Herzogenaurach

Im Dienst der Gesellschaft

Ohne die Ehrenamtlichen könnten viele Vereine und Organisationen nicht existieren. In diesem Bewusstsein dankte die Stadt Herzogenaurach 14 Personen für ihr langjähriges Engagement.
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Sabine (l.) und Beate Nordhardt heimsen seit vielen Jahren Pokale für die DLRG ein.  Foto: privat (Archiv)
Sabine (l.) und Beate Nordhardt heimsen seit vielen Jahren Pokale für die DLRG ein. Foto: privat (Archiv)
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Vom Imker über Feuerwehrler und Karnevalisten bis hin zu einer Rettungsschwimmerin reichte das Spektrum der 14 Personen, die am Mittwochabend im Herzogenauracher Interimsrathaus für ihr ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet wurden. Bürgermeister German Hacker (SPD) sprach ihnen im Namen der Stadt Herzogenaurach den Dank aus. Für die Geehrten gab es eine Urkunde und ein kleines Präsent.

Stellvertretend für alle Vereinsvorstände stellte Gerd Ankermann von der Turnerschaft Herzogenaurach fest: "Ein schöner Anlass, etwas zu sagen." Obwohl erst seit drei Jahren im Amt, vertrete er einen großen und schon viele Jahre existierenden Verein von Herzogenaurach. Mit den unterschiedlichen Formen ihres Engagements könnten die Ehrenamtlichen etwas an die Gesellschaft zurückgeben. Durch die freiwilligen Dienste der ehrenamtlich Tätigen würden fiktive Personalkosten in ungeahnter Höhe erwirtschaftet. Ein Verein könne sich solche Kompetenz sonst niemals leisten. "Es ist nie verkehrt, danke zu sagen", so Ankermann.

Für die Geehrten stellte Gerd Engert vom Karnevalsclub Herzogenaurach (KCH) fest, dass man als Ehrenamtler etwas mache, was man sich selbst auferlegt habe, Ziele verfolge, die man sich selbst setzte. "Das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun, gibt inneren Halt und Zufriedenheit", so Engert. Auch stärke das Ehrenamt den Teamgeist. Gleichzeitig beklagte Engert das Überhandnehmen der Bürokratie. Auch schade das Pseudo-Ehrenamt beim DFB der Idee vom Ehrenamt.

Die Geehrten

Geehrt wurden: Herrmann Anneser, der seit über 25 Jahren Wanderwege für den Fränkischer Albverein markiert. Für 50 Jahre Engagement beim Deutschen Roten Kreuz war er bereits 2018 mit der DRK-Ehrennadel ausgezeichnet worden.

Herbert Barthel, Mitbegründer der Freien evangelischen Gemeinde Herzogenaurach im Jahr 1995, die sich aus der Freien evangelischen Gemeinde Erlangen herauslöste.

Willi Bucher vom Fischereiverein Herzogenaurach, der schon durch seinen Wohnort Kellergasse einen kurzen Weg zur Aurach hat, aber auch für weitere Heimatgewässer wie Aisch und andere Angelteiche ein Faible hat. Bucher war von 1992 bis 2013 als Zweiter Vorsitzender für den Fischereiverein Herzogenaurach tätig und hatte 24 Jahre die Leitung der Gewässerpflege sowie die Organisation des Besatzes von Fischen inne.

Gerd Engert vom Karnevalsclub Herzogenaurach, dessen Mitglied er seit 1979 ist. Seit 18 Jahren leitet er ihn als Vorsitzender, ist sich aber nicht zu schade, beim Altstadtfest oder der Sommerkirchweih selber Hand anzulegen, etwa am Grill.

Günther "Dusa" Graf vom FC Herzogenaurach, dessen Mitglied er seit 1956 ist. Nach seiner aktiven Fußballzeit war er von 1978 bis 1986 Trainer und Betreuer der B- und der A-Jugend. Als Handwerker bringt er sich außerdem auf vielfältige Weise für seinen Verein ein.

