Bamberg

IHK: Wirtschaft braucht Raum

Die Industrie- und Handelskammer wirbt für einen sachlichen Umgang mit dem Thema Flächennutzung.
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Bei den Planungen für den Gewerbepark Geisfelder Straße geht es nicht zuletzt um das frühere Muna-Gelände. Foto: Ronald Rinklef/Archiv
Bei den Planungen für den Gewerbepark Geisfelder Straße geht es nicht zuletzt um das frühere Muna-Gelände. Foto: Ronald Rinklef/Archiv
In der Diskussion um den geplanten Gewerbepark an der Geisfelder Straße nehmen jetzt auch IHK und Handwerkskammer für Oberfranken (Bayreuth) Stellung. "Die oberfränkische Wirtschaft wächst seit Jahren, die Arbeitslosenquote ist niedrig und die Zahl der Beschäftigten ist im Jahr 2017 auf einen historischen Höchststand geklettert. Um auch künftig erfolgreich agieren zu können, brauchen Industrie, Handel, Dienstleistung und Handwerk vor allem zwei Dinge: qualifizierte Fachkräfte und Planungssicherheit - auch über die Verfügbarkeit von Erweiterungsflächen", heißt es in der gemeinsamen Pressemitteilung der beiden Verbände.
Betrachte man die Flächennutzung in Oberfranken auf Zahlenbasis des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung, so werde deutlich, dass die Wirtschaft effizient mit dem Faktor Boden umgehe. Oberfranken besteht laut IHK zu 88 Prozent aus Freiflächen - vor allem landwirtschaftlich genutzter Fläche und Wald- und Gehölzfläche. Gerade einmal 1,1 Prozent der Fläche Oberfrankens würden von Industrie, Handel, Dienstleistung und Handwerk genutzt. Die restlichen knapp elf Prozent bestehen demnach hauptsächlich aus Wohn- und Verkehrsflächen. Der sorgsame Umgang mit Grund und Boden sei wichtig und ein Diskurs über die richtige Strategie für die Flächennutzung unabdingbar.
"Die Wirtschaft ist sich auch ihrer ökologischen Verantwortung bewusst. Das zeigt auch, dass Flächen nicht extensiv genutzt, sondern nach den Grundsätzen der Wirtschaftlichkeit und Effizienz eingesetzt werden. Auf dem einen Prozent der Fläche Oberfrankens, die von der Wirtschaft belegt ist, wird die Produktivität stetig gesteigert. Immer mehr Menschen arbeiten pro Hektar, immer mehr Umsatz wird pro Hektar erwirtschaftet. Ein achtloser Umgang mit dem Faktor Grund und Boden ist demnach nicht erkennbar", beschreiben IHK und HWK für Oberfranken die Situation. Und weiter: "Dennoch wird die Standortsicherung und -entwicklung grundsätzlich angesichts wachsender bau-, umwelt- und verkehrspolitischer Belastungen und zunehmender Nutzungskonkurrenzen immer schwieriger."
Die Wirtschaft der Stadt Bamberg, die erfolgreich auf den Märkten positioniert sei, innovative Produkte und Dienstleistungen anbiete, sei für den Wohlstand der Stadt und der gesamten Region mit verantwortlich und trage zur positiven Entwicklung Oberfrankens in erheblichem Umfang bei. In einer Stadt wie Bamberg verteile sich die Flächennutzung zwischen den Nutzungsgruppen naturgemäß anders als in den umliegenden ländlichen Teilräumen. Zentrale Orte versorgen das Umland mit Arbeitsplätzen sowie Kultur- und Freizeiteinrichtungen. Zudem würden über die Zentralitätsfunktion eines Oberzentrums wie Bamberg die medizinische Versorgung sichergestellt, Bildungseinrichtungen vorgehalten "und natürlich auch Flächen für die Wirtschaft bereitgestellt".


Es geht um Arbeitsplätze

All dies benötigt nach Ansicht der Wirtschaftsverbände Raum. "Die regionalen Unternehmen brauchen für ihre Erweiterung zusätzliche Flächen vor Ort, um auch in Zukunft Arbeitsplätze erhalten, sichern und so zum wirtschaftlichen Erfolg der Region beitragen zu können. Viele Betriebe haben bereits Standortprobleme teils durch vermehrte Nutzungskonflikte, teils durch Schwierigkeiten bei der Suche nach alternativen Standorten."
Laut IHK und HWK stellt das Gewerbeflächenkonzept der Stadt Bamberg fest, dass die derzeitig zur Verfügung stehenden Flächen für die Gewerbebetriebe in Bamberg nicht ausreichten und ein eklatanter Mangel an nutzbaren Gewerbeflächen herrsche. Der Gewerbepark Geisfelder Straße biete hier die große Chance, Defizite im Angebot an Gewerbeflächen abzumildern. Eine zielgerichtete Gewerbeflächenplanung der kommunalen Politik, in enger Zusammenarbeit mit der ansässigen Wirtschaft, biete großes Potential für eine langfristig stabile, örtliche Entwicklung.
Abschließend stellen die beiden Verbände fest: "Die regionale Wirtschaft bewertet unter den genannten Gesichtspunkten die aktuellen Planungen zum Gewerbepark Geisfelder Straße positiv." red
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