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Ihre Puppen waren "ihre Kinder": Puppenkünstlerin Christa Mann ist tot

Wie ihre Familie Anfang Januar mitteilte, verstarb im Dezember 2019 die in Coburg lebende Puppenkünstlerin Christa Mann. Erst im Juli vergangenen Jahres hatte das Coburger Puppenmuseum ihr Musterzimme...
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Jüdische Kinder: Biografische Figurengruppe aus Papiermaché, frei per Hand modelliert, aus dem Jahr 2018 (Schenkung an die Städtischen Sammlungen Coburg im Juli 2019)  Foto: Christine Spiller
Jüdische Kinder: Biografische Figurengruppe aus Papiermaché, frei per Hand modelliert, aus dem Jahr 2018 (Schenkung an die Städtischen Sammlungen Coburg im Juli 2019) Foto: Christine Spiller
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Wie ihre Familie Anfang Januar mitteilte, verstarb im Dezember 2019 die in Coburg lebende Puppenkünstlerin Christa Mann. Erst im Juli vergangenen Jahres hatte das Coburger Puppenmuseum ihr Musterzimmer mit über 70 Puppen und kleinen, kunstvollen Objekten sowie Formen und Entwurfskizzen als Dauerleihgabe erhalten. Im November beeindruckte die künstlerisch hochwertige und sehr emotional gestaltete Figurengruppe "Jüdische Kinder" aus dem Jahr 2018 die Besucher. Darin verarbeitete Christa Mann ein Kindheitserlebnis in ihrem Geburtsort München.

Während des Zweiten Weltkrieges zog sie mit ihrer Familie nach Sonneberg und lernte dort das Puppenmacherhandwerk kennen und lieben. Über ihren ersten Beruf als Schaufensterdekorateurin kam Christa Mann in den 1970er Jahren zu einem Sonneberger Spielzeugfabrikanten. Hier sammelte sie wertvolle Erfahrungen für ihre spätere Selbstständigkeit.

In Coburg schuf Christa Mann dann in den 1990er Jahren ausdrucksstarke Puppen aus Filz, Papiermaché und Baumwolltrikot. Viele davon sind Unikate, hinter jeder steht eine ganz eigene Geschichte, ein Erlebnis oder eine Emotion der Künstlerin und somit ein Stück ihrer Persönlichkeit, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt Coburg.

Ihre Puppen waren "ihre Kinder", wie sie selbst oft sagte, jede mit ihrem ganz eigenen Charakter: Da gibt es zum Beispiel die zarten "Wald - und Wiesenkinder", das verspielte "Kirschenkäthchen" und die pfiffigen "Kinder der Hofnärrin". Geradezu expressiv und extravagant zeigen sich dagegen "die Verruchten". Durch das anschmiegsame, warme Material waren die Puppenkinder immer auch zum Anfassen und Interagieren geeignet. Diese Machart begeisterte nicht nur Sammler, sondern auch ein großes Publikum jenseits der Puppenszene.

Christa Mann hinterlässt ein vielseitiges, fantasievolles und farbenfrohes Gesamtwerk, zu dem neben Puppen auch Skulpturen gehören. Mit ihr verliert die Puppenwelt eine anerkannte, mehrfach ausgezeichnete Künstlerin und eine beeindruckende Persönlichkeit. Ihr Andenken wird in drei Vitrinen im zweiten Stock des Puppenmuseums in Ehren gehalten. Weitere Objekte von Christa Mann befinden sich in den Sammlungen des Museums der Deutschen Spielzeugindustrie in Neustadt und des Deutschen Spielzeugmuseums in Sonneberg. red

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