Coburg
Gnadenhochzeit

Ihre Lebenswege kreuzten sich in Coburg

Ein 70. Ehejubiläum haben Altbürgermeister Hans-Heinrich Ulmann und Pfarrer Rolf Rossteuscher bisher noch nicht erlebt. Am Dienstag war genau das der Fall. Sie konnten den Eheleuten Dietrich und Käte ...
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Alt-Bürgermeister Hans-Heinrich Ulmann gratuliert im Namen der Stadt Coburg den Eheleuten Dietrich und Käte Steinbrückner zur Gnadenhochzeit. Sohn Thomas Steinbrückner (rechts) freut sich mit seinen Eltern.  Foto: Martin Koch
Alt-Bürgermeister Hans-Heinrich Ulmann gratuliert im Namen der Stadt Coburg den Eheleuten Dietrich und Käte Steinbrückner zur Gnadenhochzeit. Sohn Thomas Steinbrückner (rechts) freut sich mit seinen Eltern. Foto: Martin Koch

Ein 70. Ehejubiläum haben Altbürgermeister Hans-Heinrich Ulmann und Pfarrer Rolf Rossteuscher bisher noch nicht erlebt. Am Dienstag war genau das der Fall. Sie konnten den Eheleuten Dietrich und Käte Steinbrückner in Ketschendorf anlässlich des 70. Hochzeitstages einen Gratulationsbesuch abstatten. "Das ist wirklich ein besonderes Fest", sagte Pfarrer Rossteuscher. Thomas Steinbrückner, Sohn der Eheleute, wusste: "Ein 70-jähriges Ehejubiläum wird als ,Gnadenhochzeit‘ bezeichnet."

Eigentlich kommen die Ehejubilare aus Ostdeutschland. Dietrich Steinbrückner erblickte am 8. Juni 1924 in Berlin das Licht der Welt. Käte Steinbrückner, geborene Hogan, kam am 8. Dezember 1922 im brandenburgischen Finsterwalde auf die Welt. Aber zumindest Dietrich Steinbrückner hat Wurzeln im Coburger Land, die sich bis ins 15. Jahrhundert zurückverfolgen lassen. Bekannte Coburger Familien gehören zu seiner weitläufigen Verwandtschaft.

Käte Steinbrückner kam auf abenteuerlichen Wegen nach Coburg. Sie war im Weltkrieg Rotkreuzschwester in den Diensten der deutschen Wehrmacht. Sie flüchtete am letzten Kriegstag, dem 8. Mai 1945, mit einer Freundin aus dem böhmischen Reichenberg geradewegs nach Coburg. Die Freundin hatte im Coburger Land Verwandte. Bei der Flucht halfen ihnen zwei Sanitätspiloten, die sie mit zwei "Fieseler Störchen" auf die Brandensteinsebene brachten.

Der Wehrmachtsleutnant Dietrich Steinbrückner geriet 1944 in US-amerikanische Kriegsgefangenschaft, aus der er 1946 entlassen wurde. "Wir haben uns in der ,Loreley‘ kennengelernt", erinnerte sich das Jubelpaar. Am 16. Februar 1949 heirateten sie in der Salvatorkirche in der Coburger Ketschenvorstadt.

"Bewundernswerte Flexibilität"

Dietrich Steinbrückner entschied sich 1956 für eine militärische Laufbahn in der jungen Bundeswehr. Sein beruflicher Werdegang führte das junge Paar an verschiedene Standorte in Deutschland, in Köln kam 1964 Sohn Thomas auf die Welt. Letzte Station Steinbrückners beim Militär war das Bundesverteidigungsministerium in Bonn, er war dort Oberstleutnant im Generalstab. "Meine Mutter begleitete uns als fürsorgliche Ehefrau, Mutter und Hausfrau mit einer für heutige Zeiten bewundernswerten Flexibilität bei den vielen berufsbedingten Ortswechseln", erzählte Thomas Steinbrückner den Festgästen Hans-Heinrich Ulmann und Pfarrer Rolf Rossteuscher.

So ein richtiger Ruhestand kam für das Ehepaar lange nicht infrage. Sie reisten gerne, auch interkontinental, und waren sportlich aktiv. Dietrich, interessiert an Geschichte und Heimatkunde, war viele Jahre noch als Gästeführer für die Stadt Coburg unterwegs. mako

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