Wonfurt

Im Clinch mit der Autobahndirektion

Gemeinderat Die Behörde ist laut Wonfurts Bürgermeister Baunacher schuld an den Wasserschäden an einer Gemeindeverbindungsstraße.
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Von der Autobahn A 70 läuft Wasser von der oberhalb gelegenen Brücke in die Gemeindeverbindungsstraße, die von Wonfurt in Richtung Hainert führt. Das ärgert die Gemeinde Wonfurt. Foto: Christiane Reuther
Von der Autobahn A 70 läuft Wasser von der oberhalb gelegenen Brücke in die Gemeindeverbindungsstraße, die von Wonfurt in Richtung Hainert führt. Das ärgert die Gemeinde Wonfurt. Foto: Christiane Reuther

christiane Reuther Von der Autobahn (A 70) läuft Wasser von der oberhalb gelegenen Brücke in die Gemeindeverbindungsstraße, die von Wonfurt in Richtung Hainert führt. Darüber berichtete Bürgermeister Holger Baunacher (JL) in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Das Wasser sollte in einen Graben laufen, wird Holger Baunacher zufolge aber unberechtigt in die Gemeindeverbindungsstraße eingeleitet. Das wiederum führe zu Schäden im Straßenbelag. Laut einem Gutachten müsste sich die Autobahndirektion seit mehr als 30 Jahren um die Entwässerung kümmern.

Der Entwässerungsgraben läuft durch den Wald, der im Zuständigkeitsbereich der Autobahndirektion liegt. Bei Gesprächen mit Vertretern der Behörde wies diese eine Schuld von sich. Dem Bürgermeister zufolge ist ein Regenrückhaltebecken entlang des Autobahnabschnittes im Gemeindebereich von Wonfurt die beste Variante.

Ein weiteres Problem bei dieser Straße: Sie ist nicht mehr auf dem Stand der Technik. Eine Umtrassierung, bei der Straßenabschnitte verschoben werden müssten, sei dafür angedacht. Baunacher stellte verschiedene Varianten mit Kostenvorschlägen vor und verwies auf Gespräche, die demnächst mit der Regierung von Unterfranken (Würzburg) anstehen.

Überall Barrierefreiheit

Ein weiteres Thema war die Barrierefreiheit für die Fußwege in Wonfurt. Zunächst definierte Baunacher den Begriff Barrierefreiheit, der aus seiner Sicht mehr bedeutet als Stolperfallen zu beseitigen. Mit einem Ingenieurbüro habe sich die Verwaltung bereits in Verbindung gesetzt. Baunacher unterbreitete verschiedene Vorschläge wie farbliche Absetzungen für Sehbehinderte oder Gehwegverbreiterungen. Das Problem will man dem Bürgermeister zufolge im gesamten Gemeindebereich angehen. In Bereichen, in denen bauliche Maßnahmen bereits laufen, solle mit der Umsetzung der Barrierefreiheit angefangen werden, hieß es.

Für die Kanalsanierung in Wonfurt ergäben sich kleinere Probleme, die beim Einfahren in die Grundstücke auftreten können, so der Bürgermeister. Dies solle mittels Entwässerung kompensiert werden, indem das Höhenniveau durch abgeschrägte Rabatte angeglichen wird. Die Wasserrinnen sollten demnach tiefer gezogen werden, um die Querneigung hinzubekommen. Die Maßnahme werde sich jedoch verschieben, da die Verwaltung die Ausschreibungen hinsichtlich der Barrierefreiheit berücksichtigen möchte.

Aus den Zusammenkünften der "Allianz Main und Haßberge" informierte der Bürgermeister über das Thema Mitfahrbänke. Hierzu wird eine Ausarbeitung erstellt, die unter anderem die Standortwahl und das Aussehen der Bänke beinhaltet. Im Gemeindebereich von Wonfurt sollen die Mitfahrbänke überwiegend in den bestehenden Buswartehäuschen integriert werden. Vorrang haben die Mitfahrbänke, die Richtung Haßfurt führen.

Nahwärmenetz kommt zu teuer

Baunacher informierte zudem über die Ergebnisse einer Wirtschaftlichkeitsrechnung für ein mögliches Nahwärmenetz in Wonfurt. Bei Kosten von geschätzt einer Million Euro und einer Abwägung der Nutzen macht es laut Baunacher keinen Sinn, ein Nahwärmenetz seitens der Gemeinde bereitzustellen. Zumal die Kosten mit 14 Cent pro Kilowattstunde 50 Prozent über den normalen Heizkosten liegen würden. Bei jährlich anfallenden Betriebskosten sei das Projekt seitens der Verwaltung nicht finanzierbar. Über das Thema solle aber weiter diskutiert werden, etwa wenn im Rathaus die bisherige Ölheizung ausfallen sollte und ausgetauscht werden müsste. Eine Überlegung sei es, über eine Lösung in kleinen Verbünden, wie etwa mit dem Bau eines Blockheizkraftwerkes, nachzudenken.

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