Marktrodach
Senioren

Im Landkreis fehlen Plätze für die Kurzzeitpflege zur Entlastung Angehöriger

Rund 180 000 Menschen in ganz Bayern unterstützen den Arbeiter-Samariter-Bund durch ihre Mitgliedschaft - so viele wie noch nie, freut sich der Landesvorsitzende, MdL Hans-Ulrich Pfaffmann. Er besucht...
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Beim Rundgang durch das Seniorenzentrum gab es nur Kopfschütteln, als Geschäftsführer Roland Funk (r.) erklärte, dass der Treppenhandlauf um zwei Zentimeter gesenkt werden muss. Im Bild von links Ralf Pohl, Hans- Ulrich Pfaffmann, Richard Rauh und Timo Ehrhardt Foto: Hofmann
Beim Rundgang durch das Seniorenzentrum gab es nur Kopfschütteln, als Geschäftsführer Roland Funk (r.) erklärte, dass der Treppenhandlauf um zwei Zentimeter gesenkt werden muss. Im Bild von links Ralf Pohl, Hans- Ulrich Pfaffmann, Richard Rauh und Timo Ehrhardt Foto: Hofmann
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Rund 180 000 Menschen in ganz Bayern unterstützen den Arbeiter-Samariter-Bund durch ihre Mitgliedschaft - so viele wie noch nie, freut sich der Landesvorsitzende, MdL Hans-Ulrich Pfaffmann. Er besuchte auf Einladung von MdL Susann Biedefeld (SPD) das Seniorenzentrum Rodachtal in Marktrodach und suchte auch das Gespräch mit Politikern vor Ort. Dazu waren Bürgermeister Norbert Gräbner, Bürgermeister Timo Ehrhardt (Zweitstimmen-Bezirkstagskandidat der SPD), Zweiter Bürgermeister Wolfgang Förtsch (Vorstandsmitglied im ASB-Kreisverband Kronach), MdL Susann Biedefeld (SPD-Bezirkstagskandidatin), Ralf Pohl (SPD-Landtagskandidat), Sebastian Müller (SPD-Zweitstimmenlandtagskandidat) und Richard Rauh (SPD-Fraktionsvorsitzender im Kreistag) gekommen, die der Geschäftsführer des Arbeiter-Samariter-Bundes, Roland Funk, willkommen hieß.

Geschäftsführer Roland Funk, sein Stellvertreter Ingo Holzmann sowie die Einrichtungsleiterin Anna Schneider und Pflegedienstleiterin Christina Engelhardt (ASB Seniorenzentrum Rothenkirchen) führten die Gäste durch das Seniorenzentrum. Das Haus ist mit 57 Bewohnern voll belegt, im Obergeschoss befinden sich 30 Bewohner in einer offenen Station, im Erdgeschoss wohnen 27 Senioren in einer beschützenden Station. Funk ging auf den Platzmangel ein. Vor allem Kurzzeitpflegeplätze seien Mangelware, da das Haus das ganze Jahr über ausgebucht ist. Er zeigte aber auch auf, mit welchen Auflagen es Heime zu tun haben, so soll der Handlauf am Gelände im Treppenhaus vom EG ins OG um zwei Zentimeter tiefer verlegt werden, da sind im Handumdrehen gleich 15 000 bis 20 000 Euro verschwunden.

Landesvorsitzender Pfaffmann forderte die Politik auf, die großen Leistungen in der Pflege wahrzunehmen. Es gebe außer der Flüchtlingsfrage genug andere Probleme in Bayern, nämlich die Versorgung der Menschen vor Ort in Bayern. Als geradezu absurd und unsinnig nannte er das neu geschaffene Landesamt für Pflege in Bayern. Die dadurch geschaffenen 250 Planstellen bringen für den ASB und deren Seniorenheime gar nichts, dieses Geld hätte man besser in Pflegepersonal stecken sollen. Damit werde lediglich Bürokratie aufgebaut. Richard Rauh vertrat wie Funk und Pfaffmann die Ansicht, dass man Kurzzeitpflegeplätze vorhalten müsse, um pflegende Angehörige entlasten zu können. Für den Kreis Kronach könne er sich 20 solcher Plätze vorstellen, allerdings koste ein Kurzzeitplatz rund 3500 Euro, also wären dies rund 70 000 bis 80 000 Euro pro Monat und da sei der Gesetzgeber aufgefordert, zu handeln.

Susann Biedefeld fand es ungeheuerlich, dass der Freistaat weder Neubauten noch Modernisierungen an Seniorenheimen durch Fördermittel unterstütze. Die SPD-Landtagsfraktion fordere einen steuerfinanzierten Lohnausgleich für pflegende Angehörige, die im Beruf kürzer treten müssen, zudem eine bessere Anrechnung von Pflegezeiten bei der Rente. eh



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