Oberwallenstadt
Ortsbegehung

Im Schneckentempo über die maroden Straßen von Wallenstadt

Wohl um die 50 Ober- und Unterwallenstadter interessierten sich für die Ortsbegehung, zu der Bürgermeister Andreas Hügerich (SPD) samt maßgeblichem Ressortleiter der Stadtverwaltung am Mittwoch luden....
Artikel drucken Artikel einbetten
Mit einem Fingerzeig auf die angespannte Verkehrssituation in der Krößwehrstraße beteiligte sich auch Hilmar Kraus (2. v. l.) .
Mit einem Fingerzeig auf die angespannte Verkehrssituation in der Krößwehrstraße beteiligte sich auch Hilmar Kraus (2. v. l.) .
+1 Bild

Wohl um die 50 Ober- und Unterwallenstadter interessierten sich für die Ortsbegehung, zu der Bürgermeister Andreas Hügerich (SPD) samt maßgeblichem Ressortleiter der Stadtverwaltung am Mittwoch luden. Gesprochen wurde viel und es gab Zusagen, wonach manches in Bälde in Angriff genommen wird.

Am Ende, so Andreas Hügerich gegen 18 Uhr zu Begehungsbeginn in Aussicht stellend, wolle man gemeinsam im Gasthof Rauch einkehren. Doch eine dreiviertel Stunde später war man gerade 100 Meter weit gekommen.

Hohes Verkehrsaufkommen

Die Krößwehrstraße sorgte für erregte Meinungsäußerungen bei vielen Bürgern, vor allem bei anwohnenden. Die beklagten das mittlerweile hohe Verkehrsaufkommen, verursacht durch den gestiegenen Reiz des Naherholungsgebiets. Tatsächlich hat der Verkehr zum See, zum dortigen Karibischen Eck oder zu den Sportplätzen zugenommen. Und der muss die Krößwehrstraße auch wieder zurück nehmen. "Das ist eine Ist-Situation", bemerkte nach minutenlangem Zuhören Andreas Hügerich.

Doch was manchen Anwohnern Sorge bereitete, scheint zu sein, dass Feuerwehrfahrzeuge im Notfall nicht durchkämen. Dass es, wie von einem Bürger angedacht, zu einem Grundstückaufkauf einer Wiese zwischen Naherholungsgebiet und Michelau zwecks Parkplatzerrichtung kommen könnte, stieß auf das Gegenargument Hochwassergebiet. Was aber möglich werden könnte, das legte auch Stadtbaumeister Gerhard Pülz dar, sei eine kleine Umgehungsstraße, die kurz vor dem Main und der Schleuse nach rechts abknickend eine Anhöhe hinauf in den Teil der Alten Reichsstraße führt, in dem der Gasthof Wichert steht. Das dürfte aber auch optisch bedeuten, dass die Anhöhe - da Hochwassergebiet - einen Damm erhalten müsste.

Dann und wann mochte man den Eindruck erhalten, manche der Mitgehenden suchten weniger nach Kompromissen als nach Maximallösungen. So war nicht eindeutig klar, ob der Ausruf einer Frau "Dann habe ich ja 500 Meter weiter zur Arbeit" im Scherz oder im Ernst getan wurde. Zumindest, darauf gaben Hügerich und Pülz Aussicht, würden heuer im Herbst alle Kanäle in Ober- und Unterwallenstadt untersucht werden. Die Erkenntnisse daraus flössen in ein Sanierungskonzept. Was den Baggersee anbelangt, so wird zu diesem noch im Mai und auf Initiative von Stadtrat Georg Meißner etwas entstehen: ein drei Meter breiter Streifen, der ähnlich dem Untergrund im Bad Staffelsteiner Kurpark befestigt ist und von Menschen mit Rollstuhl, Kinderwagen oder Rollator befahren bzw. begangen werden kann. Führen soll er vom Parkplatz bis zur Unterführung bei Schney. Baukosten: um die 100 000 Euro.

Beim späteren Einbiegen in die Bayernstraße wurde offenbar, dass diese eine marode Teerdecke hat. Aber hier stellten Pülz und auch der Leiter der Bauverwaltung, Günther Lorenz, heraus, dass eine Straßendecke nicht für sich betrachtet werden dürfe, sondern dass man aus Kostengründen Kanalarbeiten gleich mit erledigen sollte. Oder Glasfaserversorgung. 2020 steht diesbezüglich für die Bayernstraße eine Planung an, die Umsetzung soll im Folgejahr geschehen. Nach über zwei Stunden waren die neuralgischen Punkte von Ober- und Unterwallenstadt weitgehend abgelaufen worden. Zur lohnenden Einkehr kam es doch noch.

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren