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Gräfenberg

Ihr Ziel: rechtzeitig eingreifen

In Gräfenberg ließen sich wieder Schüler zu sogenannten Coolridern ausbilden. Sie versuchen, Konflikte nicht eskalieren zu lassen.
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Den Mitschülern beistehen, mit ihrem Handeln für mehr Verkehrssicherheit sorgen und auch Prävention bei der Kriminalität bewirken, dafür sorgen die sogenannten Coolrider. Sie schauen hin, wenn andere wegschauen. Zum 15. Mal wurden bei dem gemeinsamen Projekt der Mittelschule und Realschule in Gräfenberg Coolrider ausgebildet. Das ist schon fast ein Jubiläum, das nun nach der Verleihung der Urkunden gefeiert werden durfte.

Nicht nur darüber freute sich die Mittelschulrektorin Petra Meyer, sondern dass gerade in dem Jubiläumsjahr so viele Schüler wie noch nie den Ausweis als "Coolrider" erhalten haben. In die Aufgaben eingeführt und für den Ernstfall trainiert wurden die Mädchen und Jungen von der Schul-Jugendsozialarbeiterin Yvonne Amtmann, Mike Kaiser von der Bundespolizei, aber auch von Andrea Leisner von der VAG, die fürs Training Busse bereitstellten und Axel Ernst, Vorstand der Freunde der Coolrider, denn ohne Geld kann das Projekt nicht umgesetzt werden.

Landrat Hermann Ulm, Schirmherr der Coolrider, drückte seine Hochachtung für die Coolrider zum Ausdruck. "Es ist eine wichtige Sache. Sie sind für die Mitschüler da, stehen bei, wenn sie gebraucht werden und wurden dafür gut ausgebildet", lobte Ulm. Mehr noch: Sie lernen dabei viele Eigenschaften fürs Leben wie das Selbstbewusstsein und das Auftreten.

Zivilcourage gefragt

Mit Mut auftreten, wenn es zu Streit kommt, eine solche Situation wurde im Klassenzimmer dann auch nachgespielt. Ein Streit zwischen zwei Jugendlichen. Der eine nimmt einer anderen das Handy weg und findet es lustig, es nicht mehr zurückzugeben. Eine Situation, die durchaus schnell eskalieren kann. Was passiert, wenn diese Situation im Bus passiert? Der Busfahrer ist abgelenkt. Auf der Straße? Es kann zu Tätlichkeiten kommen. "Würde es dir gefallen, wenn jemand dein Handy nimmt und es dir nicht mehr gibt? Nein, also, dann gib es zurück", forderte eine Coolriderin in einem bestimmenden Tonfall in dem Rollenspiel auf.

Die Statistik zeige zwar, dass die Straftaten weniger werden, trotzdem gebe es genug zu tun. Denn auch die Zivilcourage werde weniger, meinte Florian Paul, der Leiter der Bundespolizeiinspektion. Nicht bei den Coolridern. "Sie passen auf, damit keiner Quatsch macht", sagte Paul und brachte damit den Mut der Jugendlichen ins Gespräch. Mut schon vor dem ersten Einsatz, denn es erfordere Mut, sich bereit zu erklären als Coolrider Gutes zu bewirken und die ganzen Rollenspiele zu bestehen. Für die neue spannende Aufgabe wünschte er viel Erfolg und dankte, da diese Jugendlichen auch der Polizei helfen.

Als "ältester Coolrider" erinnerte Axel Ernst an deren Anfänge. Seit 2002 ist er aktiv an der Entwicklung der Coolrider beteiligt und erinnert sich noch an die acht Schüler, die damals dieses Ehrenamt in Nürnberg antraten. Inzwischen seien es bayernweit 6000 Schüler, die als Coolrider eingreifen, um das Miteinander ein Stück harmonischer zu halten. Auf den drei Säulen Schule, Polizei und öffentlicher Personennahverkehr basiere das Projekt, das zur Hälfte vom Landkreis und von der VAG finanziert werde, wie Andrea Leisner vom VAG erklärte. Geldspenden sind jedoch immer willkommen, denn von staatlicher Hand würden die Coolrider übersehen. Ein Ministerium nenne ein anderes als zuständig, erklärte Ernst, bevor die Coolrider ihr Amt vorstellten und zeigten, wie Zivilcourage im Alltag aussehen kann.

Ihren Ausweis für den Ernstfall und eine Urkunde durfte dann Landrat Hermann Ulm überreichen.

Die neuen Coolrider sind von der Mittelschule Lisa und Antonia Hofmann, Leo, Dorothea und John Hibert, Anton Ulrich, Luca Lutz, Elena Geck, Florian Vaida, Julia Esche; von der Realschule Annika Reace, Milan Schmidt, July Gedigk, Serhand Sagol, Ronja Wele, Kevin Ciszewski, Julian Brunner, Fabian Fink und Jennifer Ruppert.

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