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Untermerzbach

Im Itzgrund kommt es zum Duell

Die CSU-Gemeinderätin Sandra Schramm will dem Bürgermeister Helmut Dietz (SPD) nach zwölf Jahren den Sessel des Bürgermeisters streitig machen. Die Gemeinde im Osten des Landkreises vergibt den Chefposten im Hauptamt.
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Die Gemeinde Untermerzbach will sich an einer "Fachwerkroute" in Franken beteiligen. Sie soll, beginnend in Bad Windsheim, auch durch Untermerzbach führen. Der Gemeinderat verspricht sich dadurch einen Werbeeffekt für den Fremdenverkehr. Unser Bild zeigt die Dorfmitte von Untermerzbach, in der Fachwerk dominiert.  Foto: Eckehard Kiesewetter
Die Gemeinde Untermerzbach will sich an einer "Fachwerkroute" in Franken beteiligen. Sie soll, beginnend in Bad Windsheim, auch durch Untermerzbach führen. Der Gemeinderat verspricht sich dadurch einen Werbeeffekt für den Fremdenverkehr. Unser Bild zeigt die Dorfmitte von Untermerzbach, in der Fachwerk dominiert. Foto: Eckehard Kiesewetter

Eckehard Kiesewetter Die Gemeinde steht prima da. Trotzdem wird es, da bedarf es keiner Prophetie, Helmut Dietz bei der Wahl in gut zwei Wochen nicht gelingen, sein Traumergebnis aus dem Jahr 2014 zu wiederholen. Damals hatten ihn 94 Prozent der Wähler in seinem Amt als hauptamtlicher Bürgermeister von Untermerzbach bestätigt.

Diesmal allerdings hat es der SPD-Mann, anders als noch vor sechs Jahren, mit Konkurrenz zu tun. Die CSU-Gemeinderätin Sandra Schramm will ihm den Chefsessel im Rathaus streitig machen. Beide Kandidaten wollen die Gemeinde, für viele die "Perle im Itzgrund", voranbringen. Dabei hat Untermerzbach einiges vorzuweisen: Mit der Firma Rösler sitzt einer der größten und aufstrebendsten Arbeitgeber des Landkreises in Memmelsdorf, und allgemein kann die Kommune im Vergleich zu anderen Gemeinden der Region auf viele Arbeits- und Ausbildungsplätze und auf gute finanzielle Verhältnisse bauen. Die Akademie der gesetzlichen Unfallversicherung im Schloss Untermerzbach und die neuen Ansätze für die Senioreneinrichtung in Schloss Gleusdorf spiegeln positive Entwicklungen; die Schlösser in Gereuth sind dagegen bleibende Aufgaben wegen der zahlreichen historischen Gebäude. Mit der Synagoge Gleusdorf wird gerade eine weitere Stätte der jüdischen Vergangenheit für eine öffentliche Nutzung umgestaltet.

Untermerzbach ist ein gefragter Wohnort im Osten des Landkreises. Die Geburtenzahlen steigen und die Nachfrage nach Bauparzellen und Kindergartenplätzen stellt eine erfreuliche Herausforderung für den Gemeinderat dar. Auch das Vereinsleben ist rege, und mit der Bürgerwerkstatt wurde ein neuer Tummelplatz für engagierte Menschen geschaffen. Das "Komm" samt Bibliothek funktioniert als beliebter Treff- und Versammlungsort.

Der eigene Dorfladen garantiert die Nahversorgung; während andernorts Gasthäuser schließen, wurde eine Gastwirtschaft mit Biergarten ("Baumann") wiederbelebt, und mit der Initiative Rodachtal und der Baunach-Allianz hat sich Untermerzbach nachbarschaftlich vernetzt, was sich unter anderem durch ein Angebot an Buslinien auszahlt. Nicht von ungefähr wurde Untermerzbach mit dem Gütesiegel Heimatdorf 2019 des bayerischen Heimat- und Finanzministeriums ausgezeichnet.

Dissonanzen um ein Photovoltaikprojekt bei Buch und die Einschränkung des Panoramablicks in den Itzgrund hatten 2019 erstmals für einen Bürgerentscheid in der Kommune gesorgt, die sonst auf das friedliche und kooperative Miteinander der Bürger stolz ist.

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