Kunreuth

Im Milchhaus wurde geduscht

Der Vfl Dobenreuth feiert kommenden Sonntag sein 60-jähriges Bestehen: viel Geschichte und Kurioses.
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Die Erste Fußballmannschaft des VFL 1959 hinten von links: Werner Mirschberger, Stefan Grau, Aumüller, Anton Dennerlein, Erwin Leuker und Rudi Stein sowie vorne von links Paul Buchl, Ewald Zametzer, Horst Weiskopf, Alfons Spörl und Eduard Stirnweiß. Foto: privat
Die Erste Fußballmannschaft des VFL 1959 hinten von links: Werner Mirschberger, Stefan Grau, Aumüller, Anton Dennerlein, Erwin Leuker und Rudi Stein sowie vorne von links Paul Buchl, Ewald Zametzer, Horst Weiskopf, Alfons Spörl und Eduard Stirnweiß. Foto: privat

Dobenreuth —  Aufgeben gilt nicht. Dieses Motto haben sich auch die Vertreter des VfL Dobenreuth auf die Fahne geschrieben. Am Sonntag, den 23. Juni feiert der Verein sein 60-jähriges Bestehen.

Altlandrat Reinhardt Glauber übernimmt die Schirmherrschaft. Vorstand Jürgen Haller und sein Schriftführer Alfons Jakob werfen im Gespräch mit unserer Zeitung einen Blick zurück auf die Anfänge des Vereins und die heutigen Herausforderungen.

Der VfL durchlebte wechselvolle Zeiten. Am 28. November 1959 trafen sich Sportbegeisterte aus Dobenreuth in der Gastwirtschaft Weisel, um den Fußballverein ins Leben zu rufen. Er erhielt einstimmig den alten Namen VfL - Verein für Leibesübungen. Von 1929 bis 1936 gab es nämlich als Vorläufer einen Handballverein.

1961 wurde die C-Mannschaft gegründet und 1970 eine Flutlichtanlage installiert. 1980 gelang der Ersten Mannschaft die Meisterschaft in der C-Klasse, 1983 bildete der Verein eine Spielgemeinschaft C- und A-Jugend mit dem TSV Kunreuth.

Spielbetrieb eingestellt

Bereits 1987 stellte die 1. Mannschaft mangels Personal den Spielbetrieb ein. 1987 - 1993 gab es eine Alte Herren Spielgemeinschaft zwischen Dobenreuth und TSV Kunreuth.

1990 nahm Dobenreuth den Spielbetrieb der Ersten Mannschaft unter bescheidenen Verhältnissen wieder auf. Zur gleichen Zeit schloss das Vereinslokal, die einzige Gaststätte im Ort.

Das damalige Milchhaus musste zum Duschen herhalten. Fünf Jahre zogen sich die Spieler in einer provisorischen Holzbude am Sportgelände um. Zwischenzeitlich reifte der Plan eines Sportheimes. Der damalige Bürgermeister Reinhardt Glauber riet zu der Idee eines Gemeinschafthauses, welches in der Folge realisiert wurde.

In Dobenreuth brachten sich alle fünf Vereine mit dem VfL, der Feuerwehr, dem Gesangverein, dem Club der Geselligkeit und dem Verein Edelweiß ein - ein Novum für ein solches Projekt.

Heute sind nur noch eine Aerobic-Gruppe und seit 2003 eine Wandergruppe beim VfL aktiv. Ein Sportverein ohne einen Fußballmannschaft? "Man weiß nie, was kommt, aufhören würde vergessen heißen", sagt Vorstand Haller. "Wir sind immer noch zugelassen, sind Mitglied von BLSV und BFV".

Nutzung des Geländes

Das Sportgelände nutzen wöchentlich die Schiedsrichter der Gruppe Forchheim und die HS Flotte Franken, die für drei Tage im Juli ihre Zelte für ein überregionales Agility-Turnier aufschlagen.

Manches hat sich regional geändert. Mit Krüppewiesen ist eine neue Siedlung nahe herangerückt. Jetzt hofft die Vorstandschaft des VfL auch, dass Bürgermeister Reinhard Seeber die Schallschutzmauer zum Sportgelände, wie im Bauplan vorgeschrieben, errichten lässt, damit alle Parteien weiterhin in guter Nachbarschaft nebeneinander existieren können.

90 Mitglieder

Der VfL zählt noch immer beachtliche 90 Mitglieder. Wo man früher eine Fußballmannschaft im Ort stellen konnte, sind heute etwa drei bis vier Jugendliche verfügbar. Eine stille Hoffnung sieht man auch bei den Neubürgern in der Siedlung. Schließlich schufen sich hier viele junge Familien ein neues Zuhause.

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