Obermembach

Imker müssen ihren Bienen durch extreme Bedingungen helfen

Gut besucht war die Jahreshauptversammlung des Imkervereins Herzogenaurach und Umgebung im Vereinslokal in Obermembach. Als Höhepunkt überreichte Vorsitzend...
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Klaus Becker (l.) überreicht die Silberne Nadel und Ehrenurkunde an Klaus Oed. Foto: Richard Sänger
Klaus Becker (l.) überreicht die Silberne Nadel und Ehrenurkunde an Klaus Oed. Foto: Richard Sänger
Gut besucht war die Jahreshauptversammlung des Imkervereins Herzogenaurach und Umgebung im Vereinslokal in Obermembach. Als Höhepunkt überreichte Vorsitzender Klaus Becker an Klaus Oed für 25 Jahre Imkerei die Silberne Ehrennadel des Deutschen Imkerbundes. Insgesamt blicken die Herzogenauracher Imker auf ein erfolgreiches Jahr zurück, so konnten fünf neue Imker aufgenommen werden, die aktuell 343 Völker betreuen.
"Wir Imker sehen uns weniger als Verkäufer des Produkts, sondern viel mehr als Naturschützer an", erklärte Schriftführer Udo Wendel in seinem Rechenschaftsbericht. Schließlich hätten die Bienenvölker einen grundlegenden Anteil an der Entwicklung von Kultur- und Wildpflanzen. In diesem Zusammenhang führt Imkermeister Becker einen nahezu aussichtslosen Kampf gegen "Landschaftspfleger" und Mitarbeiter der Bauhöfe, wie er selbst sagt. So werden derzeit wieder Gehölze auf Stock geschnitten und Hecken stark ausgelichtet, damit auch die Weidenbüsche kurz vor der Blüte. "Mit den Weidenkätzchen wird den Bienen die erste Nahrungsquelle genommen, die dringend benötigt wird, um die Jungbienen aufzuziehen", klagt Klaus Becker. Nach seiner Meinung können die Weiden auch nach der Blüte noch gestutzt werden und es käme zu keinen Verlusten von Bienenvölkern.


Wärme lockt nach draußen

Den warmen Dezember und auch die jetzigen Temperaturen bezeichnen Becker und Wendel als "Extremjahr" für die Bienen. Immer wieder würden sie tote Tiere vor den Stöcken finden. Wegen der Wärme seien die Bienen noch ausgeflogen, und wenn es dann zwischendrin plötzlich kalt werde, überlebten sie das nicht. Eigentlich sollten die Honigbienen um diese Jahreszeit als dichte Wintertraube in ihrem Bienenstock verharren. Stattdessen kommen sie in Fluglaune und wollen nach draußen. Dort gibt es aber für die Honigsammlerinnen nichts zu tun, denn es blüht wenig. Höchstens die Haselnuss, aber auch für sie sei es viel zu zeitig, denn sie blüht normalerweise erst Ende Februar und im März.
Zudem haben Imker festgestellt, dass es bei Bienenvölkern bereits Brut gibt, ebenfalls sehr ungewöhnlich für diese Jahreszeit. Das bedeutet, dass die Bienen mehr Energie verbrauchen und demzufolge auch mehr Futter. Mit dem Vorhandensein von Brut im Winter steigt außerdem der Krankheitsdruck durch die Varroamilbe. Der Schmarotzer vermehrt sich ausschließlich in der Brut. Je mehr Brut im Winter, desto mehr Milben - das ist die Schlussfolgerung. Die obligatorische Behandlung gegen diesen Schädling funktioniert normalerweise nur bei niedrigen Temperaturen, wenn die Bienen nicht brüten. "Man muss sich kümmern, dass die Bienen im Frühjahr noch da sind und für eine ausreichende Blütenbestäubung sorgen können", erklärte Becker.
Deswegen strebt der Imkerverein immer die Gewinnung von Jungimkern an. Interessierte haben die Möglichkeit, unter Anleitung von erfahrenen Imkern ein Bienenvolk durch ein Bienenjahr zu begleiten. Klaus Becker, der dem Imkerverein seit über 34 Jahren vorsteht, sucht weitere "Imkerpaten", die Nachwuchsimker betreuen.
Der Vorsitzende zeigte sich etwas stolz, dass der Altersdurchschnitt nach unten geht. "Bienen sind nicht nur ein Hobby für Rentner, sondern auch für junge Leute", sagte er und freute sich besonders, dass immer mehr Frauen ihr Herz für die Bienen entdecken.
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