Kümmersreuth

Ilse Aigner rief - und viele kamen

Die Landtagspräsidentin bezog in Kümmersreuth zu aktuellen Themen Stellung: vom Dieselskandal bis zum Betongarten.
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Einzug von Ilse Aigner ins Festzelt mit den Ehrendamen der FFW Kümmersreuth Foto: Monika Schütz
Einzug von Ilse Aigner ins Festzelt mit den Ehrendamen der FFW Kümmersreuth Foto: Monika Schütz

"Ilse Aigner kommt!" - kurz und bündig warb der CSU-Kreisverband Lichtenfels für die Landtagspräsidentin. Das reichte vollkommen aus, um am Montagabend das 1200-Mann-Zelt in Kümmersreuth gut zu füllen. Es war der letzte der vier Festtage zur 125-Jahr-Feier der Freiwilligen Feuerwehr Kümmersreuth.

Die Veranstaltungsreihe "Politischer Sommer", bei der hochkarätige Politiker Stellung nehmen zu aktuellen Themen, gibt es seit vielen Jahren. Kaum ein Einheimischer lässt sich die Gelegenheit entgehen, wenn Abgeordnete von Land oder Bund den Gang ins Festzelt wagen. Dabei geht es meist gar nicht um Neuigkeiten aus der Politik.

Als nach den Grußworten und Einführungen von Landrat Christian Meißner gegen 20.30 Uhr die Musikanten der Musikkapelle Wattendorf geschlossen die Bühne verließen, wurde es deutlich ruhiger im Festzelt.

Eine fesche Landtagspräsidentin

Hunderte Augenpaare richteten sich nach vorne, wo Landtagspräsidentin Ilse Aigner den Promitisch verließ und zum Rednerpult ging. In dunkle Trachtenjacke und dunklen Rock gekleidet, eine weiße Bluse unter dem Jacket und dezenten Schmuck dazu: So sah die 54-jährige Landtagspräsidentin richtig fesch aus. "Wir kommen auch, wenn keine Wahl ansteht", sagte sie und: "Wir wollen miteinander im Gespräch bleiben. Das macht nur Sinn, wenn die Bevölkerung sagt: Das hören wir uns an, was ,die Schwarzen‘ uns zu sagen haben", scherzte sie. Immer wieder gab es Beifall von den Zuhörern. Auch bei ernsten Themen. Ilse Aigner griff die aktuelle Problematik in der Automobiltechnologie bei Dieselfahrzeugen auf: "Ich bin nach wie vor der Meinung, dass der Diesel gut ist und wir ihn brauchen!"  Ein dickes Lob sprach die Landtagspräsidentin den Landwirten aus. Beim Thema Nachhaltigkeit redete sie Tacheles. "Die Landwirtschaft wirtschaftet vernünftig und nachhaltig, und die Privatgärten? Geh'n Sie mal in die Baumärkte, was da verkauft wird! Es muss nicht immer gepflegt aussehen (Anmerkung: die Privatgärten) - wir müssen der Natur mehr Platz geben. Das ist nicht schlampig!", wetterte die Oberbayerin.

Ein weiteres Thema war Europa. Zur Wahl waren mehr als 200 Millionen Menschen gegangen. "Wir sind stark in Bayern, wer aber meint, dass wir in Bayern alles bestimmen können, der ist mutig - aber nicht in der Realität", warb sie für ein starkes Europa. Beifall gab's auch zu ihren Ansichten zum Volksbegehren Artenschutz, zum Klimawandel und zu wichtigen Bausteinen einer Demokratie, nämlich Respekt und Spielregeln einhalten. Aigners Art kam bei den Zuschauern an.

Nach ihrer Rede, die knapp eine Stunde dauerte, wollten nicht wenige Gäste ein Foto mit ihr, einen Händedruck oder einfach mal ein paar Worte wechseln. Sie eilten zum Promitisch, an dem die Bürgermeister von Bad Staffelstein (Jürgen Kohmann und Hans-Josef Stich) und Ebensfeld (Bernhard Storath) saßen, die CSU-Bürgermeisterkandidaten Christian Zorn aus Redwitz und Uwe Held aus Lichtenfels sowie viele Parteifreunde.

Auffällig unauffällig waren stets die Personenschützer präsent, auch Erich Günter von der Polizeiinspektion Lichtenfels war mit Beamten vor Ort. "Wenn die Landtagspräsidentin kommt, ist es klar, dass auch die Polizei da ist", sagte er. FFW-Vorsitzender Stefan Heidenrich und FFW-Kommandant Christian Betz haben gute Arbeit mit ihrem Team geleistet. Es hat alles geklappt. Auch dafür gab es einen Händedruck und ein Dankeschön von der Landtagspräsidentin.

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