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Insolvenz

IG Metall: Kaliko lenkt von Managementfehlern ab

Zur Insolvenz der Bamberger Firma Kaliko Textile (FT vom 4. Juli) hat sich die örtliche Geschäftsstelle der IG Metall zu Wort gemeldet. Die Behauptung der Geschäftsführung, das 13. Monatsgehalt der Be...
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Zur Insolvenz der Bamberger Firma Kaliko Textile (FT vom 4. Juli) hat sich die örtliche Geschäftsstelle der IG Metall zu Wort gemeldet. Die Behauptung der Geschäftsführung, das 13. Monatsgehalt der Beschäftigten sei der Grund für die aktuelle Insolvenzbeantragung, entbehre jeglicher Grundlage, heißt es in einer Stellungnahme der Gewerkschaft.
Der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Bamberg, Matthias Gebhardt, betont, dass mit dieser Behauptung "auf dem Rücken der Belegschaft und Interessenvertretung von Managementfehlern und teuren Beraterhonoraren abgelenkt" werde. "Es ist ein Affront und ein Armutszeugnis, eine Sonderzahlung der Beschäftigten als Auslöser für die Insolvenzbeantragung darzustellen", so Gebhardt.
Die Zahlung selbst mache im Übrigen etwa 2,5 Prozent des Jahresumsatzes beziehungsweise 7,5 Prozent der Jahres-Entgeltsumme der Beschäftigten aus, so der Gewerkschafter.


Entgegenkommen signalisiert

Des Weiteren sei bei den erst kürzlich durchgeführten Tarifgesprächen der Firma ein Entgegenkommen um etwa die Hälfte der Jahressonderzahlung von der betrieblichen Tarifkommission und der IG Metall signalisiert worden. Dies habe das Unternehmen ausgeschlagen.
Weiter heißt es in der Stellungnahme: "Dieses besagte 13. Monatseinkommen wurde auch nicht im Insolvenzverfahren 2013 ausgehandelt, sondern hierbei handelt es sich um einen seit 1997 gültigen Tarifvertrag zur Jahressonderzahlung in der bayerischen Textil- und Bekleidungsindustrie." Es sei also zu jeder Zeit planbar gewesen. "Von daher kann nicht die Rede davon sein, dass diese Zahlungsverpflichtung überraschend kommt und ursächlich für die Zahlungsschwierigkeiten des Unternehmens ist."
Vielmehr sei es richtig, dass die Beschäftigten der Bamberger Kaliko seit 2004 regelmäßig durch Verzicht auf tarifvertraglich zustehende Leistungen und ebenfalls durch erhöhte Arbeitszeit ohne Lohnausgleich das Unternehmen unterstützten und es so bis heute überhaupt am Leben erhielten, so Matthias Gebhardt. Resultierend aus dem Standortsicherungstarifvertrag aus 2013 liege man noch heute fünf Prozent unter dem Flächenlohn für Textil und Bekleidung und arbeite zusätzlich 38 statt 37 Stunden. red


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