Coburg

IHK sieht Gewinner und Verlierer

Sehr unterschiedlich schätzen die Unternehmer aus verschiedenen Branchen die Konjunktur in nächster Zeit ein.
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"Nach einem schwierigen Jahresverlauf 2019 keimt bei unseren Unternehmen im Wirt-schaftsraum Coburg allmählich die Hoffnung auf eine konjunkturelle Stabilisierungsphase. Von einer generellen Trendwende kann allerdings nicht gesprochen werden", kommentiert Präsident Friedrich Herdan die Konjunkturumfrage der IHK zu Coburg zum Jahresbeginn.

Statistisch zeichne sich über alle Branchen hinweg eine Seitwärtsbewegung in der Beurtei-lung der Geschäftstätigkeit ab. Die Mehrheit der Firmen bewerte ihre aktuelle Lage als zufriedenstellend.

Die Lage in der Industrie ist gekennzeichnet von Auslastungsrückgängen. Die Kapazitätsauslastung aus Inlandsaufträgen macht den Firmen Sorgen, wohingegen Exportaufträge zu einer Kompensation beigetragen hätten, so dass in der Summe die Beschäftigung noch als einigermaßen zufriedenstellend gekennzeichnet wird. Die Abkühlung der Weltkonjunktur zwinge die Firmen zu einer rasanten Veränderung ihrer Geschäftsmodelle und - produkte.

Vorsichtig optimistisch

Die Erwartungen der Coburger Unternehmen für die nächsten Monate sind laut einer Pressemitteilung der IHK sehr unterschiedlich. Während die Industrie als wesentliche Branche der Region die Zukunft sehr verhalten beurteilt, sind in der Dienstleistung sowie im Handel die Einschätzungen optimistischer. Entsprechend hat sich die Einschätzung der "erwarteten Geschäftslage" über alle Branchen im Vergleich zur Vorumfrage verbessert.

Die kumulierte Bewertung der Aussagen unserer Unternehmen zur "aktuellen und der zu erwartenden Geschäftslage" hat sich nach einem eineinhalb Jahre andauernden Rückgang erstmals wieder stabilisiert, so dass der IHK-Konjunkturklimaindikator sogar minimal stieg.

"Die Teileinigung im Handelsstreit zwischen den USA und China sowie nachlassende Brexit-Sorgen nähren zusätzlich die Hoffnung, dass die Weltwirtschaft wieder in Schwung kommt und unsere exportorientierten Schlüsselindustrien im Wirtschaftsraum Coburg davon profitieren können. Von Seiten der Politik fehlen jedoch weiterhin Leistungs- und Investitionsanreize für die heimische Wirtschaft. Leider werden fiskalische Spielräume aktuell immer noch überwiegend für immer neue Sozialleistungen genutzt", betont IHK-Präsident Herdan.

Einzelne Schlüsselbranchen

Coburgs exportorientierte Industrie befindet sich zu Jahresbeginn noch immer in einer konjunkturellen Schwächephase. Allerdings bezeichnen 33 Prozent der Betriebe ihre Lage als "gut", 19 Prozent sind "unzufrieden". Die Beurteilungen der Industriefirmen zur "erwarteten Geschäftslage" in den nächsten Monaten bleiben aber im negativen Bereich.

Die Stimmung im stark exportabhängigen Maschinenbau bleibt zu Jahresbeginn gedämpft. Die Kapazitätsauslastung bleibt bei 75 Prozent auf zufriedenstellendem Niveau. Auch in den kommenden Monaten werde es mit verhaltener Dynamik weitergehen.

Die Nachfrage nach Erzeugnissen der heimischen Automobilzulieferer und Vorleistungsgüterproduzenten bleibt rückläufig. Nur noch 33 Prozentbewerten ihre aktuelle Lage als "gut". Eine schnelle Erholung sei mit Blick auf die "Geschäftserwartungen" der heimischen Branchenvertreter eher unwahrscheinlich.

Zufrieden mit der Situation zeigt sich das regional sehr starke Versicherungs- und Finanzgewerbe. Alle Unternehmen sind voll bzw. befriedigend ausgelastet. 50 Prozent der Branchenvertreter konnten ihre Geschäftslage nochmals verbessern, kein Unternehmen ist "unzufrieden". Für die kommenden Monate rechnen 20 Prozent der Coburger Branchenvertreter mit einer weiteren Verbesserung ihrer Geschäftslage. red

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