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Lichtenfels
Minijobs

Immer mehr auf Zweitjob angewiesen

Wenn ein Job nicht reicht: Rund 2700 Menschen im Landkreis Lichtenfels haben neben ihrer regulären Stelle noch einen Minijob. Damit stieg die Zahl der Zweitjobber innerhalb von zehn Jahren um 54 Proze...
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Immer mehr Menschen sind auf ein Nebeneinkommen angewiesen. Viele von ihnen arbeiten nach Feierabend in der Gastronomie. Foto: NGG
Immer mehr Menschen sind auf ein Nebeneinkommen angewiesen. Viele von ihnen arbeiten nach Feierabend in der Gastronomie. Foto: NGG

Wenn ein Job nicht reicht: Rund 2700 Menschen im Landkreis Lichtenfels haben neben ihrer regulären Stelle noch einen Minijob. Damit stieg die Zahl der Zweitjobber innerhalb von zehn Jahren um 54 Prozent, wie die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mitteilt. Die NGG Oberfranken beruft sich dabei auf neue Zahlen der Arbeitsagentur. Danach sind Zusatz-Jobs in Restaurants, Gaststätten und Hotels im Kreis Lichtenfels besonders verbreitet: In der Branche gab es im Juni 2019 rund 600 Zweitjobber - das sind 88 Prozent mehr als zehn Jahre zuvor.

Michael Grundl, Geschäftsführer der NGG Oberfranken, spricht von einer Schieflage auf dem Arbeitsmarkt: "Im Schatten des Booms der vergangenen Jahre sind viele sozialversicherungspflichtige Stellen entstanden, die oft kaum zum Leben reichen. Nebenjobs müssen dann die Haushaltskasse aufbessern. Aber wer auf einen Zweitjob angewiesen ist, der arbeitet meist am Limit - auf Kosten von Familie, Freunden und Freizeit."

Dabei treffe der Boom bei den Nebenjobs langfristig auch die heimische Wirtschaft. "Gastronomen und Bäckermeister, die über den Fachkräftemangel klagen, aber gleichzeitig auf 450-Euro-Kräfte setzen, schneiden sich ins eigene Fleisch. Minijobber können keine Hotelfachleute ersetzen", betont Grundl. Doch Fachkräfte gewinne man nur mit ordentlichen Löhnen - "so hoch, dass die Beschäftigten keinen Zweitjob mehr brauchen". Außerdem müssten sich die Arbeitgeber stärker um Nachwuchs kümmern. "Eine Lehre im Lebensmittelhandwerk oder im Gastgewerbe kommt für Schulabgänger nur infrage, wenn der Lohn und die Ausbildungsbedingungen stimmen", betont der Gewerkschafter. "Mit einer Reform könnte die Bundesregierung Minijobs voll in die Sozialversicherung einbeziehen." red

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