anwesenden Stadträten nicht beschlussfähig, mal wurde der umstrittene Punkt vertagt. Die Streitpunkte waren zu groß.

Aber es gab auch gute Nachrichten in Sachen Rathaussanierung! Der Bund fördert die Sanierung mit 7,75 Millionen Euro. MdB Thomas Silberhorn (CSU) betonte bei der Entscheidung, dass das Forchheimer Rathaus "ein Baudenkmal von nationaler Bedeutung" sei. Ebenfalls im Sommer gab es für Stadträte und Pressevertreter die Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen.

Auch für Besucher geöffnet

Gemeinsam mit der Projektleiterin dufte das baufällige Haus betreten werden. Am Tag des offenen Denkmals hatten auch die Bürger die Möglichkeit in das städtische Schmuckstück zu kommen.

Doch die Negativ-Schlagzeilen zum Rathaus häuften sich auch in der zweiten Jahreshälfte: Der Architekt, der die Sanierung betreute, stieg aus dem Projekt aus - nicht ohne seine finalen Pläne dem Stadtratsgremium vorzulegen.

Im Oktober dann wieder ein positiver Meilenstein: Nach all den Querelen hat der Stadtrat dem Entwurf und den deutlich gestiegenen Sanierungskosten zugestimmt. Damit konnte die Verwaltung den Bauantrag erstellen. jen