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Familie

Im Landkreis Kronach gibt es zu wenig Sozialwohnungen

Das Bündnis "Familienfreudiger Landkreis" stellte sein diesjähriges Plenumstreffen unter die Überschrift: "Netzwerken - Gemeinsam anpacken - Zukunft machen." Drei Workshopthemen standen für die Teilne...
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Das Bündnis "Familienfreudiger Landkreis" stellte sein diesjähriges Plenumstreffen unter die Überschrift: "Netzwerken - Gemeinsam anpacken - Zukunft machen." Drei Workshopthemen standen für die Teilnehmer zur Auswahl und befassten sich mit "bezahlbarem Wohnraum", "Kinderkultur" und "Expert meetUp".

Die Steuerungsgruppe mit Rainer Kober, Claudia Ringhoff und Sabine Nuber freute sich nicht nur über neue Bündnispartner, sondern auch über Unternehmer, Einzelaktivisten, Vereinsmitglieder, und Verantwortliche von Institutionen und Kommunen.

Der Vorsitzende der Steuerungsgruppe, Rainer Kober klang eingangs fast ein wenig erstaunt, dass sich das 2007 gegründete, lokale Bündnis so gut weiterentwickelt habe und so viel Anklang finde. Ähnlich sah das auch stellvertretender Landrat Gerhard Wunder, der meinte: "Die Kommunen müssen ebenfalls dahinter stehen. Und gerade beim Thema ,bezahlbarer Wohnraum' sind sie mit in der Pflicht."

Bevor die Teilnehmer in die Workshops einsteigen konnten, wagte sich Claudia Ringhoff an einen Poetry Slam. Sie sprach vom Bündnis "Familienfreudiger Landkreis" als einen dicken Kahn, der zwar eher gemächlich daher komme, aber wenn er erst mal in Fahrt sei, wäre er kaum noch aufzuhalten.

Über die Veränderungen der Gruppe sprach Sabine Nuber. Sie begrüßte Neuzugänge, aber deckte auch noch Lücken bei den Unternehmen und den Kirchen als Bündnispartner auf. Eva Wicklein (Kommunale Jugendarbeit) stellte bei dieser Gelegenheit das Projekt "Stadt - Land - Ich" vor. Nach der Bestandsaufnahme über die Jugendarbeit in den Kommunen, sei man jetzt dabei, eine stärkere Verwurzelung der Jugendlichen in ihrer Heimat zu erreichen. Dies könne nur gehen, wenn man sie miteinbeziehe. Im nächsten Schritt wolle man Jugendliche und Bürgermeister einladen, miteinander in Kontakt zu treten und Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten.

Kleine Wohnungen fehlen

"Nicht über Luxuswohnungen" sprach man im ersten Workshop, der sich mit "bezahlbarem Wohnraum" beschäftigte. Hier standen neben Moderatorin Gabriele Riedel (Regionalmanagement) auch Stefan Löffler vom Jobcenter und Christoph Reichl von der Oberfränkischen Regierung, Sachgebiet Wohnungswesen, als Experten zur Verfügung. Und auch wenn sich unter dem Strich die Lage im Kronacher Landkreis als nicht ganz so dramatisch erwiesen habe, sei sie doch alarmierend. Stefan Löffler: "Wir haben einfach zu viele Singlehaushalte und zu wenig kleine Wohnungen."

Etwas drastischer klang das Ganze dann in Zahlen: "Auf dem Kronacher Wohnungsmarkt gibt es 85 Prozent Einfamilienhäuser, 25 Prozent der Wohngebäude wurden vor 1950 erbaut und nur 17 Prozent nach 1990. Wir haben 63 Prozent Wohnungen mit mehr als fünf Räumen und gerade mal fünf Prozent kleine Wohnungen." Hier gebe hoffentlich auch das vom Landkreis in Auftrag gegebene "Wohnraumkonzept" Aufschluss über Lösungsmöglichkeiten - und vor allem auch über Fördermöglichkeiten.

Zusammenfassend könne man sagen, dass es im Kronacher Landkreis ein Defizit bei den Sozialwohnungen gebe. Auch der bezahlbare Wohnraum für Menschen mit einem Einkommen unterhalb der Armutsgrenze sei stark begrenzt. Immer mehr Singles müssten auf größere Wohnungen ausweichen, außerdem gebe es einen hohen Leerstand und oft mangelhafte, qualitative Wohnstandards.

Ein parallel laufender Workshop befasste sich mit einem Überblick über Kinder-Kultur-Angebote und das geplante Kinder-Musik-Festival "Tamariki". Sabine Nuber navigierte durch eine bunte Landschaft an Angeboten für die Zielgruppe von vier bis 14 Jahren. Ausreichend versorgt sei man in den Bereichen Theater, Sport, Erlebnis- und Umweltpädagogik. "Allerdings ist der Informationsfluss ausbaufähig", räumte sie ein. Hier sei aber ein Hoffnungsschimmer am Horizont, denn die geplante "Familienapp" sei als Veranstaltungskalender für Familien konzipiert und solle Abhilfe schaffen. Einzig im Musikfestivalbereich klaffe eine große Lücke, die man aber bald mit dem geplanten "Tamariki"-Kinder-Musik-Festival schließen wolle.

Austausch am 3. Juli

Ein konkreter Ansatz ergab sich im dritten Workshop, den Hendrik Montag-Schwappacher leitete. Er befasste sich mit dem Thema "Willkommenskultur". Hier stand unterm Strich gar ein konkreter Termin, bei dem sich ausländische Arbeitnehmer treffen und sich austauschen könnten. Hendrik Montag-Schwappacher will am 3. Juli von 17 bis 19 Uhr im Tourismus-Freizeit-Zentrum in Steinbach am Wald ebenfalls vor Ort sein, um Hilfestellung zu geben.

Geplant sei, dass auch Unternehmervertreter und Lokalpolitiker diesen Termin wahrnehmen.

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