Kronach
kronach.inFranken.de  Ein neuer Ausbildungskurs für ehrenamtliche Hospizbegleiter für den Hospizverein ist jetzt abgeschlossen.

Ihre Themen sind Tod, Trauer und Sterben

Gemäß bundeseinheitlichem Standard der Hospizarbeit bestand der Kurs für ehrenamtliche Hospizbegleiter für den Hospizverein Kronach aus drei Teilen: dem Grundkurs, dem Aufbaukurs und einem Praktikum, ...
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Der Vorstand des Hospizvereins Kronach freut sich über neue Hospizbegleiter. Foto: Heike Schülein
Der Vorstand des Hospizvereins Kronach freut sich über neue Hospizbegleiter. Foto: Heike Schülein

Gemäß bundeseinheitlichem Standard der Hospizarbeit bestand der Kurs für ehrenamtliche Hospizbegleiter für den Hospizverein Kronach aus drei Teilen: dem Grundkurs, dem Aufbaukurs und einem Praktikum, beispielsweise im Hospiz Coburg oder im Bestattungshaus Schönsee. Insgesamt umfasste die Ausbildung, die den Menschen auf seinem letzten Weg in den Mittelpunkt stellt, gleichzeitig aber auch die Unterstützung für Angehörige im Blick hat, 120 Stunden.

Im Pfarrsaal in der Nikolaussiedlung überreichten Hospizvereinsvorsitzender Peter Witton, seine Stellvertreterin Anja Männl sowie die beiden Hospizkoordinatorinnen und Kursleiterinnen Annette Hümmer und Brigitte Raabgrund den frischgebackenen Hospizbegleitern ihre Zertifikate.

"Den Tagen mehr Leben geben"

"Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben." Mit diesen Worten habe, wie Witton erläuterte, die Gründerin der modernen Hospizbewegung, Cicely Saunders, den prägenden Gedanken der Hospizarbeit zusammengefasst. Nicht die Verlängerung der Lebenszeit schwerstkranker Menschen um jeden Preis, sondern die Lebensqualität und die Wünsche, Ziele und das Befinden der Menschen stünden im Vordergrund. Die meisten Menschen wollten zu Hause sterben. Tatsächlich sterbe aber fast die Hälfte der älteren beziehungsweise kranken Menschen im Krankenhaus.

Sterbebegleitung wurde besser

"Manchmal ist das körperliche Leid besser zu ertragen als das seelische", verdeutlichte der Vorsitzende. Die Sterbebegleitung habe sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verbessert - sowohl im menschlichen Bereich, wozu auch die Hospizbegleitung zähle, als auch durch die Palliativmedizin als optimale medizinische Versorgung, um dem Patienten die verbleibende Zeit so angenehm wie möglich zu gestalten. "Dennoch ist medizinisch nicht alles möglich, und nicht alles, was medizinisch möglich ist, muss man auch machen", verdeutlichte Witton.

Was braucht es nun, um als Hospizbegleiter tätig zu sein? Wie Männl und Hümmer ausführten, gebe es hierfür kein Patentrezept, da jede Betreuung ganz individuell sei. Wie die Zweite Vorsitzende erklärte, habe sie insbesondere eine Aussage der ehemaligen Altenpflegerin und Hospizbegleiterin Gerda Blaschke begleitet: "Das war die Pflicht, jetzt kommt die Kür."

"Eine spannende Zeit ist zu Ende gegangen", erklärte Annette Hümmer. Wichtig sei es, für den Sterbenden da zu sein, ihm zuzuhören und ihm auf Augenhöhe mit Wertschätzung und Ehrlichkeit zu begegnen.

Dass sie das eine oder andere für sich mitnehmen könnten, bestätigten die frischgebackenen Hospizbegleiter, die von vielen positiven Erfahrungen und von einer für sie sehr wertvollen Zeit berichteten. Sicher zeigten sie sich auch, dass sie durch die Ausbildung wieder die eigenen Prioritäten im Leben genauer wahrnähmen. Es sei ein gutes Gefühl, Schwerstkranken, Sterbenden und Angehörigen begleitend zur Seite stehen zu können.

Großen Respekt gezollt

Allen Teilnehmern am Ausbildungskurs zollte Brigitte Raabgrund großen Respekt dafür, sich auf diese so schwere Thematik voller Offenheit eingelassen zu haben. Die Teilnehmer kommen aus dem gesamten Landkreis, erfreulicherweise auch zahlreiche aus dem "Norden", denn hier herrscht ein besonders großer Bedarf an neuen Hospizbegleitern. Zu gegebener Zeit wird es einen neuen Ausbildungskurs geben. Interessierte können sich im Hospizverein melden. Heike Schülein

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