Sempatin Hasan war im Jahr 1991 eines von acht Gründungsmitgliedern des Vereins der Westthrazien-Türken in Herzogenaurach. Sein "Altes Backhaus" ist Anlaufpunkt für viele, er engagiert sich auch beim Herzogenauracher Altstadtfest und bewegt ehrenamtlich vieles in Herzogenaurach.

Wilfried Kern ist seit 1975 Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr Steinbach. Von 1979 bis 1991 war er deren Kommandant, seit 1996 unterstützt er die Ortsfeuerwehr als Zweiter Vorsitzender und von 1997 bis 2018 auch als Kassenwart des Vereins.

Nenad Ninic vom Club der Jugoslawen, der seit 1980 bei der Firma Schaeffler arbeitet. Im selben Jahr trat er auch dem Club der Jugoslawen bei und war 30 Jahre in dessen Vorstand aktiv, davon acht Jahre als Erster und sechs Jahre als Zweiter Vorsitzender. Während des Krieges in Jugoslawien hat er mit seinen Vereinskollegen zahlreiche Hilfsaktionen organisiert.

Für einen weiblichen Akzent sorgte eine junge zu Ehrende, Sabine Nordhardt von der Trainingsgemeinschaft DLRG/Delphin 77. Trotz ihrer Jugend ist sie ihrem Verein schon 20 Jahre treu geblieben, im Alter von acht Jahren trat sie ein. Sie ist selbst Leistungsschwimmerin im Team der Wettkampfgruppe 1 und eine sehr erfolgreiche Rettungsschwimmerin, war bei Deutschen Meisterschaften, aber auch bei internationalen Wettkämpfen dabei und trainiert den Nachwuchs.

Norbert Rothemund engagiert sich seit 1975 bei der Freiwilligen Feuerwehr Herzogenaurach. Als Gruppenführer gehörte er etliche Jahre dem Vorstand an, davon 18 Jahre als Schriftführer. Außerdem ist er als Nikolaus am 6. Dezember unterwegs und mit der Feuerwehr am Altstadtfest aktiv.

Michael Simon hat seit 1970 bei der Turnerschaft Herzogenaurach unterschiedliche Posten ausgefüllt. Dazu zählen drei Jahre als Handballtrainer, über 20 Jahre war er in der Skigymnastik aktiv, von 1981 bis heute engagiert er sich als Kreislauf- und Fitnesstrainer und seit 1976 ebenfalls als Trainer für die Fitness-Saisonvorbereitung der Volleyballdamen. Seit 2003 ist er Kassenprüfer, seit 2011 Leiter im so genannten Kompetenzteam.

Thomas Tippmann bringt sich im Imkerverein Herzogenaurach ein. Er hat von seinem Großvater eine hochmoderne Vierwabenschleuder mit Riemenantrieb geerbt, die es erstmals in Deutschland ermöglichte, größere Mengen von Honig in relativ kurzer Zeit aus den Bienenwaben zu gewinnen. Dieses historische Gerät hat er, zusammen mit weiteren Exponaten, dem Imkereckmuseum von Obermembach übereignet.

Gerhard Wiemann von den Waldfreunden Herzogenaurach war von 1981 bis 2015 deren Vorsitzender. Durch sein Organisationstalent ermöglichte er viele fröhliche Vereinsausflüge und organisierte das 100. Vereinsjubiläum im Jahr 1999.

Stefan Wilk engagiert sich seit 1991 im Vorstand des Kleingartenbauvereins Herzogenaurach, zuerst zwei Jahre als Beisitzer, danach als Dritter Vorsitzender, dann als Zweiter Vorsitzender und die letzten Jahre als Vorsitzender. Unter seiner Führung fand eine Vielzahl an Arbeitseinsätzen bzw. Aktionen statt wie die Renovierung der Kantine am Gilgenweiher.

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