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Im Kampf gegen die Sucht vereint

In Deutschland leben über vier Millionen Menschen, die aufgrund ihrer Suchtabhängigkeit dringend behandlungsbedürftig sind. Die Krankheit ist dabei nicht selten so weit fortgeschritten, dass von exist...
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Vertreter der Laufer Mühle und des Klinikums am Europakanal besprachen die Problematik des zunehmenden Drogenmissbrauchs durch junge Leute. Foto: privat
Vertreter der Laufer Mühle und des Klinikums am Europakanal besprachen die Problematik des zunehmenden Drogenmissbrauchs durch junge Leute. Foto: privat

In Deutschland leben über vier Millionen Menschen, die aufgrund ihrer Suchtabhängigkeit dringend behandlungsbedürftig sind. Die Krankheit ist dabei nicht selten so weit fortgeschritten, dass von existenzbedrohlichen oder sogar lebensgefährdeten Situationen ausgegangen werden muss, heißt es in einer Pressemitteilung der Aischgründer Therapieeinrichtung Laufer Mühle.

Um schnell und effizient helfen zu können, stellen die professionellen Institutionen wie Beratungsstellen, Kliniken,Therapiezentren und Nachsorgeeinrichtungen gemeinsam sicher, dass durch passgenaue und flächendeckende Angebote jeder Betroffene zu jeder Zeit eine angemessene Behandlung erfahren kann. Für den Raum Erlangen, Herzogenaurach, Fürth und Höchstadt stellen das Klinikum am Europakanal und die Laufer Mühle die Versorgung von schwerstabhängigen Menschen sicher und bieten hier eine Behandlungskette, die von der qualitativen Entgiftung, Entwöhnung, Therapie und Nachsorge bis zur beruflichen Wiedereingliederung reicht.

Damit die vielfältigen Hilfen störungsfrei ineinandergreifen und die Prozessschritte passgenau aufeinander abgestimmt bleiben, überprüfen die verschiedenen Fachdisziplinen der beiden Kooperationspartner immer wieder die Wirksamkeit ihrer Angebote. Aktuell thematisierten die Ärzte, Sozialarbeiter und Psychologen des Bezirksklinikums mit den Therapeuten, Krankenschwestern und Facharbeitern aus der Laufer Mühle die Problematik des schnell anwachsenden Drogenmissbrauchs junger Menschen mit gefährlichen chemischen Substanzen. Diese können problemlos über das sogenannte Darknet frei Haus bestellt werden und haben deswegen mittlerweile eine enorme Verbreitung.

"Die Gehirnschädigungen junger Drogenabhängiger sind gravierend und teilweise irreversibel, was die persönlichen Zukunftschancen enorm einengt und manchmal sogar die beruflichen Aussichten zunichte macht", sagt Oberärztin Ute Hamers vom Erlanger Klinikum. Einig sind sich die Experten in der Bewertung, dass der Drogengebrauch in der Gesellschaft gerade in den sozialen Medien und Foren in erschreckender Weise nicht nur verharmlost, sondern teilweise sogar glorifiziert wird. "Das weckt die Neugierde junger Menschen und führt sie schnurstracks in die Abhängigkeit", befand Michael Thiem, Geschäftsführer der Aischgründer Einrichtung.

Franz Götz, Leiter der Patientenaufnahme in der Laufer Mühle, kann im Fachaustausch berichten, dass auf diese Entwicklung "mit neuen Hilfsangeboten für hirnorganisch gestörte junge Suchtabhängige im Therapiezentrum in Adelsdorf seit geraumer Zeit reagiert wird. Wir arbeiten hier mittlerweile viel niederschwelliger, da das Belastungsniveau dieser Jugendlichen sehr niedrig ist."

Die enge Zusammenarbeit mit dem Erlanger Fachkrankenhaus ermöglicht dabei eine engmaschige medizinsch-psychiatrische Versorgung. Diese werde immer häufiger notwendig, da die Wirkungen der neuen Drogen immer unberechenbarer würden und häufig psychotische Episoden auslösten. "Dass gerade junge Menschen sich auf solche gefährlichen Spiele mit der Gesundheit und dem eigenen Leben einlassen, beobachten wir mit zunehmender Sorge", so Götz. red

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