Oberlindach

Im Gespräch mit Gott und der Welt

Kirche  Die im Weisendorfer Ortsteil Oberlindach lebende Schwester Teresa Zukic ist als Rednerin im gesamten deutschsprachigen Raum unterwegs. Am Sonntag feiert sie das 20. Jubiläum ihrer "Kleinen Kommunität der Geschwister Jesu".
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von unserem Mitarbeiter Richard Sänger

Oberlindach — Es ist gar nicht so einfach, bei Schwester Teresa Zukic einen Termin zu bekommen, denn sie ist ständig unterwegs. "Im Auftrag des Herrn unterwegs - von meinem iPhone gesendet", kommt oft als Antwort auf eine Anfrage per E-Mail zurück. Umgeben von einem Bücherregal, vor ihrem PC sitzend, kommuniziert die Ordensschwester mit Gott und der Welt, vereinbart Termine, ist gut aufgelegt und ist in den neuen Medien unterwegs. Ihre Internet- und Medienpräsenz verdankt sie im Grunde ihrem unermüdlichen Fleiß, und sie begeistert Christen und Gemeinden aller Konfessionen.
Im Grunde ist sie keine typische Nonne, sie hat viel Humor, schreibt Bücher, komponiert Rockmusicals, malt, kocht, rappt und ist eine brillante Rednerin. Sie wurde auch schon mal "die deutsche Antwort auf Sister Act" genannt und füllt mit ihren Vorträgen Säle. Im vergangenen Jahr waren es 184 umjubelte Auftritte.
Mit ihren Musicals und besonderen Gottesdiensten füllt sie Kirchen, und das hat sie auch wieder am kommenden Sonntag, 8. Juni, um 10.30 Uhr vor. In der Großenseebacher Kirche St. Michael feiert die "Kleine Kommunität der Geschwister Jesu" ihr 20-jähriges Bestehen mit einem Festgottesdienst. Der ehemalige Generalvikar und Mitbegründer, Prälat Alois Albrecht, hält die Festpredigt, und Schwester Teresas Musical-Chor aus Pegnitz wird mit den Mitarbeitern vom Abenteuerland den Gottesdienst umrahmen.

Musicals und Festivals

Schwester Teresa war von 1994 bis 2011 Gemeindereferentin in Pegnitz, komponierte neun Musicals, organisierte acht Kirchenfestivals und erfand den Kindergottesdienst "Abenteuerland", an dem regelmäßig bis zu 300 Kinder teilnehmen. Vor 20 Jahren erfolgte auch die Gründung der "Kleinen Kommunität der Geschwister Jesu" mit dem Erzbistum Bamberg.
Die Kondition und die Leidenschaft, die sie beim Verbreiten ihrer christlichen Botschaft braucht, hatte die Ordensfrau schon als Jugendliche. Denn eigentlich begann der Lebensweg der in Kroatien geborenen Teresa Zukic ganz anders, sie verbrachte ihr Kindheit seit 1971 in Weinheim an der Bergstraße, besuchte die Schule und das Wirtschaftsgymnasium und war eine erfolgreiche Leistungssportlerin. "Man sieht es mir heute nicht mehr an", meint sie schmunzelnd, aber sie war hessische Meisterin am Schwebebalken, badische Meisterin im Mehrkampf, gehörte dem badischen Kader an und besuchte zwei Jahre das Sportinternat Bad Sooden.
Nach einem sozialen Jahr trat Teresa Zukic dem Orden der Vinzentinnerinen bei, kümmerte sich um Kinder, Kranke, Senioren und Menschen mit Behinderung und studierte schließlich Religionspädagogik. Bundesweit bekannt wurde sie schließlich mit einem Fernsehauftritt bei "Schreinemakers live" und war damals als Skateboard fahrende Nonne die Sensation.

Für die Sache Gottes

Sie ist eine Schwester zum Anfassen, hat Witz und auch Selbstironie und liebt ihr Leben und die Menschen. "Es sind alle Menschen gleich, und es gibt nur einen Gott", sagt sie.
Und die Powerfrau weiß ihren Bekanntheitsgrad für die Sache Gottes zu nutzen und referiert mit Leidenschaft und einer überzeugenden Rhetorik über Kränkungen oder wie man mit Fehlern umgeht. "Sogar vor Beerdigungsunternehmern sollte ich sprechen, eher ungewöhnlich", erzählt sie. Das veranlasste sie gegenüber dem Auftraggeber zu der Bemerkung: "Ihr bringt sie runter, und ich soll wohl erzählen, wie man sie wieder raufholt."
Wenn Schwester Teresa bei den Vorträgen von ihrem Lebensweg erzählt, versteht sie es, die Besucher anzustecken. Das bewies sie auch schon bei zahlreichen Managerseminaren als Gastreferentin, in Talkshows bei Beckmann und Lanz oder im Quiz bei Jörg Pilawa, wo sie 100 000 Euro gewann.
Ihre Leidenschaft für Kinder und Jugendliche beweist sie immer wieder mit ihren Kindergottesdiensten "Abenteuerland", bei denen sie von ihren Mitbewohnern in Oberlindach, Schwester Claudia Fischer und Pfarrer Franz Reus, sowie einem rund 100-köpfigen Freundeskreis unterstützt wird.

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